Aktuelles aus der Archäologie

Nachrichten

Ein neuer Gebäudebefund beim "Königsgrab" von Seddin

Grubenbefund mit spätbronzezeitlicher Keramik

Gebäude in der jüngeren Bronzezeit sind – in allen Regionen und Hausbaulandschaften – immer langrechteckig gebaut. Nicht so in Seddin: Der im September 2026 freigelegte Grundriss besitzt Abmessungen von 10,6 m in Nord-Süd und 11,4 m in West-Ost-Ausrichtung. Er ist damit annähernd quadratisch und übertrifft in der Breite sogar die "Halle des Königs".

Grabungsschnitt durch eine Schachtpinge

Wie alt ist der Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet tatsächlich? Und wie entwickelte sich der Bergbau von einfachen Gruben und Schächten zum komplexen Stollenbau? Diesen Fragen geht eine Forschungskooperation aus Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Deutschem Bergbau-Museum Bochum und GeoPark Ruhrgebiet seit 2025 in Sprockhövel-Haßlinghausen (Ennepe-Ruhr-Kreis) nach. Die Fachleute entdeckten einen bislang unbekannten Stollen mit 130 Metern Länge.

Ausgrabungen
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Fragment eines Kästchens aus der Zeit um 1000 n.Chr.

In den Jahren 2020 bis 2023 erbrachten archäologische Forschungsgrabungen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt auf der Anhöhe ›Kleine Klaus‹ bei Lutherstadt Eisleben Spuren der verschollenen ottonischen Königspfalz Helfta. Mit der vor 969 durch Otto den Großen gegründeten Radegundiskirche und dem aus derselben Zeit stammenden Palast konnten 2021/22 die zentralen Bauten des einstigen mittelalterlichen Herrschaftsortes identifiziert werden. Derzeit werden die archäologischen Untersuchungen fortgesetzt. Sie erbrachten bereits zahlreiche aussagekräftige Funde und Befunde zur Ausgestaltung der Anlage und zum Leben in der ottonischen Pfalz, aber auch der hoch- bis spätmittelalterlichen Burg der Familie von Hackeborn, die sich später hier erhob.

Ausgrabungen
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Gesellschaftliche Dynamiken können sich in der Entwicklung von Keramikstilen abzeichnen: Die Diversität von Verzierungen und Formen ist an den Wandel gesellschaftlicher Komplexität gekoppelt. (Copyright: LEIZA / Michael Ober)

Gesellschaftliche Entwicklungen verlaufen nicht gradlinig – auch nicht im Europa der Jungsteinzeit vor etwa 8.000 bis 4.000 Jahren. Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, haben zwei Wissenschaftler der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine (NASU) und des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA) näher untersucht. Für ihre Analysen entwickelten sie ein mathematisches Modell, das Zusammenhänge zwischen der Größe einer Bevölkerung, ihrer Produktionsleistung und dem Austausch von Informationen aufzeigt. Die Ergebnisse zeigen: Zeitreihen von Keramikfunden können wertvolle Informationen zu sozialen Dynamiken liefern.

Forschung
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Mesolithischer Pfahl aus dem Arendsee

Bereits seit mehreren Jahren führt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt im Arendsee im Norden Sachsen-Anhalts unterwasserarchäologische Untersuchungen durch. In diesem Jahr gelang den Forschern eine sensationelle Entdeckung: gut erhaltene, bis zu 10.500 Jahre alte Hölzer, die von mittelsteinzeitlichen Jägern und Sammlern bearbeitet wurden. Ob es sich um Reste von Wohnbauten oder um gänzlich neue, bisher unbekannte Holzkonstruktionen handelt, ist Gegenstand der laufenden Forschungen.

