Kooperationsvertrag zwischen dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe und der Universität Heidelberg

Das Badische Landesmuseum Karlsruhe und die Universität Heidelberg, vertreten durch das Zentrum für Altertumswissenschaften, haben am 16.4.2007 einen Kooperationsvertrag abgeschlossen mit dem sie neue Wege in Forschung und Lehre gehen wollen.

Die Vereinbarung zielt darauf ab, eine praxisnahe Ausbildung von Studierenden altertumswissenschaftlicher Disziplinen zu gewährleisten und die Zusammenarbeit zwischen der Universität und dem Museum zu intensivieren, das ein international hervorragendes Renommee für erfolgreiche Ausstellungen zu antiken Themen genießt. Für die Universität Heidelberg ergeben sich hierdurch interessante neue Perspektiven für Forschung und Lehre.

Berufsfeld Museum


Im Studium altertumswissenschaftlicher Disziplinen (zum Beispiel Alte Geschichte, Ägyptologie, Klassische Archäologie, Ur- und Frühgeschichte) kommt der Vermittlung berufspraktischer Kenntnisse eine zentrale Rolle zu. Um für eine Stelle an einem Museum in Frage zu kommen, ist es für Studierende unerlässlich, bereits während des Studiums Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen zu sammeln.

Die Zusammenarbeit zwischen den Heidelberger Altertumswissenschaften und dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe (BLM) hat Tradition. Michael Maaß, Hauptkonservator am BLM, wirkt seit längerem als außerplanmäßiger Professor am Institut für Klassische Archäologie. Es kam zur Zusammenarbeit bei Ausstellungsprojekten (aktuell bei der Ausstellung "Vor 12.000 Jahren in Anatolien: Die ältesten Monumente der Menschheit"). Viele Heidelberger Studierende nutzten die Gelegenheit, an Seminaren zur Vorbereitung der Ausstellungen und der dazu herausgegebenen Medien und an Praktika teilzunehmen. Durch den Kooperationsvertrag soll diese Zusammenarbeit verstärkt und auf eine neue Grundlage gestellt werden.

Für die Universität Heidelberg kommt die Kooperation zu einem wichtigen Zeitpunkt, denn mit der Einführung der Bachelor-Studiengänge im Wintersemester 2007/08 wird in mehreren altertumswissenschaftlichen Studiengängen ein museales Praktikum als berufsqualifizierender Studieninhalt vorgeschrieben. Der Kooperationsvertrag regelt nun, dass das BLM verschiedene Arten von Praktika anbietet, auf die sich Studierende bewerben können. In einer als "Schnupperpraktikum" bezeichneten Praktikumswoche im Oktober erhalten sechs Studierende Einblick in Grundlagen musealer Berufspraxis. In vier- bis sechswöchigen Berufspraktika werden die Kenntnisse der einzelnen Tätigkeitsfelder am Museum vertieft. In Form von Spezialpraktika eröffnet sich für besonders talentierte und engagierte Studierende die Möglichkeit, an Ausstellungsprojekten und beim Führungsdienst mitzuwirken.

Verbindung von Lehre, Forschung und Praxis


Fortentwickelt werden soll auch der schon in der Vergangenheit praktizierte Austausch von Leihgaben zu Ausstellungszwecken zwischen dem Badischen Landesmuseum und dem Zentrum für Altertumswissenschaften. Auch die Universitätsbibliothek Heidelberg war wiederholt mit herausragenden Leihgaben beteiligt. Die an Universität und Museum vorhandenen bedeutenden Sammlungsbestände können so noch besser zur Geltung gebracht werden. Ferner bieten Mitarbeiter des Museums und des Zentrums für Altertumswissenschaften künftig gemeinsame Seminare an. Die Studierenden sollen hier archäologische Ausstellungsthemen erschließen, strukturieren und ausarbeiten. Sie lernen dabei, welche Gesichtspunkte bei der Vorbereitung von Ausstellungen zu berücksichtigen sind und können an der Erarbeitung von Texten für ausstellungsdidaktische Dokumentationen und Museumskataloge mitwirken.

Im Gegenzug profitiert das Museum durch die Einbeziehung von Wissenschaftlern und Studierenden der Universität von deren theoretischem Fachwissen. Es kann nicht für jede Fachrichtung der Altertumskunde einen Kuratoren beschäftigen, daher ist die Kooperation mit der Universität und ihrer Vielfalt in den archäologischen Disziplinen um so notwendiger geworden. Sie soll eine fachlich korrekte Ausarbeitung der Ausstellungsprojekte gewährleisten. Kernkompetenz des Museums bleibt die besucherorientierte Kommunikation mit Ausstellungen, die sich an die breite Öffentlichkeit wenden und mit didaktisch aufbereiteten Publikationen.

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