DAI und Kulturministerium der Republik Kosova wollen bei Erforschung der römischen Siedlung von Ulpiana zusammenarbeiten

Die erste Kooperationsvereinbarung zwischen einer Institution der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Kosova wurde am 26. Februar in Anwesenheit des kosovarischen Ministers für Kultur, Jugend und Sport, Skender Hyseni, und des Geschäftsträgers a.i. der Deutschen Botschaft Pristina, Karl Wokalek unterzeichnet.

Nachrichten durchblättern

Ziel der Vereinbarung zwischen dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) und dem kosovarischen Kulturministerium ist die eingehendere Untersuchung, Sicherung und Erhalt sowie die Bekanntmachung der archäologischen Grabungsstätte Ulpiana. Bei dem ca. elf Kilometer südöstlich von Pristina gelegenen Ulpiana handelt es sich um eine römisch-präbyzantinische Siedlung, die als eine der bedeutendsten Stätten des Kulturerbes der Republik Kosova gelten kann. Bereits seit 1954 haben dort archäologische Ausgrabungen stattgefunden. Diese brachten eine Vielzahl äußerst interessanter Funde aus einer blühenden Stadt des römischen Reiches zutage, die uns heute helfen, die Kulturgeschichte von Kosovo besser zu verstehen.

In den letzten Jahren ist die Grabungsstätte unter anderem durch die dort stattfindenden multiethnischen Sommercamps unter der Leitung des Archäologen Kemajl Luci bekannt geworden. Dadurch wurde das Interesse sowohl eines Fachpublikums als auch der breiten Öffentlichkeit an der ehemals blühenden römischen Siedlung geweckt.

Die Römisch-Germanische Kommission des DAI zeigte großes Interesse an der Grabungsstätte und machte der kosovarischen Seite das Angebot, sie vor allem bei der wissenschaftlichen Analyse der Siedlung zu unterstützen. In der ersten Phase der Kooperation kommt bereits am 2. März eine Gruppe deutscher Geophysiker nach Kosovo, um mit modernsten Geräten eine geophysische Analyse der Stätte und der Umgebung durchzuführen.

Kulturminister Skender Hyseni wies auf die Bedeutung der Archäologie für die Identitätsfindung der jungen Republik Kosova hin. Leider sei dieser Wissenschaftszweig in der Vergangenheit viel zu oft für politische Zwecke missbraucht worden. Der Direktor der Römisch-Germanischen Kommission, Prof. Dr. Friedrich Lüth, zeigte sich erfreut über das Zustandekommen der Kooperation mit dem kosovarischen Kulturministerium, da Ulpiana auch für die Römisch-Germanische Kommission eine äußerst interessante Forschungsstätte sei, die die gemeinsamen europäischen Wurzeln in der Region sichtbar mache.

Auch Karl Wokalek unterstrich in seinem Statement für die Presse, wie wichtig eine objektive Herangehensweise an die Ergebnisse archäologischer Forschung ist: "Archäologie ist wichtig, denn sie zeigt die Wurzeln und die Geschichte eines Landes. Aber es ist ebenso wichtig, dass man damit objektiv umgeht." Wokalek sagte weiter, er freue sich über diese Zusammenarbeit und hoffe auf weitere Kooperation auch in anderen Sektoren.

Alle an der Zeremonie Beteiligten zeigten sich überzeugt, dass die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung den Grundstein für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Kosova im Bereich der Archäologie legt.

Kommentare (1)

  • Peter Pinske
    Peter Pinske
    am 09.03.2008
    Was sehr schön zeigt, dass Europa (einschließlich Nordafrika, Naher Osten) zur römishen Kaiserzeit vor nunmehr fast 2000 Jahren geeinter war als heute.

Neuen Kommentar schreiben