Deutsch-spanische Kooperation in der epigraphischen Grundlagenforschung

Die Universität von Alcalá de Henares (UAH, Madrid) und die Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in München kooperieren bereits seit über einem Jahrzehnt auf dem Gebiet der lateinischen Epigraphik der Iberischen Halbinsel. Beide Projektpartner haben sich entschlossen, ihre erfolgreiche Zusammenarbeit auch in den kommenden Jahren fortzusetzen und auf eine neue Grundlage zu stellen.

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Aus diesem Anlass unterzeichneten am 4. Februar 2009 in einem feierlichen Akt an der Universität Alcalá de Henares Prof. Virgilio Zapatero, Rektor der UAH, und Prof. Hans-Joachim Gehrke, Präsident des DAI, einen neuen Kooperationsvertrag. Gemeinsames Ziel ist die Neuedition der lateinischen Inschriften der Iberischen Halbinsel im Rahmen des von der Berlin-Brandenburgischen Akademie herausgegebenen Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL II). Die Intensivierung der archäologischen Forschung hat in den letzten Jahrzehnten zu einer explosionsartigen Vermehrung der Inschriftenfunde auf der Iberischen Halbinsel geführt. Von dem umfangreichen Quellenmaterial, dessen systematische Erschließung erst begonnen hat, gehen vielfältige Impulse für die historische Forschung zum Römischen Reich aus. Vor diesem Hintergrund betonten beide Partner die überragende Bedeutung dieses Projektes epigraphischer Grundlagenforschung für die Altertumswissenschaften insgesamt.

Die UAH verpflichtete sich, auf spanischer Seite für eine langfristige Institutionalisierung des Projektes Sorge zu tragen. Die an die Grenzen ihrer räumlichen Kapazität angelangte Arbeitsstelle Centro CIL II ist bereits in großzügige neue Büros umgezogen. Außerdem wurde eine von der Universität getragene Wissenschaftlerstelle eingerichtet. Das Centro CIL II beherbergt die zentrale Kartei für alle antiken lateinischen Inschriften von der Iberischen Halbinsel und steht interessierten Wissenschaftlern für Forschungszwecke zur Verfügung. Eine besondere Herausforderung der nächsten Jahre besteht darin, die über 200.000 Einträge zu den rund 22.000 Inschriften zu digitalisieren und auch elektronisch zugänglich zu machen. Beide Seiten erklärten zudem ihre Absicht, den wissenschaftlichen Austausch stärker zu fördern.

Aus Anlass der Vertragsunterzeichnung fand an der Fundación Pastor in Madrid eine Feier statt, bei der in mehreren Vorträgen aktuelle epigraphische Forschungen vorgestellt wurden. Es sprachen Prof. Rudolf Haensch, zweiter Direktor der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des DAI, Dra. Helena Gimeno, Leiterin des Centro CIL II, und Prof. Juan Manuel Abascal, Mitglied des Herausgebergremiums von CIL II2.

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