Neu im Römerkastell Saalburg: Zentrales Limesinformationszentrum Hessen

Im Eingangsbereich des Römerkastells Saalburg in Bad Homburg ist das „Zentrale Limesinformationszentrum Hessen" eingerichtet worden. Interessierte können sich kostenlos anhand von Texten, Fotos und anschaulichen Zeichnungen einen ersten Überblick über den Obergermanisch-Raetischen Limes verschaffen.

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Limesinformationszentrum. Foto: Wolfgang Günzel
Limesinformationszentrum. Foto: Wolfgang Günzel

Die ehemalige Grenze des Römischen Reiches zieht sich über 550 Kilometer vom Rhein bis zur Donau. Das größte Bodendenkmal Europas wurde 2005 in die Unesco-Liste des Welterbes aufgenommen. Besucher, die sich innerhalb der Saalburg Informationstafeln anschauen, sind ein gewohnter Anblick. Neu ist jetzt, dass diese sich schon vor dem eigentlichen Museumsbereich informieren können dank des „Zentralen Limesinformationszentrums Hessen", das im Kassenhaus eingerichtet wurde und einen kostenlosen Zugang gewährt.

Zunächst erhält der Besucher Informationen zur Liste des Welterbes der Unesco, die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, Kultur- und Naturgüter zu schützen. Anschließend geht es um den Obergermanisch-Raetischen Limes. Dieser wurde 2005 als Teil der grenzüberschreitenden Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reiches" zum Unesco-Welterbe erklärt. Zurzeit gehören außerdem noch der Hadrianswall und der Antoninuswall in Großbritannien dazu. Ziel ist es, dass das Welterbe sämtliche Grenzabschnitte rund um das Römische Reich umfasst: Bei mehr als 5.000 Kilometern und rund 20 beteiligten Staaten in drei Kontinenten ein ehrgeiziges, internationales Projekt.

Informationen gibt es auch zu den Gründen für den Bau des Limes, den Verlauf, die Geschichte und Funktion. Mit Rekonstruktionszeichnungen werden die verschiedenen Ausbauphasen veranschaulicht, ebenfalls die Wachttürme und Kastelle. Themen sind auch die Geschichte nach dem Ende des Limes, die Erforschung und die Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste. Informationen über den Limes in Hessen, insbesondere den Limeserlebnispfad Hochtaunus und das Römerkastell Saalburg, schließen sich an. Eingegangen wird auch auf den Limesentwicklungsplan Hessen, der Leitfaden für den Umgang mit dem Welterbe ist, sowie die touristische Erschließung und die Vermittlung. Die Tafeln, die von Alex Weiher, cliffhouse Grafik Design, gestaltet wurden, enthalten auch Textzusammenfassungen in Englisch. Die Öffnungszeiten des „Zentralen Limesinformationszentrums Hessen" entsprechen den Einlasszeiten der Saalburg.

Das Römerkastell Saalburg ist eingebunden in ein Vermittlungssystem, das auf verschiedenen Ebenen die Information über das Welterbe Limes gewährleisten soll. So gibt es für jedes Bundesland überregionale Museen mit zentralen Limesinformationszentren. Diese sind zurzeit für Baden-Württemberg das Limesmuseum in Aalen, für Bayern das Römermuseum in Weißenburg, für Rheinland-Pfalz das Limes-Erlebnismuseum RömerWelt in Rheinbrohl und für Hessen das Römerkastell Saalburg.

Darüber hinaus gehören noch regionale Vermittlungszentren auf Kreisebene dazu: in Hessen für den Rheingau-Taunus-Kreis das Hofgut Georgenthal in Hohenstein-Steckenrod, für den Wetteraukreis das Museum der Stadt Butzbach, das Wetterau-Museum Friedberg und das Museum Echzell. Für den Landkreis Gießen wird das Informationszentrum zurzeit im Hof Grass in Hungen-Inheiden eingerichtet. Im Main-Kinzig-Kreis ist es das Museum Großkrotzenburg und im Landkreis Offenbach das Landschaftsmuseum Seligenstadt. Das Römerkastell Saalburg ist gleichzeitig „Zentrales Limesinformationszentrum Hessen" und regionales Limesinformationszentrum für den Hochtaunuskreis.

Gerd Herrmann (Museumspädagoge), Dr. Carsten Amrhein (stellvertretende Museumsleitung), Thomas Becker M.A. (hessischer Limesbeauftragter), Alex Weiher (cliffhouse Grafik Design), Dr. Peter Henrich (Geschäftsführer der Deutschen Limeskommission), Prof. Dr. Egon Schallmayer (Saalburgdirektor, Landesarchäologe) (Foto: Ilse Dittrich)
Gerd Herrmann (Museumspädagoge), Dr. Carsten Amrhein (stellvertretende Museumsleitung), Thomas Becker M.A. (hessischer Limesbeauftragter), Alex Weiher (cliffhouse Grafik Design), Dr. Peter Henrich (Geschäftsführer der Deutschen Limeskommission), Prof. Dr. Egon Schallmayer (Saalburgdirektor, Landesarchäologe) (Foto: Ilse Dittrich)

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