Forschung sichtbar machen
Ziel sei es, aktuelle Forschungsprojekte systematisch zu präsentieren und die Institution noch stärker als wissenschaftlich relevante Forschungseinrichtung zu positionieren - regional, national und international, so die Chefin der LWL-Archäologie für Westfalen, Dr. Sandra Peternek.
Die Idee stamme aus ihrer Zeit als Leiterin der LWL-Außenstelle Münster, so Peternek weiter. »Wir haben so viele spannende Projekte, und zu wenige wissen davon. Dass muss sich ändern.« Zahlreiche Projekte hätten überregionale und teils internationale Bedeutung wie etwa die Forschungen zur »Mittelalterlichen Montanregion Almerich«, die jetzt im Internet zu finden sind. Sukzessive würden weitere Projekte im Internet ergänzt, die Infos zu bereits sichtbaren Projekten aktualisiert. Der neue Themenbereich bündele zentrale Forschungsaktivitäten, stelle sie anschaulich dar und mache sie dauerhaft zugänglich.
Die neue Sichtbarkeit laufender Projekte soll auch Kooperationspartner aus Wissenschaft und Gesellschaft anziehen: »Ohne gute Kooperationen, ohne Partnerinnen und Partner aus anderen Disziplinen wären viele unserer Projekte, die in aller Regel zuerst dem Schutz unseres kulturellen Erbes dienen, gar nicht möglich«, sagt Peternek. Bei der Einwerbung von Drittmitteln werde zunehmend eine transparente, webbasierte Darstellung von Projekten gefordert. Der neue Webbereich schaffe mehr Transparenz, bessere Vernetzung und eine zeitgemäße Wissenschaftskommunikation.
Erstes Projekt online: Mittelalterliche Montanregion Almerich
Ende des 13. Jahrhunderts verbrannte auf dem Altenberg bei Müsen (Kreis Siegen-Wittgenstein) eine Siedlung von Berg- und Hüttenleuten im nördlichen Siegerland infolge kriegerischer Ereignisse, die in einer Sage als »Almerich« bezeichnet wird. Über zehn Jahre montanarchäologische Forschungen legen den Fokus auf eine deutschlandweit einmalige Montanregion aus Bergbausiedlungen, einer kleinen Burg, zahlreichen Bergbaustrukturen über- und untertage sowie Hüttenplätzen, die spätestens seit dem 12. Jahrhundert eine erste Hochphase erfuhr (http://www.lwl-archaeologie.de/de/forschung/mittelalterliche-montanregion-almerich/).
Projektverantwortlich ist der LWL-Montanarchäologe Dr. Manuel Zeiler in Olpe: »Diese untergegangene Bergbaukleinregion bietet großes Potential zur Erforschung hochmittelalterlicher Betriebsorganisation oder Technologieentwicklung, für die Siedlungsentstehung sowie die Sozialstruktur der Bergleute.« Das Projekt läuft bereits seit 2013 in Kooperation mit Dr. Jennifer Garner (Deutsches Bergbau-Museum Bochum) und Rolf Golze (Altenberg & Stahlberg e.V. Müsen). Den Fortschritt der Forschungen können Interessierte ab sofort auch über eine interaktive Karte verfolgen.
RSS-Feeds @ Archäologie Online
- Nachrichten
- Videos
- Podcasts




