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Musikarchäologie - eine Einführung

24.10.2000
Bronzezeitliche Lure (Abb. m. freundl. Genehmigung der Autorin)
Bronzezeitliche Lure (Abb. m. freundl. Genehmigung der Autorin)

Die Musikarchäologie befaßt sich mit der Erforschung vor- und frühgeschichtlicher Zeugnisse der Musik und des Musiklebens in den Kulturen der Welt. Für vorgeschichtliche Epochen bezieht man musikalische Nachweise ausschließlich aus Bodenurkunden (Archaeologica), in frühgeschichtlichen kommen schriftliche Aussagen über die Musik hinzu. Musiknotationen erscheinen spät, vereinzelt und teils bruchstückhaft.

Archäologische Funde, vor- und frühgeschichtliche Instrumente oder ihre Überreste wurden bisher regional wie zeitlich eher zufällig geortet. Wenn sie Ergebnisse gezielter Grabungen waren, konnten sie von Archäologen datiert werden. Häufig ermöglichte der Fundkontext Rückschlüsse über die Bedeutung der Klangwerkzeuge für die versunkenen Kulturen, wenn es sich z.B. um Schatz- bzw. Hort-, Siedlungs-, Grab- oder Lesefunde handelte. Voraussetzung war allerdings, daß die Objekte als Schallgeräte erkannt wurden. Dies war häufig nicht der Fall, und so wanderten die Stücke unerkannt ins Museum. Hier setzt nun die Arbeit des Musikarchäologen ein: er identifiziert und klassifiziert das Artefakt, vermißt und beschreibt es. Im günstigsten Fall ist das vormals klingende Objekt spielbar, doch gehen alle Bemühungen dahin, ein Replikat anzufertigen, das dann auf Klangqualitäten hin weiter untersucht werden kann.