Von der Keilschrift zum Touchscreen: Wissenschaftler aus Berlin und Jerusalem erforschen Evolution der Handschriften
Warum sehen handgeschriebene Schriften so aus, wie sie aussehen? Und wie haben sie sich im Laufe der Zeit verändert? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Projekts, das von dem Kulturwissenschaftler und Ägyptologen Dr. Christian Casey (Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften, Freie Universität Berlin) und dem Statistikexperten und Mathematiker Dr. Barak Sober (Hebrew University of Jerusalem) geleitet wird.
Die beiden Forscher untersuchen die Entwicklung von Handschriften, die durch ein komplexes Geflecht physischer, kognitiver, kultureller und materieller Kräfte geformt wird. Christian Casey betont: »Von den Werkzeugen, mit denen wir schreiben, bis hin zur Art und Weise, wie sich unsere Hände bewegen und unser Verstand lernt, wirken diese Faktoren zusammen und treiben die Veränderung der Schrift über Jahrtausende hinweg voran. Mithilfe historischer Manuskripte, moderner Handschriftendaten und fortschrittlicher Computermodellierung wollen wir die verborgenen Prinzipien aufdecken, die die Schriftentwicklung steuern.«
Das interdisziplinäre Forschungsteam stützt sich dabei auf Linguistik, Physik, Mathematik sowie Kultur- und Kognitionswissenschaften, um die ersten umfassenden Modelle zu entwickeln, die zeigen, wie sich Schriften verändern - von kleinsten Strichvariationen bis hin zu weitreichenden historischen Verschiebungen.
Das Forschungsprojekt soll nicht nur das Verständnis der menschlichen Kommunikation und Kulturgeschichte vertiefen, sondern auch praktische Erkenntnisse für die Technologie der Handschrifterkennung, die Erhaltung alter Texte und die Zukunft der Schrift in einer digitalen Welt bieten.
Die VolkswagenStiftung unterstützt die Arbeit im Rahmen der Förderinitiative »Aufbruch – Neue Forschungsräume für die Geistes- und Kulturwissenschaften«.
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