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Archäologie Online Newsletter 05/2026

13.03.2026

 

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Nachrichten

Grabräuber ließen hochwertige Holzobjekte zurück
Birkenrindenstreifen mit Abbildung eines Hengstes

Neue Erkenntnisse zur keltischen Grabkammer in Riedlingen – Beigaben liefern wichtige Informationen zum Status des Toten

Archäologinnen und Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart haben die im Jahr 2023 bei Riedlingen entdeckte keltische Grabkammer näher untersucht. Obwohl diese bereits in der Antike beraubt worden war, konnten im Schacht der Grabräuber einmalige Funde gesichert und ausgewertet werden.

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Archäologischer Rekord: Mehr als 43.000 beschriftete Tonscherben in Athribis entdeckt
Tonscherbe mit Zeichnung einer Spitzmaus

Athribis ist ergiebigster Fundort altägyptischer Ostraka – Beschriftete Tonscherben eröffnen Einblicke in den Alltag über ein Jahrtausend hinweg

In Athribis in Oberägypten ist der bislang umfangreichste Fund beschrifteter Tonscherben weltweit dokumentiert worden. Mehr als 43.000 Ostraka wurden im Rahmen der gemeinsamen archäologischen Mission der Universität Tübingen und des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer (MoTA) zwischen 2005 und 2026 geborgen – über 42.000 davon allein in den vergangenen acht Jahren. Ostraka sind Tonscherben, die in der Antike als Schreibmaterial genutzt wurden, meist für kurze und alltägliche Notizen, Abrechnungen, Listen oder Übungstexte. Damit übertrifft Athribis den bis dahin ergiebigsten Fundort für Ostraka, Deir el-Medina, ein ehemaliges Arbeiterdorf im Tal der Könige.

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Neue Erkenntnisse zur Wallburg Bruchhauser Steine im Hochsauerlandkreis
Funde vom Feldstein

2025 führten Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Ausgrabungen auf der Wallburg Bruchhauser Steine (Hochsauerlandkreis) durch. Die Ergebnisse liegen jetzt vor: Sorgsam formierte eiserne Beilklingen und speziell abgebauter Quarz lassen auf Kulthandlungen der Eisenzeit vor über 2.000 Jahren schließen.

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Röntgenblick ins Mittelalter: Älteste Synagoge der Stadt vermessen
Rothenburger Synagoge (Rekonstruktion)

Grundriss der ersten Synagoge Rothenburgs per Bodenradar erfasst – Dimensionen belegen herausragende Bedeutung der jüdischen Gemeinde im Hoch- und Spätmittelalter

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Der 3300 Jahre alte Goldhortfund von Gessel wird umfassend untersucht
Goldhort von Gessel

Völlig unerwartet kam der Goldhortfund von Gessel im Jahr 2011 auf einer Ausgrabung im Landkreis Diepholz ans Tageslicht. Mit einem Gewicht von 1,7 kg gehört die aus 117 Teilen bestehende Entdeckung zu den größten jemals gefundenen Goldhorten der Bronzezeit in Europa. 15 Jahre nach der Auffindung werden die sensationellen Funde und das Umfeld des Fundortes mit finanzieller Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft von einem interdisziplinären Team des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege (NLD), des Landesmuseums Hannover sowie der Universitäten Göttingen und Kiel nun erstmals umfassend untersucht.

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Älteste Siedlung Rödinghausens entdeckt
Ausgrabung einer Pfostengrube

Ein Ausgrabungsteam begleitet vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) erforscht zurzeit die älteste Siedlung Rödinghausens im Kreis Herford. Ein fünfköpfiges Team hat bereits die Spuren mehrerer Gruben und ehemalige Pfostenlöcher von Holzhäusern aus dem 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr. freigelegt.

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Alter, Krankheit oder beides? Ein neuer Blick in die Vergangenheit
Knochenuntersuchung im Osteologie-Labor

Ernährung, Krankheiten, Unfälle, körperliche Aktivität und Arbeit – vieles, was wir Menschen tun oder erleben, hinterlässt Spuren in unserem Skelett. Diese Spuren können auch Jahrtausende nach dem Tod noch faszinierende Einblicke in das individuelle Leben und die Krankheitsgeschichte eines Menschen, aber auch in die Entwicklung ganzer Gesellschaften, gewähren.

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Kein plötzlicher Umbruch: Forschende erzählen die lange Geschichte der Steinzeit neu
Umhlatuzana Rosk Shelter

Wie lebten Menschen vor 50.000 Jahren – und wie veränderte sich ihr Alltag? Eine internationale Studie aus Südafrika mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zeigt: Der Übergang vom Middle Stone Age zum Later Stone Age war kein abrupter kultureller Umbruch. Vielmehr handelte es sich um einen über Jahrtausende andauernden, regional unterschiedlichen Wandel von Technologie, Mobilität und Ressourcennutzung.

