4. Internationales Symposium zur archäologischen Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Glashütten Europas

Trier 5. bis 7. Juni 2009

Schwerpunkt des 4. Symposium bildet die Region um Trier, die in Europa zu den wenigen Regionen zählt, deren Tradition der Glasverarbeitung bis in römische Zeiten reicht.

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Die Grundidee des Symposiums liegt darin, dass eine Glashüttenregion vorgestellt wird, die durch neuerliche, vor allem archäologische, aber auch historische, wirtschaftsgeschichtliche und /oder technologische Untersuchungen Erkenntnisse für die Glasforschung erbracht hat. Auf der Tagung sollen diese Ergebnisse vorgestellt, diskutiert und in einen internationalen Zusammenhang gestellt werden. Zudem wird hier ein Forum geboten, an dem der aktuelle Stand zur europäischen Glasforschung den interessierten Fachleuten vermittelt wird. Die etwa 15 bis 20 Vorträge jedes Symposiums gliedern sich jeweils in vier, etwa gleich stark besetzte Sektionen:

  1. Das betreffende Glashüttengebiet und seine Kulturgeschichte
  2. Berichte über deutsche Glashütten
  3. Vorstellung europäischer Glasbetriebe
  4. Archäologische Glasfunde aus Siedlungsstrukturen; neue technologische und konservatorische Erkenntnisse; allgemeine Hinweise.

In kaum einer anderen Region Europas ist die Tradition der Glasverarbeitung so lange belegt wie im Trierer Raum. Bereits zur römischen Zeit bestand hier ein innovatives Glashandwerk, das bis in die Neuzeit fortgeführt wurde. Im Rahmen des Symposiums sollen Produkte und Produktionsstätten dieser Gegend vorgestellt und diskutiert werden.

Die Nähe zu den angrenzenden Benelux-Staaten und Frankreich  sowie die aus dieser Region verstärkt eingeladenen Wissenschaftler macht es möglich, länderübergreifend nicht nur nach Übereinstimmungen sowie Unterschieden in der Glasherstellung und in der Glasverarbeitung zu forschen, sondern ebenso Parallelen bei Import und Export von Glasprodukten aufzuzeigen. Vorträge aus Schweden und der Tschechischen Republik erlauben zudem einen aktuellen Überblick zur Glasgeschichte in weiteren Teilen Mitteleuropas. Durch den direkten Kontakt der Wissenschaftler untereinander sollen wiederum neue gemeinsame Projekte initiiert und durchgeführt werden. Gleichzeitig wird weiter daran gearbeitet, zu einer einheitlichen Terminologie zu gelangen. Es ist vorgesehen, die Beiträge der Teilnehmer auch dieser Tagung zeitnah und in bewährter angemessener Form zu publizieren, so wie es für das zweite und dritte Symposium bereits erfolgte (P. Steppuhn, Hrsg., Glashütten im Gespräch, Lübeck 2003 sowie H. Flachenencker, Gerrit Himmelsbach und P. Steppuhn, Hrsg., Glashüttenlandschaft Europa, Regensburg 2008).

Das Internationale Glassymposium ist derzeit die einzige Veranstaltung in Europa, auf der sich Wissenschaftler treffen, die Glasforschung vor allem aus archäologischer, historischer und technologischer Sicht betreiben. Es wertet die regionale zur internationalen Glasforschung auf und bietet den überregionalen Austausch von Ergebnissen und Fragestellungen innerhalb eines kleineren aber immer bedeutsamer werdenden Forschungszweiges, der wichtige Beiträge zur Kultur-, Wirtschafts- und Technikgeschichte in Europa vom Mittelalter bis zur Neuzeit liefert.

Die Hauptvorträge innerhalb der verschiedenen Sektionen stehen bereits fest. Jedoch bieten die Veranstalter die Möglichkeit, im Rahmen der "Kurzvorträge" innerhalb von 5 Minuten je Vortrag auf interessante Ausgrabungen, Projekte, Aufarbeitungen, Publikationen, Ausstellungen, zugängliche Sammlungen oder technische/naturwissenschaftliche Ergebnisse zum "Thema Glas" hinzuweisen. Kurzvortrags-Anmeldungen zu diesem Programmpunkt werden bis zum 30. April 2009 erbeten.

Weiter Informationen zum Syposium (Veranstalter, Anmeldung etc.) finden Sie hier in unserem Veranstaltungskalender.

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