Call for Papers: "Salzmünde – Regel oder Ausnahme?"

Bei einer vom 18. bis 20. Oktober 2012 in Halle (Saale) stattfindenden interdisziplinären Fachtagung steht die mittelneolithische "Salzmünder Gruppe" im Mittelpunkt des Interesses.

Neue Grabungen in Sachsen-Anhalt ermöglichen einen einzigartigen Einblick in das 4. vorchristliche Jahrtausend. Um 3300 v. Chr. entsteht in Salzmünde, dem namengebenden Fundplatz, ein Erdwerk mit Doppelgraben. Zahlreiche Bestattungen finden sich inner- und außerhalb des Erdwerks, in den Gräben selbst sind vielfach Teile von Skeletten deponiert. Eine im Mittelpunkt des Forschungsprojektes stehende Mehrfachbestattung von vier Frauen und fünf Kindern erlaubt einerseits das mittelneolithische Kulturengefüge neu zu betrachten und andererseits die Frage zur Bedeutung der Erdwerke zu überdenken. Zeigt sich uns in Salzmünde eine Befestigung oder ein Symbol von Macht? Liegt mit der Mehrfachbestattung eher eine verunglückte Familie oder vielmehr das Resultat komplexer Totenrituale vor? Ist das Salzmünder Erdwerk ein einzigartiges Phänomen?

2013 präsentiert das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) hierzu eine Sonderausstellung. Der im Vorfeld stattfindende Kongress soll ein gesamteuropäisches und aktuelles Bild zum 4. vorchristlichen Jahrtausend aufzeigen.

Interessierte Fachwissenschaftler sind dazu aufgerufen mit einem Vortrag oder einer Posterpräsentation die Tagung mitzugestalten. Alle Vorträge und Posterbeiträge werden im Anschluss an die Tagung als Kongressband publiziert. Themenvorschläge können mit einer halbseitigen Zusammenfassung noch bis zum 22. Juni 2012 eingereicht werden bei:

Susanne Friederich und Johanna Schüler
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Richard-Wagner-Straße 9
06114 Halle (Saale)

sfriederich(at)lda.mk.sachsen-anhalt.de
jschueler(at)lda.mk.sachsen-anhalt.de

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