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Mit Blumen geschmückt? Pollenuntersuchungen entschlüsseln vergangene Beigaben im Grab der Schamanin von Bad Dürrenberg
Pollen aus dem mesolithischen Grab von Bad Dürrenberg

Das etwa 9.000 Jahre alte Grab der Schamanin von Bad Dürrenberg (Saalekreis) ist einer der spektakulärsten Befunde der mitteleuropäischen Archäologie. Bereits 1934 unter großem Zeitdruck ausgegraben, konnten bei Nachuntersuchungen am Fundort ab 2019 Reste der Grabgrube gesichert und als Block geborgen unter Laborbedingungen untersucht werden. Pollenuntersuchungen lassen nun vermuten, dass der Bestatteten Blütenpflanzen mit ins Grab gegeben wurden. Die Blühzeiträume der im Kopfbereich nachgewiesenen Pflanzen verweisen möglicherweise auf eine Bestattung im Juli.

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Außergewöhnliche Bestattungen aus Sachsen-Anhalt gewähren Einblick in Leben und Tod in der Bronzezeit
Ausgrabungen bei Esperstedt (Arbeitsfoto)

Ein internationales Forschungsteam rekonstruiert, wie Menschen in einer von Veränderungen geprägten Zeit lebten.

Wie lebten die Menschen in Mitteleuropa während der späten Bronzezeit? Eine neue Studie enthüllt überraschende Einblicke: Von genetischer Kontinuität über flexible Ernährungsgewohnheiten bis hin zu vielfältigen Bestattungsriten – die Gemeinschaften der Urnenfelderzeit waren anpassungsfähiger, als lange angenommen. Die Analyse alter DNA und Isotope zeigt, wie Tradition und Innovation Hand in Hand gingen.

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Archäologischer Fund in Hüllhorst: Über 2.500 Jahre alte Siedlung aus der vorrömischen Eisenzeit entdeckt
Ausgrabung in Hüllhorst

In Hüllhorst entdeckten Archäologen eine über 2.500 Jahre alte Siedlung aus der vorrömischen Eisenzeit. Die seltenen Hausgrundrisse und Funde wie Henkeltassen und Töpfe bieten neue Einblicke in das Leben dieser Epoche. Der Fund wurde bei Bauvorbereitungen für ein Feuerwehrgerätehaus gemacht und zeigt die Bedeutung frühzeitiger archäologischer Untersuchungen.

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Kurz notiert

Limes on tour: Mobiles Informationszentrum zum römischen Welterbe eröffnet
Eröffnung des mobilen Limes-Informationszentrums

Rot, rechteckig, gläsern und rundum informativ: Das neue Welterbe-Informationszentrum zum Niedergermanischen Limes ist eröffnet. Der stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, LVR-Kulturdezernentin Dr. Corinna Franz und Landesarchäologe Dr. Erich Claßen weihten kürzlich das Infozentrum ein und präsentierten es erstmals der Öffentlichkeit. Künftig soll der Info-Container abwechselnd an den verschiedenen Welterbe-Plätzen des Niedergermanischen Limes im Rheinland über das UNESCO-Welterbe informieren.

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Schatzregal macht Bayerns Geschichte regional erlebbar

Städte und Gemeinden können ab sofort Eigentum an archäologischen Funden digital beim Freistaat beantragen.

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Neu in der Mediathek

Podcast
Das Schwert – Geschichte einer ikonischen Waffe - Epochentrotter

Kaum ein Objekt prägt unsere Vorstellung von Geschichte so stark wie das Schwert. Hinter Klinge und Mythos verbirgt sich eine vielschichtige Geschichte aus Handwerk, Technik, Symbolik und gesellschaftlicher Bedeutung – von frühen Hochkulturen bis in die Neuzeit. Der Archäologe Florian Messner ordnet als fachkundiger Experte archäologische Funde, Schmiedekunst und Materialfragen ein und beleuchtet rituelle wie militärische Funktionen. Eine Reise durch Epochen, Bedeutungswandel und Legenden.

Podcast anhören (Dauer: 46:58)
 
