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Archäologie Online Newsletter 18/2020

20.09.2020

 

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Nachrichten

Weinpresse aus der Eisenzeit gibt Aufschluss über Bautechnik der Phönizier
Rekonstruktion der Weinpresse von Tell el-Burak

Wein hatte im Mittelmeergebiet schon in der Eisenzeit eine große Bedeutung. Insbesondere durch die Phönizier, die Bewohner der östlichen Mittelmeerküste, wurde das Getränk beliebt und über ihre Handelswege verbreitet. Nun wurde bei Ausgrabungen durch ein Forschungsteam der Universität Tübingen im phönizischen Tell el-Burak die erste eisenzeitliche Weinpresse auf dem Gebiet des heutigen Libanon entdeckt – bislang waren keine Anlagen zur Herstellung von Wein in dieser Region bekannt.

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Menschliche Fußabdrücke als Momentaufnahme der arabischen Ökologie vor 120.000 Jahren
Forschende untersuchen den Alathar-See, der in einer Senke zwischen zwei Sanddünen in der westlichen Nefud-Wüste in Saudi-Arabien liegt

Unter Verwendung hochauflösender paläoökologischer Informationen, die aus versteinerten Fußabdrücken gewonnen wurden, präsentiert eine neue, in der Zeitschrift Science Advances, veröffentlichte Studie ca. 120.000 Jahre alte menschliche und tierische Fußabdrücke, die in einem prähistorischen Seebett in Nordarabien entdeckt wurden. Die Funde stellen den frühesten Nachweis von Menschen in diesem Teil der Welt dar und zeigen, dass Wanderbewegungen von Menschen und Tieren und die landschaftliche Nutzung eng miteinander verbunden waren.

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Neue Erkenntnisse zur Sakrallandschaft zwischen den Ringheiligtümern Pömmelte und Schönebeck
Bronzezeitlicher Grabhügel bei Schönebeck

Die Sakrallandschaft aus der Zeit des Übergangs von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit um die beiden Ringheiligtümer an der Elbe ist wesentlich älter als bisher angenommen. Der erste monumentale, trapezförmige Grabbau südöstlich des Ringheiligtums Pömmelte datiert in die Baalberger Kultur – und somit in einen Zeitraum von 4.000 bis 3.400 vor Christus. Auch eine weitere Körperbestattung konnte dieser archäologischen Kultur zugeordnet werden. Bislang galten Bestattungen und ein Grabengeviert der älteren Schnurkeramischen Kultur (ab ungefähr 2.800 vor Christus) als älteste Belegungsphase des Areals.

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Historische Klimaschwankungen in Mitteleuropa durch Baumringdaten überschätzt
Baumringe

Gegenwärtige Erwärmung außergewöhnlich

Baumringe übertreiben – das hat nun ein Forscherteam herausgefunden. Aus der Breite der Wachstumsringe von Bäumen schließen Wissenschaftler für vergangene Jahrhunderte auf die historischen Klimabedingungen in dem jeweiligen Jahr. Die bisherigen Temperaturrekonstruktionen aus den Jahresringen der Bäume sind aber fehlerhaft, so eine nun in der Fachzeitschrift Climate Dynamics veröffentlichte Studie. Sie geben die natürlichen Schwankungen des Klimas vergangener Jahrhunderte übertrieben wieder. Ein Vergleich mit Daten etwa aus Pfarr- und Stadtarchiven zeigt, dass sich das Klima in Wirklichkeit deutlich gleichmäßiger entwickelt hat. Was wiederum einen weiteren Beleg bietet, wie außergewöhnlich die moderne menschgemachte Erwärmung tatsächlich ist.

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Das Westallgäu als Brücke im europäischen Wirtschaftsraum der Bronzezeit
Bronzezeitliche Siedlungslandschaften in Süddeutschland

Das Allgäu ist bisher auf der archäologischen Landkarte weitgehend leer geblieben. Neue Untersuchungen der Universität Tübingen zeigen jetzt, dass die Menschen schon vor 3.000 Jahren auch an sich ungünstige Siedlungsräume nutzten, um von prähistorischen Fernhandelsrouten zu profitieren.

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Die älteste Neandertaler-DNA Mittelosteuropas
Backenzahn aus der Stajnia-Höhle (3D-Modell)

80.000 Jahre alter Neandertaler offenbart kulturelle und genetische Verbindungen zwischen Polen und dem Nordkaukasus

Ein internationales Team berichtet in einer neuen Studie über das älteste mitochondriale Genom eines Neandertalers aus Mittelosteuropa. Das aus einem Zahn aus der Stajnia-Höhle in Polen extrahierte mitochondriale Genom ähnelt eher dem eines Neandertalers aus dem Kaukasus als den zur damaligen Zeit in Westeuropa lebenden Neandertalern. Auch die am Fundort entdeckten Steinwerkzeuge ähneln denen aus südlichen Gebieten, was darauf hindeutet, dass in der Steppen-/Taiga-Umgebung lebende Neandertaler sich zur Nahrungssuche weiter von ihrem Heimatgebiet entfernten als bisher angenommen. Die Flüsse Prut und Dnjestr wurden wahrscheinlich als Hauptkorridore für die Ausbreitung von Polen in den Kaukasus genutzt.

