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Newsletter 22/2018

15.11.2018

 

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Nachrichten

Älteste Zeugnisse für Milchviehhaltung in der ostasiatischen Steppe
Viele Milchvieharten, darunter Kühe und Yaks, gelangten bereits in vorgeschichtlicher Zeit in die Mongolei

Die Milchweidewirtschaft machte die Hirten der mongolischen Steppe einst stark genug, den größten Teil Asiens und Europas zu erobern. Der Ursprung dieser Lebensform in der ostasiatischen Steppe ist jedoch unklar. Nun hat ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Jenaer Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte Belege dafür gefunden, dass die Milchviehhaltung bereits um etwa 1300 v. Chr. durch einen Prozess kultureller Übertragung ohne weitreichenden Austausch der Bevölkerung oder großflächige Migration in die Mongolei gelangte.

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Der Geschichte des Menschen auf der Spur
Prof. Dr. Martin Kümmel, einer der Sprecher der neuen Graduiertenschule, bei der Eröffnungsrede

Eine alte Menschheitsfrage lautet: Woher kommen wir? Seit 2014 suchen WissenschaftlerInnen am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte auf neuen Wegen nach Antworten. Sie verlassen die alten Pfade der klassischen Einzeldisziplinen wie Archäologie, Genetik oder Linguistik und kommen auf neuen interdisziplinären Zugängen zu erstaunlichen Erkenntnissen. Es entsteht eine Forschungslandschaft, die auch immer mehr junge Forscher und Forscherinnen aus der ganzen Welt anzieht. Für sie wurde die "International Max Planck Research School (IMPRS) for the Science of Human History" ins Leben gerufen.

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Alexandra W. Busch neue Generaldirektorin am RGZM
Die neue Generaldirektorin Univ.-Prof. Dr. Alexandra Busch

Mit einer Feierstunde am Samstag, den 3. November 2018 wurde Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch offiziell die Leitung des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) in Mainz übertragen. Schon seit 2014 setzt sie sich als Forschungsdirektorin am RGZM dafür ein, das 1852 gegründete Haus mit neuen Formaten in Forschung und Vermittlung voran zu bringen. Die Institutsleitung ist verbunden mit einer Professur für Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

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Hauptkorridor der Seidenstraße war schon vor über 4.000 Jahren die Heimat von Hirten
Felzeichnung Pferde Eisenzeit

Ein archäologisches Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte und des Instituts für Archäologie und Ethnographie (IAET) der Russischen Akademie der Wissenschaften – Sibirien hat durch die Analyse alter Proteine und alter DNA, die aus winzigen Splittern tierischer Knochen gewonnen wurden, Belege dafür gefunden, dass bereits vor mehr als 4.000 Jahren domestizierte Tiere - Rinder, Schafe und Ziegen – in den Hochgebirgskorridoren im Süden Kirgisistans geweidet wurden.

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Vielschichtige Ausgrabungen in Marsberg-Westheim abgeschlossen
Mittelalterlicher Steinweg

In- und ausländische Archäologen haben unter der Fachaufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Marsberg (Hochsauerlandkreis) die Überreste zahlreicher Gebäude aus verschiedenen Zeiten freilegen können. Pfostenlöcher und Gruben weisen auf hölzerne Bauten hin, so genannte Pfostenbauten. Aus welcher Epoche die ältesten dieser Gebäude am Ort sind, ist ungewiss. Sie stammen aber spätestens aus der Völkerwanderungszeit, dem 5./6. Jahrhundert nach Christus.

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Als die Syrer wie die Römer badeten
Hypokausten

Altertumswissenschaftler aus Münster erschließen in der Südosttürkei seltene römische Badeanlage und prächtige frühchristliche Basilika Neue archäologische Erkenntnisse von Forschern des Exzellenzclusters in der antiken Stadt Doliche: Die Nordsyrische Stadt stand über Epochen und Religionen hinweg in Blüte.

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Mensch nimmt früh Einfluss auf Umwelt
Südchinesisches Meer

Bereits vor 6.000 Jahren hat der Mensch so in die Natur eingegriffen, dass sich die Vegetation verändert hat. Das ist das Ergebnis einer Studie von Dr. Mahyar Mohtadi vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und seinen Kollegen. Grundlage ist der Vergleich von mehreren vergangenen Warmzeiten.

