Video:
Ausgrabung auf dem Galgenberg in Belzig 2018

Richtstättenarchäologie

Nachdem im Wald nahe des brandenburgischen Ortes Bad Belzig im Wurzelgeflecht eines bei dem Sturm Xavier entwurzelten Baumes ein menschlicher Schädel gefunden wurde, stand für Marita Genesis und ihre Studenten fest, dass an dieser Stelle eine archäologische Ausgrabung durchgeführt werden musste. Denn dies ist der Galgenberg, eine Hinrichtungsstätte, wo nach den Schriftquellen ab dem 16. Jahrhundert Menschen gehängt, gerädert und enthauptet wurden. Zudem handelt es sich bei der Galgenberg genannten Erhebung eigentlich um einen Grabhügel aus der Bronzezeit. Im Herbst 2018 begann die Richtstättenarchäologin dann mit Studenten der Humboldt-Universität Berlin und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder mit den Ausgrabungen in Bad Belzig, wo dieses Video entstand.

Der Beitrag zeigt in Form einer kurzen Führung von Marita Genesis über das Ausgrabungsareal die Ausgrabungsarbeiten und die dabei freigelegten Befunde. Die Studierenden dokumentierten Individuen, deren Verletzungen bzw. Lage viele aufschlussreiche Informationen zu den Umständen ihres Todes preisgaben. So konnte die Todesstrafe des Erhängens und des Enthauptens festgestellt werden. Die Beisetzung eines Individuums im Sarg lässt annehmen, dass hier ein Selbstmörder bestattet wurde. Auch die Angst vor der Wíederkehr sogenannter »Wiedergänger« wird in der massiven Steinpackung, die sich über einem männlichem Individuum befand, deutlich.

Dauer: 09:00
08.06.2019

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