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Kurz notiert

Das Kulturerbe Nepals dokumentieren
Website des Nepal Heritage Documentation Project

Eine Förderung von rund 2,5 Millionen Euro gewährt die britische Arcadia Stiftung der Medienanthropologin Prof. Dr. Christiane Brosius und dem Indologen Prof. Dr. Axel Michaels von der Universität Heidelberg. Nach einer zweijährigen Pilotphase wird damit ein Projekt zur Dokumentation gefährdeter historischer Denkmäler im nepalesischen Kathmandutal über einen Zeitraum von sechs Jahren fortgesetzt. Dabei geht es insbesondere darum, die durch Erdbeben und städtischen Wandel gefährdeten Monumente in einer Datenbank zu erfassen und Empfehlungen für ihren Erhalt oder Wiederaufbau auszusprechen.

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Mehr als 2.000 Jahre alter Bachlauf in Hamm
Mauerzüge, Backsteinpflaster, Trümmerschichten und Vorratsgruben aus dem 13. bis 18. Jahrhundert an der Hammer Widumstraße

Archäologen stellen neue Grabungsergebnisse zur Altstadt vor

Der Untergrund der Hammer Altstadt ist reich an Informationen zur Stadtgeschichte. Bevor hier das neue Bürogebäude des "Westfälischen Anzeigers" gebaut werden kann, nehmen daher Archäologen unter Fachaufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Untersuchungen vor. Die Funde geben Aufschluss über das Leben der Bewohner zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert. Ein verschütteter Bachlauf weist sogar in die Römische Kaiserzeit (1. bis 4. Jahrhundert n. Chr.) zurück.

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Erste Schritte auf dem Weg der großen Steine
Kleine Sloopsteene

Gemeinsame Forschungsgrabung von LWL-Archäologie und Altertumskommission für Westfalen

Vor über 5.000 Jahren wurde das Megalithgrab »Kleine Sloopsteene« bei Lotte-Halen (Kreis Steinfurt) errichtet. Seither prägt es die Landschaft und das kulturelle Gedächtnis vor Ort, doch ist bislang über die jungsteinzeitliche Grabanlage archäologisch nur wenig bekannt. Daher wird es nun im Rahmen einer Forschungsgrabung von Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) untersucht.

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Wissenschaftler und Antisemit
Paul de Lagarde

Team aus Göttingen und Potsdam durchleuchtet geistiges Erbe des Paul de Lagarde

Wer war Paul de Lagarde? Ein Forschungsteam des Seminars für Ägyptologie und Koptologie der Universität Göttingen hat in Kooperation mit dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam (MMZ) eine wissenschaftsgeschichtliche Bestandsaufnahme zu Leben und Werk des Göttinger Orientalisten, der von 1827 bis 1891 lebte, vorgelegt. Dabei beleuchten die Forscherinnen und Forscher auch und gerade die politisch-weltanschaulichen Aspekte der Arbeiten des Wissenschaftlers und insbesondere Lagardes Antisemitismus.

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Neue Einträge im Guide

  • ARCHAEO LOUNGE - The Archaeology-Blog of CRC 1266
    Jonas Fischer, Student an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, begleitete Archäologen des SFB 1266 der Universität Kiel auf einer Expedition zur kupfersteinzeitlichen Großsiedlung Stolniceni in Moldawien und dokumentierte die Expedition zeichnerisch in Bild und Text.
  • MAMUZ DIGITAL
    Die digitale Ausstellung des niederösterreichischen Museums MAMUZ (Mistelbach-Asparn-Museumszentrum) bietet mit virtuellen Rundgängen und mehreren Videoblogs der Kuratoren einen guten Einblick in die Projekte und Ausstellungen des Hauses.
  • Competence Center Archaeometry Baden-Wuerttemberg
    Materialwissenschaftliche Forschung mit archäologischen Fragestellungen zu verknüpfen, bildet den Kern des »Competence Center Archaeometry Baden-Wuerttemberg« an der Universität Tübingen. U.a. plant das CCA die Entwicklung einer mobilen Untersuchungseinheit, die auch direkt am Grabungsort oder Archiv eine hochauflösende, zerstörungsfreie und multimethodische Analyse von Funden ermöglicht.
  • TransformationsDimensionen - Mensch-Umwelt Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften
    Der an der Universität Kiel angesiedelte SFB 1266 »TransformationsDimensionen - Mensch-Umwelt Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften« vereint transdisziplinäre Forschungstätigkeiten an acht Instituten der Universität Kiel sowie an der Johanna-Mestorf-Akademie, am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie und am Landesmuseum Schloss Gottorf.
    Mit dem Fokus auf prähistorischen und archaischen Transformationsprozessen im Mensch-Umwelt-Wirkungsfeld ist er ein Element des Forschungsschwerpunktes SECC (Socio-Environmental-Cultural Change) der CAU Kiel, in dem die komplexen Zusammenhänge, Muster und Folgen menschlicher Aktion und veränderter Umwelt erforscht werden.
 
 
 

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