RUB-Archäologen auf Sizilien: Projektfinanzierung gesichert

 

Die Fritz Thyssen Stiftung hat die weitere Finanzierung des Projektes "Gela" des Institutes für Archäologie zugesagt. Die Archäologen der Ruhr Universität Bochum erforschen in ihrer Studie die Siedlungsstruktur in der Umgebung der antiken griechischen Koloniestadt Gela auf Sizilien. Mit den 35 000 Euro der Thyssen Stiftung sind auch die geplanten Untersuchungen vor Ort im Herbst diesen Jahres gesichert.

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Die antike Stadt Gela wurde 688 v. Chr. von griechischen Einwanderer auf Sizilien gegründet, rund 100 Kilometer vom Vulkan Ätna entfernt. Die Forscher wollen vor allem untersuchen wie das soziale und wirtschaftliche Zusammenleben der Neusiedler mit der um die neue Stadt lebenden einheimischen Bevölkerung ablief.

"Wir wollen die Frage beantworten, ob man diese Kolonisation zum Beispiel mit der Kolonisation von Nord- oder Südamerika vergleichen kann. Denn letztere wurden mit militärischen Mitteln erreicht. Bei Gela scheint es eher, das die Kolonisation im Konsens stattfand", so Projektleiter Prof. Dr. Johannes Bergemann.

Insgesamt wollen die Historiker ein Areal von 200 Quadratkilometern genau studieren. Dafür verwenden sie die so genannte Survey-Methode, bei der das Gelände zu Fuß Stück für Stück abgelaufen wird und die antiken Reste, meist Keramikscherben, aufgesammelt und kartiert werden.

25 Quadratkilometer wurden bisher in den beiden ersten Kampagnen 2002 und 2003 untersucht. Insgesamt 22 Gehöfte haben die Archäologen entdeckt. "Wenn wir Dachziegel finden, Gebrauchskeramik für die Küche, zum Beispiel Krüge für Öl und Wein, Reibsteine zum Getreidemalen und Websteine, können wir daraus schließen, dass an dieser Stelle einmal ein Hof gestanden hat. Scherben halten länger als Mauern", berichtet Bergemann.

Eine wichtige Entdeckung, die mehr über das wirtschaftliche System verrät, ist ein riesiger, mehrere Quadratkilometer großer Kalksteinbruch. Diese Steine waren in der Antike ein bedeutender Baustoff und die griechischen Einwanderer setzten sie bei sakralen und öffentlichen Gebäuden sowie der Stadtmauer um Gela ein.

Im Herbst werden rund 15 Professoren und Studenten nach Sizilien zurückkehren und weitere Teile der Untersuchungsfläche ablaufen. So soll sich das bisherige Bild von Siedlungsstruktur und -ausmaß verdichten.

Mit geophysikalischen Untersuchungen wollen die Archäologen die Grundrisse der Bauernhöfe finden. Geplant ist, das Projekt, an dem auch Wissenschaftler aus Berlin, Kiel, Basel und Messina beteiligt sind, noch mindestens zwei Jahre fortzuführen.

 

Quelle: RUB

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