Gemeinsames römisches Erbe wird erlebbar

Neues Interreg-Förderprojekt gestartet

Deutsche und niederländische Partner machen in einem neuen Projekt die gemeinsame römische Vergangenheit sichtbar. Seit dem 1. Oktober 2026 bündeln sie ihre Kräfte für dieses innovative Vorhaben. Das Team erschafft bis Mitte 2029 eine digitale Infrastruktur, die unterschiedliche Elemente der römischen Kulturlandschaft durch erweiterte und virtuelle Realitäten (AR/VR) zum Leben erweckt. Dazu gehören Teile des UNESCO-Welterbes "Niedergermanischer Limes" mit seinen militärischen Grenzsicherungen sowie zivile Städte, Bestattungsplätze und Heiligtümer. Sie erlauben tiefe Einblicke in das Leben vor 2000 Jahren.

Eckturm und Stadtmauer des LVR-APX
Eckturm und Stadtmauer des LVR-APX. Foto: © LVR-Archäologischer Park Xanten, Axel Thünker DGPh

Digitale Rekonstruktion und aktive Mitgestaltung

Neben digitalen Rekonstruktionen entstehen vor Ort sogenannte "Story Portale". Diese machen weitgehend unbekannte archäologische Fundplätze dauerhaft erlebbar. Hier setzt das Projekt ganz bewusst auf aktive Partizipation: Das Projekt sucht gezielt die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern. Junge Menschen gestalten die Erzählungen aktiv mit, um so die Identifikation der jüngeren Generation mit der römischen Vergangenheit der Region zu stärken.

Dazu sagt Dr. Erich Claßen, Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland: "Wir wollen Geschichte nicht verstaubt präsentieren, sondern im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar machen. Deshalb bauen wir das Projekt 'Access to Virtual Experience of the Roman Landscape' (AVE) von Anfang an gemeinsam mit den Menschen aus der Region auf. Besonders die Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern liegt uns am Herzen: Sie sollen die römische Vergangenheit nicht nur digital konsumieren, sondern ihre eigenen Geschichten erzählen. Indem Jugendliche zu Mitgestaltenden unserer virtuellen Erlebniswelt werden, schlagen wir eine Brücke von der Antike direkt in die Lebenswirklichkeit der nächsten Generation.“

Während der Projektlaufzeit präsentieren Pop-up-Ausstellungen an wechselnden Orten den aktuellen Projektstand und zentrale Informationen zur römischen Archäologie vor Ort. Zudem können Besuchende in zwei immersiven Ausstellungen in Nijmegen und Xanten in die digital wieder erstandene römische Landschaft eintauchen.

Das Projekt nimmt schnell an Fahrt auf: Bereits im Januar 2027 startet der Projekt-Newsletter und liefert exklusive Einblicke hinter die Kulissen. In der ersten Jahreshälfte 2027 erwachen die ersten virtuellen Rekonstruktionen zum Leben und machen das römische Erbe erstmals sichtbar. Noch im selben Jahr lässt die immersive "Valkhof Experience" Besucher tief in die Vergangenheit eintauchen, bevor 2028 die Story-Portale an den realen Fundorten direkt vor Ort starten.

Unter Federführung der Groene Metropoolregio Arnhem-Nijmegen arbeiten folgende Partnereinrichtungen zusammen, um die römische Landschaft in der Grenzregion Gelderland-Niederrhein als integriertes, grenzüberschreitendes Erlebnis zugänglich zu machen: Stichting Museum het Valkhof-Kam (Nijmegen), Erfgoed Gelderland, Stichting Verborgen Stad, Landschaftsverband Rheinland (mit dem Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, dem Archäologischen Park Xanten und dem Landesmuseum Bonn), Museum Burg Linn (Stadt Krefeld) und Museum Forum Arenacum e. V. (ehrenamtlich getragen, Kleve).

Arthur Boone, administrativer Auftraggeber unter anderem für das Projekt "Die Römer" innerhalb der GMR, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: "Die römische Geschichte verbindet das Gelderland und den Niederrhein seit Jahrtausenden. Heute nutzen wir diese gemeinsame Wurzel, um die Menschen auf beiden Seiten der Grenze noch enger zusammenzubringen. AVE ist gelebte europäische Nachbarschaft: Gemeinsam lassen wir das historische Erbe auferstehen und machen die Grenzregion als einen zusammenhängenden, lebendigen Kulturraum erfahrbar."

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