Aktuelles aus der Archäologie

Nachrichten

Projekt "CuTAWAY" untersucht archäologische Holzfunde mit DendroCT-Verfahren

Projektleiterin Dr. Ingrid Stelzner restauriert ein steinzeitliches Rad aus dem Archäologischen Landesmuseum Konstanz

Archäologische Holzfunde zu konservieren und gleichzeitig verwertbare Informationen für deren Datierung zu erhalten ist ein kompliziertes Unterfangen: Das Objekt nach der Bergung vor Mikroorganismen zu schützen und vor dem schnellen Verfall zu bewahren, ist ein Wettlauf gegen die Zeit und wird mit Hilfe von gängigen konservatorischen Maßnahmen erreicht. Bisher erfolgte die Altersbestimmung von Holzobjekten meist durch das Verfahren der dendrochronologischen Datierung, wobei bei dieser Methode allerdings ein Eingriff in die Substanz der Objekte erforderlich ist. Das interdisziplinäre Projekt "CuTAWAY – Konservierungs- und Materialanalyse von archäologischem Holz" geht nun der Frage nach, welche Verfahren am besten geeignet sind, die seltenen Holzobjekte zu stabilisieren und erprobt die zerstörungsfreie Datierung der Objekte anhand computertomographischer Untersuchungen (DendroCT).

Der Homo heidelbergensis war ein Jäger und Sammler, der tierische und pflanzliche Nahrung zu sich nahm

Archäologische Funde nahe Canterbury, Kent (England), bestätigen, dass sich bereits vor etwa 560.000 bis 620.000 Jahren Menschen im Süden Großbritanniens aufgehalten haben. Einhundert Jahre, nachdem dort erstmals Steinwerkzeuge entdeckt wurden, führten nun weitere Ausgrabungsarbeiten und die radiometrische Datierung der Funde zum Durchbruch. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der University of Cambridge konnte belegen, dass Homo heidelbergensis, ein Vorfahre des Neandertalers, damals das südliche Britannien – als es noch mit Europa verbunden war – bewohnte und schon zu diesem frühen Zeitpunkt Tierhäute be- und verarbeitet hat.

Forschung
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Grabungsleiterin Dr. Eva Manz präsentiert die ersten archäologischen Nachweise aus der Frühzeit der Kaufmannsiedlung

Da, wo sich im Mittelalter die Kaufmannssiedlung Radewig, heute Herford, befand, soll nun auf über 3.000 Quadratmetern dieses Stadtquartier weiterentwickelt werden. Aus schriftlichen Quellen ist einiges bekannt über diesen Teil der Keimzelle der späteren Hansestadt, allerdings wurde dieses Wissen bisher kaum durch archäologische Funde gestützt. Die derzeit ersten großflächigen archäologischen Untersuchungen, die der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) begleitet, lassen tief in die Herforder Stadtgeschichte blicken. Zwischen Kirchgasse, Löhrstraße und Janup entdeckte das Ausgrabungsteam jetzt erstmals die Ursprünge der Siedlung Radewig, die mindestens bis ins 10. und 11. Jahrhundert zurückreichen.

Ausgrabungen
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Gesichtsrekonstruktionen

1.700 Jahre altes Genom entschlüsselt

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Wien und des Ulsan National Institute of Science and Technology hat in Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum von Korea erfolgreich das gesamte Genom von acht 1.700 Jahre alten Individuen aus der Drei-Königreiche-Zeit (ca. 57 v. Chr. – 668 n. Chr.) in Korea sequenziert und untersucht. Die ersten veröffentlichten Genome aus dieser Zeit in Korea liefern wichtige Informationen für das Verständnis der koreanischen Bevölkerungsgeschichte.

Aus aller Welt
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Stalagmit H12 aus der Hoti-Höhle

Extreme Trockenheit hat zum Niedergang des antiken südarabischen Königreichs Himyar beigetragen. In Kombination mit politischen Unruhen und Krieg hinterliessen die Dürren eine zerrüttete Region und begünstigten so die Ausbreitung des neu aufkommenden Islam auf der arabischen Halbinsel. Das berichten Forschende der Universität Basel im Fachjournal »Science«.

