Aktuelle Rettungsgrabungen in Bad Buchau

Ende November 2018 begann das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart im Bereich des geplanten Pflegeheims "Haus Irmengardis" in Bad Buchau in Baden-Württemberg eine Rettungsgrabung. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege die damit verbundenen archäologischen Arbeiten vor.

Blick in die Baugrube mit Pfählungen für das Gebäude und prähistorischen Holzresten
Blick in die Baugrube mit Pfählungen für das Gebäude und prähistorischen Holzresten. Zu erkennen sind rechtwinklig liegende Hölzer und ein massiver, angespitzter Pfahl (Pfeil). Foto: LAD, W. Hohl

"Die Region um den heutigen Ort Bad Buchau ist eine Gegend, in der Menschen schon seit vielen Jahrtausenden gerne gelebt haben. Im Bereich der Federseeklinik sind mehrere Siedlungen und Bohlenwege bekannt, die bis zu 6000 Jahre alt sind. Das Landesamt für Denkmalpflege hat die Aufgabe, prähistorische Siedlungsreste zu schützen und, wo dies nicht möglich ist, auszugraben und zu dokumentieren. Unsere Rettungsgrabung ist in die laufende Baustelle eingebunden und wir stehen in ständigem Kontakt mit dem Bauherr und den Baufirmen. Wir freuen uns über die gute und konstruktive Zusammenarbeit und die Unterstützung durch den Bauherrn und die Baufirma und bedanken uns für den offenen Austausch vor Ort", sagte Dr. Renate Ebersbach, Leiterin des Fachgebietes Feuchtbodenarchäologie am LAD, am heutigen Dienstag bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Bad Buchau.

"Im September wurden bei Vorarbeiten zur Baugrube (Kanalumlegung) Reste des bekannten bronzezeitlichen Bohlenweges angetroffen und baubegleitend dokumentiert und geborgen. In der Baugrube konnten bereits bronzezeitliche Funde und massive Bauelemente, z.B. Pfähle freigelegt und geborgen werden. Diese zeigen Ähnlichkeit mit den Befestigungen der bronzezeitlichen 'Siedlung Forschner' (15./16. Jhd. v. Chr.) im Ried südöstlich von Bad Buchau. Bisher ist noch unklar, aus welcher Zeit die Hölzer in der Baugrube stammen. Möglicherweise kann hier beobachtet werden, wie ein prähistorischer Bohlenweg über das Moor an die zu erwartende Siedlung auf der Insel angebunden wurde. Die Archäologen arbeiten daran, diese Fragen durch die Rettungsgrabung zu klären.", erläuterte Dr. Ebersbach weiter.

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