ICOMOS empfiehlt Eintragung von Haithabu und Danewerk in die UNESCO-Welterbeliste

Schleswig-Holstein hat vom Internationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) eine Empfehlung zur Eintragung von Haithabu und dem Danewerk auf die UNESCO-Welterbeliste erhalten. Die Entscheidung soll das Welterbekomitee auf seiner diesjährigen Sitzung in Bahrain vom 24. Juni bis 3. Juli 2018 treffen.

"Diese Nachricht begeistert die Landesregierung ebenso wie unser Archäologisches Landesamt, das seit vierzehn Jahren an der Anerkennung arbeitet. Wir gratulieren zu dieser ungemein wichtigen Etappe auf dem Weg zum Weltkulturerbe, die unser kulturelles Erbe rund um den wikingerzeitlichen Handelsknotenpunkt Haithabu und die Wallanlagen des Danewerk jetzt bereits weltweit würdigt", sagte die schleswig-holsteinische Kulturministerin Karin Prien in Kiel.

Der bedeutende wikingerzeitliche Seehandelsplatz Haithabu und das Grenzbauwerk Danewerk liegen an einer historischen Engstelle zwischen dem Ostseearm Schlei und den Niederungen der Nordsee bei Schleswig im Norden Schleswig-Holsteins. Zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert lagen die Stätten im Zentrum der Handelsnetze zwischen Nord- und Westeuropa und bildeten den Kern der Grenze zwischen dem dänischen Königreich und dem fränkischen Reich.

Der Welterbeantrag für Haithabu und das Danewerk wurde seit einem Landtagsbeschluss 2004 vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein unter seinem langjährigen Leiter Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim vorbereitet. Ein internationaler Antrag zusammen mit Island, Dänemark, Lettland und Norwegen unter dem Thema "Wikingerzeitliche Stätten in Nordeuropa" wurde 2015 vom Welterbekomitee zur weiteren Überarbeitung an die Antragsteller zurückverwiesen und der gemeinschaftliche Antrag daraufhin nicht mehr weiterverfolgt. Stattdessen wurde das Archäologische Landesamt vom Land 2016 beauftragt, einen neuen Antrag zu erarbeiten. In diesem werden Haithabu und das Danewerk als einzigartiger wikingerzeitlicher Handelsknotenpunkt und Grenzbauwerk herausgestellt. Dieser Antrag wurde im Januar 2017 bei dem UNESCO Welterbezentrum eingereicht und in der Folge von ICOMOS geprüft.

Die Experten des Rates schlagen nun vor, den Denkmalkomplex, der sich über 33 km erstreckt, als "The Archaeological Border Complex of Hedeby and the Danevirke" in die Liste des UNESCO-Welterbe aufzunehmen.

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Kommentare (1)

  • kakdjfj
    kakdjfj
    vor 2 Tagen
    Und die Moral von der Geschicht

    das kommt davon, seinen Fund dann doch zu melden. hätte er mal besser sein lassen!

    Bürokratieopfer

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