Leitende Funktionen im Deutschen Archäologischen Institut neu besetzt

Posten des Generalsekretärs und Leitung der Römisch-Germanischen Kommission neu besetzt

Die Nachfolge des bisherigen Generalsekretärs Ortwin Dally übernimmt der Frühgeschichtlicher und Nordafrika-Spezialist Philipp von Rummel, neue Direktorin der RGK wird die Geoarchäologin Eszter Bánffy, bisher stellvertretende Direktorin des Archäologischen Instituts der Ungarischen Akadamie der Wissenschaften.

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Auf der ordentlichen Jahressitzung der Zentraldirektion (ZD) des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), die vom 30. Mai bis 1. Juni im Berliner Wiegand-Haus stattfand, wurden mit dem Posten des Generalsekretärs (und Leiters der Wissenschaftlichen Abteilung) und der Leitung der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt (RGK) zwei wichtige Positionen neu besetzt.

Für das Amt der ersten Direktorin der Römisch-Germanischen Kommission konnte mit Prof. Dr. Eszter Bánffy eine international herausragende Wissenschaftlerin auf dem Feld der neolithischen und kupferzeitlichen Archäologie sowie geoarchäologischer Forschungen gewonnen werden. Als stellvertretende Direktorin des Archäologischen Instituts der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (UAW) bringt sie umfassende Erfahrungen in der Leitung einer Forschungsinstitution ein und wird als ordentliche Professorin für Geoarchäologie an der Universität Szeged im Netzwerk der Universitäten im Rhein-Maingebiet tätig werden.

Als Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung der Zentrale und Vertreter der Präsidentin (Generalsekretär) wählte die Zentraldirektion Dr. Philipp von Rummel, einen international hervorragend vernetzten Wissenschaftler, der grundlegende Arbeiten für die Spätantike und das frühe Mittelalter vorgelegt hat. Er ist in leitender Funktion bei internationalen Ausgrabungs- und Site-management-Projekten tätig, aus denen Publikationen vor allem zu Fragen der Archäologie des vandalischen Reiches und zu den maurisch-berberischen Gruppen der Spätantike hervorgegangen sind. Ihm ist es zudem zu verdanken, dass der Afrikaschwerpunkt der Abteilung Rom in den letzten Jahren einen neuen Aufschwung erlebt hat und wichtige Projekte der Auswärtigen Kultur und Bildungspolitik im Rahmen der Transformationspartnerschaft zwischen Deutschland und Ägypten umgesetzt werden.

Info

Eszter Bánffy studierte an der Eötvös Lorind Universität in Budapest zunächst englische Philologie, ab 1975 Prähistorische Archäologie und im Anschluss Indologie und vergleichende indoeuropäische Sprachwissenschaft. 1986 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Archäologischen Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, zu dessen stellvertretender Direktorin sie 2008 gewählt wurde. Bereits drei Jahre zuvor wurde sie zum Doktor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften promoviert, was einer Habilitation in Deutschland entspricht.  2012 schloss sie eine zweite Habilitation in der Geoarchäologie an. Gastaufenthalte an der Karl-Ruprecht-Universität Heidelberg und am Department for Anthropology der Havard University und ihre Arbeit in der European Association of Archaeologists (EAA) repräsentieren nur zwei Facetten ihrer weltweiten Vernetzung.
Sie leitete diverse Grabungen in Ungarn (u.a in Hahót und Zalaszentbalázs). In zahlreichen Büchern und Aufsätzen hat sie Themen des Neolithikum und der Kupferzeit insbesondere im Karpatenbecken behandelt. Mit ihren Ausgrabungen im westungarischen Szentgyörgyvölgy-Pityerdomb hat sie einen wichtigen Beitrag zur  Entstehung und Ausbreitung des ältesten mitteleuropäischen Neolithikums, der Linienbandkeramik, geliefert.
Dem Deutschen Archäologischen Institut ist Eszter Bánffy seit langem als Korrespondierendes Mitglied ebenso verbunden wie durch Kooperationsprojekte mit der Römisch-Germanischen Kommission.

Philipp von Rummel studierte ab 1995 klassische Archäologie und Ur- und Frühgeschichte an den Universitäten in Freiburg und Basel sowie an der Humboldt- und der Freien Universität in Berlin. Mit einer Arbeit zum Thema »Habitus barbarus. Kleidung und Repräsentation spätantiker Eliten im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr.« promovierte er sich 2005 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Bereits während seines Studiums hat er an zahlreichen (Grabungs-)projekten in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Tunesien und der Türkei mitgewirkt, leitete u.a. von 2001-2003 das deutsch-tunesische Thugga-Projekt (Tunesien). 2006 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Freiburg.
Dem Deutschen Archäologischen Institut ist Philipp von Rummel auf vielen Ebenen verbunden. Er ist korrespondierendes Mitglied, erhielt 2006 das renommierte Reisestipendium der Römisch-Germanischen Kommission und ist derzeit wissenschaftlicher Referent an der Abteilung Rom. Als Leiter der Redaktion koordiniert er dort auch die Projekte und Stipendienprogramme in Tunesien und hat die Projektleitung des DAI/INP-Projekts in Simitthus (Chimtou) in Tunesien inne. Im Rahmen der Weiterführung der Forschungscluster des DAI hat er mit Rudolf Haensch ein Konzept »Alltag in der Spätantike« erarbeitet.

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