Funde & Befunde
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Kurz notiert

Archäologische Grabung am Checkpoint Charlie – Bauliche Reste der ehemaligen DDR-Grenzübergangsstelle freigelegt

Ausgrabung am Checkpoint Charlie

Bei Suchgrabungen der Stiftung Berliner Mauer an der Kreuzung zwischen Friedrich- und Zimmerstraße am ehemaligen Checkpoint Charlie wurden mehrere bauliche Überreste der DDR-Grenzübergangsstelle gefunden: Es kamen Spuren der früheren Grenz- und Kontrollanlagen zum Vorschein, darunter Teile der Begrenzungsmauern, Asphaltflächen sowie das Fundament der Führungsstelle der DDR-Grenztruppen aus den Jahren 1985 bis 1989. Zudem wurden Teile einer Fahrzeugsperre freigelegt, die nach der Panzerkonfrontation im Oktober 1961 errichtet wurde.

Johannes Müller am urgeschichtlichen Steinkreis von Callanish auf der Insel Lewis/Schottland (Foto: © privat)
Johannes Müller erhält renommierten Preis der Christiane und Jean Guilaine Stiftung 2026
Am 2. Oktober 2026 hat Johannes Müller, Professor für Prähistorische Archäologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Co-Sprecher des Exzellenzclusters ROOTS, in der Académie des inscriptions et belles-lettres in Paris den renommierten Preis der Christiane und Jean Guilaine Stiftung 2026 erhalten. Die Stiftung ehrt damit seine bahnbrechenden Forschungen zu jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Gesellschaften, die das Verständnis frühmenschlicher Kulturen und ihrer Vernetzung revolutioniert haben. Read more
| Personalia
Dr. Dr. h. c. Margarete van Ess mit dem Deutschen Botschafter Dr. Daniel Krebber
Ein Leben für das Erbe Mesopotamiens: Bundesverdienstkreuz für Margarete van Ess
Am 16. September 2026 hat der deutsche Botschafter Dr. Daniel Krebber der langjährigen Direktorin der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), Dr. Dr. h. c. Margarete van Ess in Bagdad das Bundesverdienstkreuz überreicht. Die Auszeichnung würdigt ihren jahrzehntelangen Einsatz für die Erforschung, den Schutz und den Erhalt des irakischen Kulturerbes, insbesondere in Uruk, sowie ihren Beitrag zur archäologischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und dem Irak. Read more
| Kulturerbe
Prof. Dr. Thomas Kuhn-Treichel
Geschmolzen vor Kummer: Wie die Antike über Gefühle schrieb
Was bedeutet es, wenn eine Figur vor Liebe oder Kummer »schmilzt«? Wie Emotionen in der antiken Literatur dargestellt werden, untersucht Prof. Dr. Thomas Kuhn-Treichel im Rahmen einer Heisenberg-Förderung an der Universität Bonn. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ermöglicht mit dem Heisenberg-Programm Forschenden, hochkarätige Projekte zu verwirklichen und damit ihre wissenschaftliche Reputation weiter zu steigern. Thomas Kuhn-Treichel wird ab Oktober 2026 mit rund 830.000 Euro gefördert. Read more
| Forschung
Große Moschee in Sanaa
Älteste Koranhandschriften werden erstmals analysiert
Insgesamt 929 Koranhandschriften aus dem 7.-11. Jahrhundert nach Christus waren 1973 in der großen Moschee von Sanaa (Jemen) gefunden worden. Forschende der Universität Hamburg und der Staatsbibliothek zu Berlin können jetzt in einem DFG-geförderten Langzeitprojekt die Schriften auf ihre Entstehung und Herstellung hin untersuchen. Dabei kommt auch KI zum Einsatz. Read more
| Kulturerbe
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Durch die Wiederbebauung brachliegender Flächen von geschlossenen, neuzeitlichen Friedhöfen stehen Archäologen mittlerweile immer häufiger vor [...] More

Pfeilspitzen vom Schlachtfeld im Tollensetal

Am Sonnabend, dem 14. November 2026, findet in Wismar die 58. Regionaltagung für Westmecklenburg statt. Als Forum für Ehrenamt, Forschung und [...] More

14.11.2026   Schleswig
Tag der Archäologie 2026