Kustodenstelle für die Antikensammlung in Gießen

Die wertvolle Antikensammlung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) wird seit Anfang des Jahres professionell betreut: Aus Mitteln der Universität wurde eine Kustodenstelle eingerichtet, um die Pflege und den weiteren Ausbau der Bestände zu sichern und die Sammlung noch bekannter zu machen.

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Der neue Kustos, Dr. Matthias Recke, ist bereits durch zahlreiche Publikationen zur Antikensammlung hervorgetreten und hat mehrere erfolgreiche Ausstellungen konzipiert und organisiert. Durch die personelle Aufstockung können nun weitere Forschungsprojekte und Ausstellungen geplant werden. Verantwortlich für die Antikensammlung ist das Institut für Altertumswissenschaften, dem bislang jedoch keine Personalmittel für die Sammlung zur Verfügung standen.

Die nächste Ausstellungseröffnung steht bereits im Juni an. In Kooperation mit der Universitätsbibliothek soll das Problem der Bewahrung antiker Kunstwerke beleuchtet werden: Ohne sachkundige Betreuung können irreparable Schäden entstehen, die bis zum Totalverlust führen - ein "Kulturverfall" im wahrsten Sinne des Wortes. Die Ausstellung soll dieses Problem nicht nur ins allgemeine Bewusstsein rücken, sondern auch konkrete Rettungsmöglichkeiten für akut bedrohte Objekte aufzeigen. Dank der großzügigen Unterstützung der Sparkasse Gießen konnten bereits entsprechende Restaurierungsmaßnahmen eingeleitet werden. Ende Oktober folgt die nächste Ausstellung, die das Verhältnis des Künstlers HAP Grieshaber zur Antike in den Blick nehmen soll.

Die Antikensammlung wird wegen ihrer wissenschaftlichen Bedeutung international hoch geschätzt. Seit 1987 ist die Sammlung des Instituts für Altertumswissenschaften dank der Initiative von Prof. Dr. Wolfram Martini (seinerzeit Leiter der Sammlung) als Leihgabe im Wallenfels'schen Haus ausgestellt. Sie besteht insgesamt aus weit über 1.000 Objekten und über 3.700 Münzen, von denen jedoch nur die bedeutendsten zu sehen sind. Besonders die antiken Vasen der Gießener Sammlung stehen im Blickpunkt der archäologischen Forschung.

Die Bestände der Antikensammlung sind als originale Zeugnisse ein hervorragendes Anschauungsmaterial zur antiken Kultur - und zwar nicht nur für die Studierenden in Lehrveranstaltungen, sondern auch für die Gießener Bürger und für Kunstinteressierte allgemein. Öffentliche Führungen, auch für Schulklassen und Kindergruppen, sind auf Anfrage jederzeit möglich.

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