Grundmauern der Heiliggeistkapelle und Friedhof in Jüterbog erfasst

Seit 2015 begleitet das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum die Sanierung der Bundesstraße 102 im Verlauf der Ortsdurchfahrt Jüterbog durch archäologische Ausgabungen. Neben hervorragend erhaltenen Bohlenwegen aus dem 12. und 13. Jahrhundert und einer Vielzahl mittelalterlicher Kellergruben wurden nun am Heilig-Geist-Platz die Grundmauern der Heiliggeistkapelle sowie Teile des zugehörigen Friedhofes erfasst.

Fundament und Friedhof
Fundamentmauerwerk der Heilig-Geist-Kapelle mit Bestattungen des Friedhofes. Foto: Katharina Rothe, BLDAM

Die Kapelle gehörte zu den ältesten Gebäuden der Stadt Jüterbog und findet ihre erstmalige Erwähnung in der Stadtgründungsurkunde des Magdeburger Erzbischofs Wichmann von 1173. Im Jahre 1221 wurde sie zur Katharinenkirche geweiht. In ihrer wechselvollen Geschichte wurde sie dann als Hospitalkirche zum Heiligen Geist, als Armenkirche, Kornschüttboden und Kanonenschuppen genutzt und nach einem Brand 1875 abgerissen. Auf dem umgebenden Armen- und Siechenfriedhof wurden bis um 1700 die Bewohner des Hospitals bestattet.

Im Zuge der Ausgrabungen konnten bisher 14 Gräber sowie zahlreiche umgelagerte Bestattungen freigelegt werden, die nur einen kleinen Ausschnitt der über 500 Jahre andauernden Bestattungsnutzung darstellen.

Die mächtigen Reste der Fundamentmauern des Kirchenbaues erlauben es nun erstmalig, den Grundriss des Gebäudes zu rekonstruieren und im Pflaster des neu gestalteten Heilig-Geist-Platzes darzustellen. 

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