Neues von der keltischen Befestigung bei Langenenslingen

Am vergangenen Dienstag informierte Regierungspräsident Johannes Schmalzl gemeinsam mit den Grabungsleitern des Regierungspräsidiums Stuttgart, Prof. Dr. Dirk Krausse und Dr. Leif Hansen, über die bisherigen Forschungen zur keltischen Befestigung bei Langenenslingen im Kreis Biberach in Baden-Württemberg.

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Grabung an der keltischen Befestigungsmauer
Grabung an der keltischen Befestigungsmauer in Langenenslingen, Kr. Biberach (Foto: RP Stuttgart)

Auf der "Alte Burg", einem plateauartigen Ausläufer der Schwäbischen Alb oberhalb von Langenenslingen, stießen sie im Oktober 2014 überraschend auf eine mindestens vier Meter hoch erhaltene monumentale Steinmauer. Dies ist für den Raum nördlich der Alpen einzigartig. Prof. Dr. Krausse erläuterte: "Die Mauer ist so gut erhalten, dass wir hier schon von einem Baudenkmal sprechen können und zwar vom ältesten Baudenkmal Süddeutschlands."

Die Steinmauer begrenzt einen gut zwei Hektar großen Bergsporn, der vor etwa 2500 Jahren durch die frühkeltischen Erbauer vollkommen überformt und umgestaltet wurde. Die aus Kalksteinen gesetzte Trockenmauer konnte bei den laufenden Ausgrabungen bisher nur im Randbereich freigelegt werden. Die oberen Partien sind noch im Steinschutt verborgen, so dass die Mauer an einigen Stellen wahrscheinlich noch sechs oder sieben Meter hoch senkrecht steht. Naturwissenschaftliche Untersuchungen an Tierknochen aus dem Mauerbereich sprechen für eine Errichtung der Mauer im 7. bis 5. Jahrhundert vor Christus.

Die bisherigen Forschungen zeigen, dass die "Alte Burg" in der frühkeltischen Zeit wahrscheinlich nicht nur unter fortifikatorischen Gesichtspunkten heraussticht, sondern auch eine sehr bedeutende Anlage mit Kultplatzfunktion dargestellt haben dürfte.

Detail der Befestigungsmauer
Detail der Befestigungsmauer (Foto: RP Stuttgart)

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