Naher Osten
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Kurz notiert

Umbenennung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte

Das Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena wird neu ausgerichtet

Neuer Forschungsschwerpunkt im Bereich der Geoanthropologie

Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena im Zuge der wissenschaftlichen Neuausrichtung in "Max-Planck-Institut für Geoanthropologie" umzubenennen. Das wissenschaftliche Konzept für die Geoanthropologie, welchem alle drei Sektionen der Max-Planck-Gesellschaft in ihren Sitzungen bereits im Oktober 2020 zugestimmt hatten, wurde maßgeblich von Jürgen Renn, Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin entwickelt. Renn wird daher auch als Direktor an das Institut bestellt/berufen, um die Umsetzung des Konzepts voranzutreiben.

Ausgrabung in Basel
Umfangreiche Rettungsgrabungen in Basel
Aktuell ist die Archäologische Bodenforschung der Stadt Basel mit mehreren gleichzeitig laufenden Rettungsgrabungen stark ausgelastet. Wegen des Ausbaus klimafreundlicher Fernwärme durch den kantonalen Energieversorger IWB in den Altstadtzonen von Gross- und Kleinbasel sowie den Vorstädten werden im Vorfeld der Arbeiten über weite Strecken große Rettungsgrabungen mit drei jeweils um die zehn Personen umfassenden Teams notwendig. Read more
| Ausgrabungen
Mit der App im Museum
Die Welt in acht Museen per Handy-Spiel erkunden

Leibniz-Forschungsmuseen präsentieren gemeinsame App

Seit Anfang dieser Woche können Besucherinnen und Besucher die acht Leibniz-Forschungsmuseen in Berlin, Bochum, Bonn, Bremerhaven, Frankfurt am Main, Nürnberg, Mainz und München mit der App »twiddle – the museum riddle« entdecken. Die kostenlose Spiel-App ist für Android-Smartphones und iPhones verfügbar. Read more
| Museen & Ausstellungen
Die Porta Nigra in Trier
Stadtkataster-Projekt in Trier soll kulturelles Erbe systematisch erheben
Mit dem Projekt "Archäologischen Stadtkataster Trier" soll das bedeutende kulturelle Erbe der Stadt systematisch erhoben, gebündelt und ausgewertet werden, um eine Planungsgrundlage für die weitere Innenstadtentwicklung zu erhalten. Read more
| Kulturerbe
Augmented Reality App
3D-Animationen im LWL-Museum für Archäologie ausgezeichnet
Preisverdächtig zeigten sich die 3D-Animationen im Museum für Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Herne mit gleich zwei Nominierungen beim internationalen Medien-Festival »Artefacta« in Düsseldorf. Am Ende wurden sowohl die holografischen Vitrinen mit Animationen alter Handwerkskunst als auch die App »Geister der Vergangenheit« prämiert. Beide Digitalprojekte sind dauerhaft in der Ausstellung des LWL-Archäologiemuseums zu erleben. Read more
| Museen & Ausstellungen
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Zu den spektakulären Highlights der Ausstellung gehören das exzeptionelle »Grab der Silberhände« aus der Osteria-Nekropole und das »Grab des [...] More

21.05.2022 - 03.07.2022   Berlin
Klangbilder – Musik im Alten Ägypten

m Fokus der Ausstellung stehen die originalen Musikinstrumente, die in vier Hauptgruppen zu unterscheiden sind: Idiophone (Selbstklinger), [...] More

08.06.2022 - 03.07.2022   Brandenburg
Sonderpräsentation Goldmünzenschatz

Erst im Jahr 2025 wird der Münzhort im Rahmen einer geplanten Sonderausstellung, die erstmals sämtliche Funde aus keltischem Kontext im Land [...] More