„Auf zu neuen Ufern“ - Museum für Antike Schifffahrt in Mainz eröffnet wieder
Mit einer frischen Präsentation richtet das neue Museum für Antike Schifffahrt den Blick nicht nur auf den Schiffbau, sondern vor allem auf die Menschen, Waren und Ideen, die mit Schiffen auf Flüssen und Meeren neue Ufer erreichten. So wird die Rolle der antiken Schifffahrt als Motor für weitreichenden Austausch, den Ausbau von Infrastrukturen, Innovation und Weltläufigkeit erfahrbar. Dieser Fokus eröffnet Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen rund um Mobilität und Globalisierung.
»Mit der Neugestaltung des Museums für Antike Schifffahrt stellen wir unsere einzigartigen Sammlungsobjekte in einen größeren Zusammenhang und zeigen, welche unterschiedlichen Motivationen dazu führten und noch immer führen, dass Menschen sich weltweit in Bewegung setzen. Die Besucherinnen und Besucher werden auch erfahren können, wie eng Mobilität, Wirtschaft und kultureller Austausch bereits in der Antike miteinander verbunden waren, wie dies bis heute nachwirkt und welche Erkenntnisse wir hieraus für unsere Gegenwart ziehen können«, erläutert die Generaldirektorin des LEIZA, Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch. »Wir freuen uns darauf, den Mainzerinnen und Mainzern und allen Interessierten ab 7. März 2027 das Museum nun mit einer modernen Ausstellung zu präsentieren, die dazu einlädt, neue Perspektiven auf ein Thema zu entdecken, das aktueller nicht sein könnte.«
Modernisiert wurde die neue Ausstellung mit Mitteln von Bund und dem Land Rheinland-Pfalz aus dem Aktionsplan Forschungsmuseen 2 der Leibniz-Gemeinschaft in Höhe von einer Million Euro. Mit 30.000 Euro unterstützt die Stadt Mainz das Museum jährlich.
Neue Ausstellung mit zeitgemäßem Vermittlungskonzept
Herzstücke der Ausstellung bleiben die Schiffswracks, die Anfang der 1980er-Jahre bei
Bauarbeiten am Mainzer Rheinufer entdeckt wurden, und die beiden rund 20 Meter langen Nachbauten. Ergänzt werden sie durch weitere Originalfunde, detailgetreue Repliken und Modelle antiker Schiffe. Im Zusammenspiel mit dem modernen Vermittlungsansatz, der Angebote für Kinder umfasst, zeigen sich die unterschiedlichen Facetten antiker Mobilität.
»Unsere neue Dauerausstellung soll Kopf und Herz gleichermaßen ansprechen und uns vor Augen führen, wie die Schifffahrt die antike Welt zusammengebunden hat – und was das für die Menschen bedeutete«, berichtet Dr. Henriette Baron, Leiterin des Arbeitsbereichs »Ausstellung und Bildung« des LEIZA. »So lernen unsere Besuchenden zum Beispiel die verschlungenen Lebensläufe der Flottensoldaten kennen und erfahren, welche Gefahren die Seefahrt mit sich brachte. Mit dem neuen Konzept, das anschauliche Inszenierungen, spielerische Interaktionen, digitale Vertiefungsangebote und erweiterte Barrierefreiheit vorsieht, schaffen wir vielfältige Zugänge zu den Ausstellungsthemen.«
Die Ausstellung kann in einem Rundgang erkundet werden. Den gedanklichen Einstieg bildet ein Prolog zu den unterschiedlichen Motivationen, sich in der Welt zu bewegen.
Während sich das erste Thema besonders der Handelsschifffahrt und dem Seekrieg widmet, geht es im zweiten Thema um die daraus resultierenden Infrastrukturen und ihre Sicherung. Hier stehen Häfen, Verkehrswege, Regelwerke und Kontrollmechanismen im Blickpunkt. Das dritte Thema veranschaulicht die Erweiterung des Horizonts und die Verschmelzung von Kulturen als Folgen der Mobilität. Die Ausstellung endet mit einem Epilog, in dem die Brücke zur Gegenwart geschlagen wird und die Besuchenden eingeladen werden, sich zu positionieren.
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