- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
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- 1.1.13: Syrien.
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- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
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Von A bis Z


- Abb. 4 Kharab Shams (Foto: M. Nick)
Ihre besondere archäologische Bedeutung verdanken die Toten Städte aber nicht allein der Tatsache, daß hier die Siedlungsstruktur einer ganzen antiken Landschaft gut ablesbar erhalten ist, sondern gleichermaßen der Qualität der überlieferten Bauten. Neben Sakralbauten wurden auch Wohn- und Wirtschaftsgebäude einstmals in großer Zahl aus oft qualitätvoll behauenen und mörtellos aufgeschichteten Quadersteinen errichtet. Das Vorherrschen der Steinarchitektur war keineswegs lediglich auf eine entsprechende regionale Bautradition zurückzuführen, sondern vor allem durch den Mangel an alternativen Werkstoffen bedingt. Holz als Baumaterial oder Energielieferant zum Ziegel- oder Kalkbrennen mußte eigens aus größeren Entfernungen herbeigeschafft werden. Die ältere Forschung ging zwar zeitweilig davon aus, daß das Gebiet der Toten Städte einstmals dicht bewaldet gewesen sei, diese Ansicht wurde aber mittlerweile revidiert. Zweifelos kam es gegen Ende der Siedlungsperiode zu erheblichen Erosionsprozessen im Gebiet der Toten Städte, die ursprüngliche Vegetation unterschied sich aber nicht grundsätzlich von der heutigen.
Neben der Qualität der erhaltenen Bauwerke fällt vor allem die Dichte der Sakralbauten auf. Selbst Dörfer, die nur wenige Dutzend Häusern umfaßten, konnten es sich leisten, aufwendige Kirchen zu errichten. Ein Ort wie Kharab Shams verfügte nicht allein über eine dreischiffige Basilika, sondern auch über einen weiteren, einschiffigen Kirchenbau, der vielleicht Teil eines Klosterbezirkes oberhalb der Siedlung war. Die Basilika von Kharab Shams stammt im Kern aus dem 4. Jahrhundert, wobei einige Partien nach einem Erdbeben im 6. Jahrhundert erneuert werden mußten. Die Wände der Seitenschiffe haben sich nicht erhalten, so daß die Konstruktion der Kirche von außen gut erkennenbar ist. Es handelt sich um eine klassische Basilika mit fünfjochigem Langhaus und halbrunder Apsis.
Die fünf Arkaden des Mittelschiffs werden von acht Säulen getragen, wobei sich neben sieben ionischen Kapitellen auch ein vereinzeltes korinthisches findet. Den fünf Mittelschiffarkaden entsprechen zehn halbrunde Fensteröffnungen im Obergaden. Der Apsis war halbkreisförmig, wobei sie zusammen mit den zwei rechteckigen Räumen in den angrenzenden Seitenschiffen nach Außen hin einen geraden Chorabschluss bildete.


