- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
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- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
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- 1.2: Fundpunkt.
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Von A bis Z

KV 32
Während der Kampagne 2000/2001 wurde nicht nur die Stelle des Zusammenstosses zwischen KV 32 und KV 47 untersucht, sondern auch KV 32 selber ausgraben. Dessen Eingang liegt im Vergleich zu demjenigen von KV 47 sozusagen über dem Berg, etwa dort, wo der Aufstieg zum Grab Thutmosis' III. beginnt. In KV 32 hatte 1898 bereits Victor Loret gegraben. Der Treppenabgang von Korridor A ist äusserst steil und zerstört, so dass der Zugang eine recht anstrengende Kletterei ist. Es folgen drei Korridore, B bis D, von denen C auch recht steil ist, und dann der Sarkophagraum J. Er weist einen Pfeiler auf. Vom Sarkophagraum J ist links ein Nebenraum Ja zu betreten. Von diesem aus geht rechts die Verbindung zu dem Grab Siptahs (KV 47) ab.
Für wen das undekorierte Grab angelegt wurde, war bisher unklar. Während der Kampagne 2001/2002 sind Funde zum Vorschein gekommen, die eine Königsmutter namens Tiaa nennen. Sie ist bekannt als Gemahlin Amenophis' II. und Mutter Thutmosis' IV. Ausgrabungen zu Beginn des 20. Jhs. im erwähnten Grab Siptahs (KV 47), die ebenfalls Fragmente mit diesem Namen zutage brachten, wurden - fälschlich, wie sich jetzt gezeigt hat - der Mutter Siptahs zugeschrieben. Der Grund für den Fundort dieser Fragmente ist, dass sie aus KV 32 durch Regenwasser in das Grab Siptahs geschwemmt wurden.
Das Grab Ramses' X. (KV 18)
Das Grab Ramses' X. (1109-1105 v.Chr.) im Tal der Könige von Theben (Luxor) ist bisher nicht wissenschaftlich publiziert worden. Ramses X. regierte nur kurz (1107-1103 v.Chr.), sein Grab blieb unvollendet, der König war nie in dem für ihn vorgesehenen Grab bestattet worden. Das Felsgrab wurde im Laufe der Zeit weitgehend mit Schutt verfüllt, der durch Regenfälle eingeschwemmt wurde. Zudem versperrte eine moderne Mauer den hinteren Teil des Grabes, und im vorderen Teil wurden zu Beginn des 20. Jhs. Elektroapparate installiert, die einige Gräber des Tals der Könige ertsmals mit künstlichem Licht versahen.
Das Grab wurde in zwei Kampagnen von 1998-2000 vollständig ausgegraben und dokumentiert. Die nun vorliegende Publikation des Grabes Ramses' X. bietet zusammen mit Plänen, Zeichnungen und Photographien eine Beschreibung der Architektur, der Dekoration und der Funde sowie eine historische Abhandlung über die Person Ramses' X., die anhand des Tagebuches der Nekropolenarbeiter das Geschehen im Tal der Könige nachzeichnet und eine mögliche Antwort auf die Frage gibt, wo Ramses X. tatsächlich bestattet worden sein könnte.
Das bisher für Touristen nicht zugängliche Grab - zwischen dem Grab Sethos' I. (KV 17) und der sog. embalming cache Tutanchamuns (KV 54) gelegen - war durch dreissig von Regenfällen verursachte Einschwemmschichten weitgehend verfüllt. Die moderne Mauer und die Verfüllung in Korridor C wurden während der ersten Kampagne (1998/1999) entfernt; dahinter endet der unfertige Korridor C, indem der noch nicht vollständig abgebaute Fels in Stufen ansteigt. Der Befund lässt Schlüsse auf das Werkverfahren zu. Unmittelbar hinter dem Türdurchgang zu Korridor C wurde ein Teil der Verfüllung als Profil stehen gelassen; an ihm sind zweiundzwanzig Schichten erkennbar.
Eine Besonderheit des Grabes Ramses' X. stellen die elektrischen Installationen dar. Sie ermöglichten erstmals, die besuchenswerten Pharaonengräber im Tal der Könige durch künstliches Licht zu erhellen. Dies bedeutete einen Riesenfortschritt, nicht nur für den schon damals boomenden Tourismus, sondern auch für die Ägyptologie, hat doch die elektrische Beleuchtung bei der Entdeckung des Grabes Tutanchamuns im Jahre 1922 eine bedeutende Rolle gespielt (wie in Carters Bericht nachzulesen ist).
Die elektrischen Installationen wurden während der Kampagne 2001/2002 von einem Elektroingenieur, Dr. Erwin Alzinger, untersucht und teilweise ergänzt. Hier sein zusammenfassender Bericht:
»Für die Beleuchtung von sechs Gräbern im Tal der Könige wurde bereits im Jahre 1902 ein kleines Kraftwerk im unvollendeten Grab Ramses' X. (KV 18) eingerichtet. Diese Ausrüstung wurde vom Ingenieur M. Zimmerman projektiert und von der AEG Berlin geliefert. Im Jahre 1925 bemühte sich Howard Carter um eine Verbesserung der elektrischen Anlage. Die Erneuerung dauerte aber bis etwa 1936, als die heute noch vorhandene Schalttafel für den Parallelbetrieb von zwei Generatoren von Thomas Cook & Son in Kairo geliefert wurde. Diese Anlage war bis etwa 1972 in Betrieb. Seit dieser Zeit wurden viele Bestandteile entfernt. Die noch vorhandenen Teile wurden registriert und beschrieben. Die Schalttafel konnte bereits teilweise restauriert werden.«
Die Eingangsszene auf dem Architrav der Grabfassade zeigt die Sonnenscheibe mit der Darstellung von Skarabäus und widderköpfigem Gott, flankiert von je einer Figur des knienden Königs und den stehenden Göttinnen Isis (links) und Nephthys (rechts). Der stark verschmutzte Architrav wurde bisher teilweise gereinigt.
Das in unmittelbarer Nähe des Grabeinganges gefundene Kalkstein-Ostrakon ist von besonderem Interesse, da es wahrscheinlich eine partielle Skizze oder Vorzeichnung dieser Architrav-Szene ist.
In der Umgebung des Grabes Ramses' X. wurden Arbeiterhütten und Objekte aus dem Grab Sethos' I. (KV 17) entdeckt.