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Neue Einblicke in die Waldbrandgeschichte Zentraleuropas
Waldbrand

Der Mensch ist seit Jahrtausenden wichtiger Faktor bei der Gestaltung der Landschaft mit Feuer. Eine Studie aus dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ untersucht jetzt Häufigkeit von Bränden im Zusammenhang mit der Zusammensetzung der Wälder, dem Klima und dem Faktor Mensch seit mehr als 10.000 Jahren.

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Forschungsprojekt Heliopolis mit Jean et Marie-Françoise Leclant – Preis ausgezeichnet
Grabungsteam

Das Kooperationsprojekt des Ägyptischen Antikenministeriums, des Ägyptologischen Instituts/Ägyptischen Museums – Georg Steindorff – der Universität Leipzig und des i3mainz - Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik der Hochschule Mainz wird mit dem Jean et Marie-Françoise Leclant – Preis der Académie des Inscriptions et Belle-Lettres in Paris ausgezeichnet.

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Kurz notiert

08.11.2018 Verbundprojekt erforscht Deutschlands ältesten Friedhof
06.11.2018 Untersuchung der Qumran-Fragmente für das Museum of the Bible
05.11.2018 Antiquity Slam – Geschichten über die Antike in zehn Minuten
05.11.2018 Monster, Drachen und Einhörner: Erster Coding Da Vinci Kulturhackathon im Rhein-Main-Gebiet
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Neu in der Mediathek

Die Nekropole von Dra' Abu el-Naga/Theben in 3D Video

Zunächst wird die Oberfläche des Grabungsgeländes mit verschiedenen Einzelaspekten gezeigt. Im Anschluß taucht die Kamera durch einen der Grabschächte in das Felsmassiv ein, wo die einzelnen Grabanlagen umfahren werden. Erst durch die Kamerafahrt eröffnen sich dem Betrachter die architektonischen Bezüge der Anlagen, die sich zum Teil stark unter- und überschneiden. Gegen Ende dieser Fahrt durch die »Unterwelt« passiert die Kamera die Grabanlage der Geheset, in der das Sargensemble in seiner ursprünglichen Position in der Grabkammer erscheint. Abschließend kehrt der Blick zurück an die Oberfläche, um eine Rekonstruktion der Pyramidenanlage des Nub-Cheper-Re Intef zu betrachten. 

Video ansehen (Dauer: 07:51)
 
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Neue Einträge im Guide

  • Royal Art & History Museum Brussels
    Das »Royal Art & History Museum« in Brüssel umfasst mehrere Museen und Sammlungen, darunter auch das Archäologische Museum mit der ur- und frühgeschichtlichen Sammlung Belgiens.
  • La Société Archéologique de Namur (SAN)
    Die im Jahr 1845 gegründete belgische "Société Archéologique de Namur" (SAN) möchte das Wissen um das archäologische Erbe der Region bewahren und in der Öffentlichkeit verankern. U.a. unterhält die Gesellschaft gemeinsam mit der Stadt Namur das archäologische Regionalmuseum. Auf der Homepage finden sich Informationen zu den Sammlungen, den unterstützen Museen und den Aktivitäten der Gesellschaft.
  • NUMERIQUES.BE
    Das Portal »numeriques.be« vereint die digitalsierten Sammlungen zahlreicher belgischer Institutionen und Museen, darunter auch einige mit archäologischer Thematik. Neben einer einfachen Suchfunktion kann man auch direkt zu den Institutionen und Sammlungen navigieren.
  • Förderverein Mittelalterzentrum Vechta e. V.
    Das zentrale Projekt des Fördervereins Mittelalterzentrum Vechta e.V. ist die Rekonstruktion einer mittelalterlichen Burganlage mit Nebengebäuden und Gehöft, wie sie im 11. Jahrhundert in der Region um Vechta existiert haben dürfte. Dieses Freilichtmuseum soll auf anschauliche Weise das mittelalterliche Leben in Nordwestdeutschland präsentieren. Die Homepage des Vereins informiert über das Projekt und die laufenden Aktivitäten des Vereines.
  • Ancient Technology Centre
    Das in Craneborne, Dorset (UK) beheimatete »Ancient Technology Centre« bietet vor allem für Schulklassen und Jugendgruppen Kurse, Workshops etc. an, die Kindern und Jugendlichen ermöglicht, in das Leben und die Techniken prähistorischer Epochen einzutauchen.
 
 

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