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Tadmor - Palmyra. Rundgang durch eine antike Stadt

von Marcus G. Meyer - 16.12.2000

Palmyra: Tetrapylon (Foto: M. Meyer)
Palmyra: Tetrapylon (Foto: M. Meyer)

Westlich des Theaters liegt das Kaisareion (Caesareum, Tempel für den Kaiserkult) (8). Der Grundriß zeigt ein Gebäude mit Innenhof, das durch eine Vorhalle von der Großen Säulenstraße her zugänglich ist. An der Straßenseite befand sich ein Portal, dessen Sturz durch steinerne Köpfe und Voluten verziert war. An den Säulen des Innenhofs sind Konsolen angebracht, wie sie in Palmyra nur an öffentlichen Gebäuden aufgefunden wurden, und die Kapitelle zeugen von einer qualitätvollen und sehr aufwendigen Arbeit. Im Gebäude fanden sich eine Reihe von Inschriftensockeln, auf denen kaiserliche Weihungen angebracht sind.
Anhand der Inschriften läßt sich das Bauwerk in die Zeit von 138-161 n. Chr. datieren. Der Haupteingang wurde wohl gegen Ende des 2. Jh. errichtet.

Gegenüber dem Theater lag eines von zwei Nymphaeen. Vor dem Apsidialbau mit Statuennischen befinden sich Treppenstufen, über die das Wasser in Kaskaden in ein halbkreisförmiges Becken floß. Davor stehen auf einer gepflasterten Plattform vier monumentale Säulen.

Nördlich der Agora befindet sich auf einem ovalen Platz der Säulenstraße das Tetrapylon (9). Auf einer abgetreppten Basis stehen vier Sockel, darauf befinden sich je vier Säulen aus rosafarbenem Granit, der aus Assuan in Ägypten stammt. Eine Säule des 1963 wiedererrichteten Bauwerks ist noch antik. Im Innern der vier Säulengruppen standen ursprünglich je eine Statue.

Palmyra: Tempel des Baalshamin (Foto: M. Meyer)
Palmyra: Tempel des Baalshamin (Foto: M. Meyer)
Palmyra: Tempel des Baalshamin (Foto: M. Meyer)
Palmyra: Tempel des Baalshamin (Foto: M. Meyer)

Etwas weiter nordöstlich davon beim Hotel Zenobia befindet sich der Tempel des Baalshamin (19). Es handelte sich um einen Gott phönizischen Ursprungs, der als Beherrscher von Sonne und Mond, ähnlich wie Baal, eine höchste Gottheit verkörperte, die sich in Palmyra erst in römischer Zeit behauptete.

Das Heiligtum erfuhr mehrere Umbauten vom ersten Viertel des 1. Jh. n. Chr. bis um 150 n. Chr. Der älteste Tempel in orientalischer Tradition wurde in einen griechisch-römischen Bautypus umgewandelt. In der letzten Phase befanden sich südlich und nördlich des Tempels zwei säulenumstandene Höfe. Im Inneren des Heiligtums mit einer sechssäuligen Vorhalle ist eine Kultnische installiert, die seitliche Annexräume besitzt.