Ein 3000 Jahre alter Kultplatz?

In Mauren (Fürstentum Liechtenstein) entdeckte das Team der Archäologie Mitte Oktober bei Aushubarbeiten Keramikgefässe und Metallobjekte. Sie wurden dort vermutlich vor ungefähr 3000 Jahren zusammen mit verbrannten Knochen als Opfer dargebracht.

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Die Archäologinnen kontrollierten im Rahmen der Bauüberwachung einen Aushub auf einer Baustelle in Brunnenbritschen in Mauren. Dort entdeckten sie Teile von urgeschichtlicher Keramik zusammen mit Holzkohle im lehmigen Boden. In den darauffolgenden Wochen wurden die während der Baggerarbeiten freigelegten Gefässfragmente sichergestellt.

Insgesamt kamen mindestens 25 verschiedene Gefässe ans Tageslicht. Einige sind zwar im Laufe der Jahrtausende in viele Teile zerbrochen, dürften aber immer noch fast vollständig vorhanden sein. Von anderen konnten nur mehr einzelne Scherben geborgen werden. In fünf Fällen befand sich innerhalb des Behältnisses ein zweites kleineres Gefäss. Auf den Böden mehrerer Töpfe wurden Fragmente verbrannter Knochen sowie Holzkohle nachgewiesen. Durch die Lagerung der Keramik im feuchten Boden war deren Erhaltungszustand leider schlecht. Um die Gefässe möglichst unversehrt bergen zu können und um die Bauarbeiten nicht unnötig zu behindern, wurden mehrere Objekte in Blöcken geborgen. Sie werden von der Restauratorin im Konservierungsatelier der Archäologie vom Erdmaterial befreit und gefestigt. Neben der Keramik wurden auch einige Metallgegenstände entdeckt.

Zeitlich lassen sich die Funde in die späte Bronzezeit und in die beginnende Eisenzeit (13. - 8./7. Jh. v. Christus) datieren. Die Fundstelle befindet sich am Rand eines ehemals stehenden Gewässers, das mittlerweile verlandet ist. Die Gefässe dürften bewusst in diesem Bereich deponiert worden sein. Eventuell sind damit Spuren eines Opferplatzes zu erkennen. Hier dürften über einen längeren Zeitraum mit für uns noch nicht nachvollziehbaren Riten, Gegenstände im Uferbereich eines kleinen Sees oder Moors niedergelegt worden sein

Kommentare (3)

  • Nicolai Sparfeld
    Nicolai Sparfeld
    am 25.11.2013
    Ist der Archäologe ein "Homo Spekulatius"??

    "Die Gefässe "dürften" bewusst in diesem Bereich deponiert worden sein. "Eventuell" sind damit Spuren eines Opferplatzes zu erkennen. Hier "dürften" über einen längeren Zeitraum mit für uns noch nicht nachvollziehbaren Riten, Gegenstände im Uferbereich eines kleinen Sees oder Moors niedergelegt worden sein"

    Wenn Archäologen etwas nicht verstehen, nennen sie es kultisch.
    Nicht alle. Ich auch nicht. Aber ich habe über die Jahre die Erfahrung gemacht, dass jede Abfallgrube, jeder Brunnen, selbst Bombentrichter aus dem II.Weltkrieg zu Kultanlagen etc. erklärt wurden.
    Die sogenannte Fachliteratur ist voll von solchen Behauptungen. Das ist möglich, weil in Deutschland (noch) die Titelgläubigkeit zu groß ist.
    Aber vielleicht bieten die vielen Hobby-Archäolgen mal eine andere, bessere, auf dem täglichen Leben basierende Deutung der zahlreichen "Kultplätze".
  • Manfred Oeynhausen
    Manfred Oeynhausen
    am 26.11.2013
    Dem kann ich nach der Lektüre zahlreicher archäologischer Literatur nur beipflichten. Wenn Archäologen (übrigens auch Historiker) etwas nicht verstehen, wird es gerne in dem Bereich des Kultischen und Religiösen angesiedelt. Dabei dürften bereits Menschen früherer Epochen durchaus banale Bedürfnisse gehabt haben. Solche anzuerkennen, scheint für manche Titelträger eine Abwertung ihres Fachs zu bdeuten.
  • Thomas Plath
    Thomas Plath
    am 29.11.2013
    Könnte meiner Ansicht nach damit zusammenhängen, daß sehr viele Archäologen direkt nach der Schule ins Studium gehen, ohne große Lebenserfahrung gesammelt zu haben. Ich wäre dafür, daß Geisteswissenschaftler vor dem Studium eine Berufsausbildung (am Besten im Handwerk) oder eine längere Zeit der Berufstätigkeit durchlaufen. Das erweitert den Horizont enorm!

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