Verwaltungsgebäude aus dem 14. vorchristlichen Jahrhundert

Die Dritte Kampagne der archäologischen Ausgrabungen in Haft Tappeh im Südwesten Irans ist erfolgreich verlaufen. Die vorgenommene geomagnetische Geländeprospektion legt den Grundstein für weitere Projekte.

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Das ausgegrabene Verwaltungszentrum in Haft Tappeh
Das ausgegrabene Verwaltungszentrum in Haft Tappeh (Foto: Dr. Behzad Mofidi-Nasrabadi)

Wissenschaftler der Johannes Gutenberg- Universität Mainz haben bei archäologischen Grabungen in dem antiken Ort Haft Tappeh im heutigen Iran ein Verwaltungszentrum aus dem 14. Jh. v. Chr. freigelegt und große Areale des Geländes vermessen. Bei den Grabungen handelte es sich um die dritte Kampagne, die in Zusammenarbeit mit der "Iranian Cultural Heritage Organisation" durchgeführt wurden. Nachdem das Land über 25 Jahre lang für solche Forschungen nicht zugänglich gewesen war, erhielten die Mainzer Wissenschaftler Anfang 2005 als erste Vertreter einer deutschen Universität wieder Zutritt zu den antiken Städten. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell gefördert.

Bei großflächigen Grabungen in der antiken elamischen Stadt Kabnak, dem heutigen Haft Tappeh, haben die Altorientalisten zwischen Dezember 2006 und Februar 2007 ein Verwaltungszentrum aus dem 14. Jh. v. Chr. freigelegt. In drei Räumen waren Keilschrifttexte auf Tontafeln in akkadischer Sprache archiviert. Die Texte sind meistens Inventarlisten von Gegenständen, die für die Reiterei benötigt wurden. Im Gebäude konnten mehrere längliche, parallel zueinander gebaute Räume freigelegt werden, in denen vermutlich die inventarisierten Objekte gelagert waren. "Der Gipsputz der Mauer war mit einer rötlichen Bemalung versehen", erläutert Dr. Behzad Mofidi Nasrabadi die Funde. "Nach der Zerstörung des Gebäudes durch Brand hat man kurz darauf die Ruine als Begräbnisplatz benutzt." Dabei wurden die Toten zusammen mit ihren Beigaben sowohl in Sarkophagen oder großen Gefäßen (Doppeltopfgräber) als auch einfach in der Erde bestattet.

Ebenfalls während der Ausgrabungskampagne wurden große Areale der antiken Stadt in Zusammenarbeit mit den Geophysikern der Universität Kiel mit Hilfe der geomagnetischen Methode vermessen. Durch die Vermessung konnten weitere Monumentalanlagen innerhalb des Stadtgebiets festgestellt werden, die für die weitere Planung der Ausgrabung von Bedeutung sind.

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