195 Archäologie-Podcasts
Über das eigene Dorf hinaus? Reisen im Mittelalter
Epochentrotter #173
Im Mittelalter verließ kaum jemand das eigene Dorf – so zumindest ein hartnäckiges Klischee. Tatsächlich waren erstaunlich viele Menschen unterwegs: Herrscher zogen mit ihrem Hof durch das Reich, Pilger reisten nach Rom, Santiago oder zu regionalen Wallfahrtsorten, Händler verbanden Märkte und Messen miteinander, und Studenten machten sich auf den Weg zu den wenigen Universitäten Europas. Welche Entfernungen legten sie zurück? Wie funktionierten Reisewege, Nachrichten- und Versorgungsnetze? Und woher wussten Reisende überhaupt, wohin sie gehen mussten? Ein Blick auf mittelalterliche Mobilität zwischen Herrschaft, Handel, Glauben und Wissenstransfer – und auf eine Gesellschaft, die weit beweglicher war, als ihr Ruf vermuten lässt.
Bronzezeit
denkmal.debatten #44
Landesarchäologe Henning Haßmann und Moderator Siebo Heinken sprechen mit dem Lüneburger Bezirksarchäologen Mario Pahlow über die Bronzezeit als prägende Epoche der niedersächsischen Vor- und Frühgeschichte.
Vom Ab- und Auftauchen
DENKMALZEIT #85
Was verbirgt sich unter der Wasseroberfläche unserer Seen, Flüsse und Meere? Zum internationalen Tag des Kulturerbes unter Wasser widmet sich die neue Folge von DENKMALZEIT der Unterwasserarchäologie – und nimmt uns mit auf eine Reise durch Deutschland, von der Ostsee über den Werbellinsee bis zum Bodensee und darüber hinaus in die Schweiz. Im Mittelpunkt steht die dritte Tagung des Arbeitskreises für Unterwasser- und Feuchtbodenarchäologie (AKUFA) in Brandenburg an der Havel. Dort kommen Fachleute, ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger:innen sowie interessierte Sporttaucherinnen und Sporttaucher zusammen, um sich über ihre Arbeit, neue Methoden und aktuelle Herausforderungen auszutauschen. Die Gespräche führte Anne-Marie Graatz.
Eiserne Kunstwerke. Was uns Rüstungen der Tudors und Stuarts erzählen
Epochentrotter #171
Rüstungen waren im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit weit mehr als Schutz aus Stahl: Sie konnten politische Botschaften tragen, religiösen Beistand versprechen und ganze Familiengeschichten erzählen. Der Kunsthistoriker Tristan Schaub zeigt, wie aufwendig gestaltete Harnische zu "eisernen Kunstwerken" wurden. Im Mittelpunkt stehen Heinrich VIII. und sein berühmter Faltenrockharnisch, die dynastische Rüstung Henry Frederick Stuarts und die Pienzenauer Rüstung. Es geht um Heilige und Heraldik, Ätzungen und Vergoldungen, um Rüstungen als Erinnerungsstücke, Stellvertreter ihrer Träger und sogar als eine Art Berührungsreliquie. So eröffnet sich ein neuer Blick auf Objekte, die viel mehr erzählen als nur von Krieg und Kampf.
Karten im Mittelalter. Orientierung und Propaganda auf Pergament
Epochentrotter #172
Wie sah die Welt auf mittelalterlichen Karten aus? Die Gough Map zeigt Großbritannien um 1400 erstaunlich detailliert – allerdings nicht überall gleich genau. Während England von Städten, Flüssen und Verkehrswegen durchzogen ist, wird Schottland zur geografischen Herausforderung. Gemeinsam mit der Mediävistin Lisa Weigelt geht es um mittelalterliche Kartografie, jahrhundertelange Überarbeitungen und die Frage, wie viel Herrschaft, Krieg und Propaganda in einer Landkarte stecken können. Dabei führen die Spuren von König Artus und den Plantagenets bis zu modernen Fantasy-Karten und Dungeons & Dragons.