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Neue Einträge im Guide

  • Arkæologi i Slesvig / Archäologie in Schleswig
    Beim dänisch-deutschen Symposium „Arkæologi i Slesvig/Archäologie in Schleswig” werden archäologische Themen von der Steinzeit bis zur Gegenwart in den Grenzen des alten Herzogtums Schleswig bzw. der heutigen Region Sønderjylland wissenschaftlich beleuchtet. Bei der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung werden aktuelle Ausgrabungen und Forschungsprobleme vorgestellt und diskutiert. Die Beiträge werden anschließend in deutscher und dänischer Sprache veröffentlicht und können ab dem Jahrgang 2012 als PDF heruntergeladen werden.
  • Cambridge air photos
    Auf der Homepage cambridgeairphotos.com wird die Cambridge University Collection of Aerial Photography (CUCAP) präsentiert. Die Sammlung, die seit 1947 durch den Pionier J. K. St. Joseph begründet wurde, umfasst annähernd 500.000 Luftbilder in Schwarz-Weiß, Farbe und Infrarot. Die Nutzungsbereiche reichen von Archäologie und Geologie über Sozialgeschichte und Umweltfragen bis hin zu Rechtsstreitigkeiten und Stadtplanung. Über 450.000 georeferenzierte Standorte lassen sich auf einer interaktiven Karte erkunden, die durch eine Themen- und Schlagwortsuche ergänzt wird. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem Küstenlinien, das vorgeschichtliche Britannien, Verkehrsnetze, Burgen sowie Industriebrachen. Mittelauflösende Digitalisate stehen über die Cambridge University Digital Library unter einer Creative-Commons-Lizenz zum Download bereit.
  • Arkæologi Haderslev - Museum Sønderjylland
    Das Archäologische Museum Sønderjylland (Arkæologi Haderslev) mit Sitz in Haderslev (Süddänemark) stellt auf seiner Website die prähistorische Geschichte Südschleswigs von der Steinzeit bis ins Mittelalter vor. Zu den Kernstücken der Ausstellung zählen bedeutende Funde wie das Grab der Skrydstrup-Frau aus der Bronzezeit und Waffenopfer aus dem Ejsbøl-Moor. Das Museum führt jährlich mehr als 40 Ausgrabungen durch und betreut rund 2.200 Bodendenkmäler in Sønderjylland sowie in den Kommunen Kolding und Fredericia. Auf der Homepage werden die Aktivitäten und Programme des Museums vorgestellt.
  • Global Perspectives on British Archaeology: East Anglian heritage in an international context
    Das Projekt »Global Perspectives on British Archaeology« des Sainsbury Institute der University of East Anglia setzt sich mit englischem Kulturerbe im internationalen Kontext auseinander. Im Mittelpunkt stehen sechs archäologische Schlüsselstätten: die paläolithischen Fußabdrücke in Happisburgh, die neolithischen Feuersteingruben von Grimes Graves, die Bronzezeitlandschaft von Flag Fen, die römische Stadt Caistor, das angelsächsische Hügelgrab Sutton Hoo und das mittelalterliche Norwich. Digitale Animationen und ein virtueller „Archaeoglobe” ermöglichen dabei internationale Vergleiche und erschließen Verbindungen.
  • Brasilianische Archäologie
    Die vom Museu Nacional in Brasilien erstellte Online-Ausstellung auf Google Arts & Culture widmet sich der prähistorischen Marajoara-Kultur, die im Amazonasdelta eine bemerkenswerte soziale Komplexität entwickelte. Im Mittelpunkt steht ihre Keramik, darunter zeremoniell genutzte Gefäße, Urnen und anthropomorphe Objekte, die mit geometrischen Motiven und Tierdarstellungen des Regenwalds verziert sind. Ergänzend wird die Santarém-Kultur am unteren Tapajós vorgestellt, die für ihre naturalistischen Tier-Applikationen bekannt ist. Die Ausstellung verbindet archäologische Objektbeschreibungen mit ikonografischen Deutungen indigener Symbolsysteme.
  • Projekt W.A.L.D.
    Das Blog »Projekt W.A.L.D.« begleitet eine interdisziplinäre Forschergruppe, die sich mit der Waldgeschichte der Oberpfalz vom Mittelalter bis in die Neuzeit befasst. Im Zentrum steht das Wechselverhältnis von menschlicher Nutzung und waldökologischen Veränderungen, wobei historisch-archäologische, ökologische und sozialwissenschaftliche Perspektiven miteinander verknüpft werden.
  • Immemorial time: archeology photography in Mexiko
    Die Online-Ausstellung »Immemorial time: archeology photography« der Fundación Televisa auf Google Arts & Culture widmet sich der fotografischen Dokumentation präkolumbianischer Stätten Mexikos. Im Mittelpunkt steht das umfangreiche Foto-Archiv der Stiftung, das Aufnahmen von Reisenden des 19. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Künstlern vereint. Bedeutende Monumente wie die Pyramide der Sonne in Teotihuacán oder der Tempel des Kukulcán in Chichén Itzá werden ebenso thematisiert wie Steinmasken, Friese und Skulpturen. Ergänzend zeigt die Story, wie präkolumbianische Motive in Film, Werbung und Kunstfotografie rezipiert wurden. Die Ausstellung basiert auf einer Bildauswahl zum Thema archäologische Fotografie, die 2016 in der Zona Maco in Mexiko-Stadt präsentiert wurde.
  • Globalising Archaeology: Producing Tools in the Neolithic
    Die auf Google Arts & Culture veröffentlichte Onlineausstellung „Globalising Archaeology: Producing Tools in the Neolithic” widmet sich „Grime's Graves”, einer neolithischen Feuersteinmine in England. Ausgrabungen in dieser Stätte liefern Einblicke in den Alltag der prähistorischen Bergbaugemeinschaft. Thematisiert werden das Abbauen und Bearbeiten von Feuerstein sowie der internationale Vergleich: Im Jahr 2016 wurde eine Partnerschaft mit der japanischen Hoshikuso-Obsidianmine eingegangen, um Parallelen in der neolithischen Werkzeugproduktion zu erforschen. Die Ausstellung wurde im Auftrag von English Heritage erstellt.
 
 
 

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