- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
- 1.5: TV-Programm.
- 1.6: Kalender.
- 1.1: Thema.
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- 4: Bibliothek.
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- 6: Forum.
- 7: Club.
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- 9: FAQ.
Von A bis Z

Knochenfragmente erjagter Tiere, teils mit Schnittspuren, sind als Reste der
Jagdbeute des eiszeitlichen Menschen anzusehen, verbrannte Knochenstücke unterstreichen dieses Bild und belegen die Nutzung des Feuers an diesem Platz.
Einige Knochenfragmente konnten 1998 durch M. Schultz, Universität Göttingen, als menschlich bestimmt werden. Sie gehörten zu Rippen, Schienbein, Oberarmknochen, Becken, Halswirbeln, Hand- und Fußknochen. Weiterhin lagen ein kleines Knochenfragment eines linken Oberschenkels und ein Backenzahn vor. Da der rechte Oberarm des Neandertalers vollständig vorhanden ist, müssen sich unter den von uns geborgenen Fragmenten Reste eines bisher unbekannten zweiten menschlichen Individuums befinden. Eine 14C-Analyse durch G. Bonani, Eidgenössisch Technische Hochschule Zürich, ergab für den zweiten rechten Oberarm und das Schienbein ein Alter von etwa 44 000 Jahren. Damit gehören diese Funde zweifelsfrei in die Zeit der Neandertaler.
Der letzte Beweis, dass wir auch die Sedimente aus der Kleinen Feldhofer Grotte wiederentdeckt hatten, gelang am 21. Januar 1999: ein kleines Knochenbruchstück aus unserer Grabung passte exakt an das Kniegelenk des linken Oberschenkels von 1856. Nun war eines klar: wir wollten in einer zweiten Kampagne die Fundstelle großflächiger untersuchen. Dies geschah vom 3. April bis zum 29. September 2000. Aufgrund der Bebauung des Fundareals war die potentielle Grabungsfläche von vornherein beschränkt; wir konnten im Verlauf der Saison dennoch insgesamt 45 m² ausgraben und detailliert dokumentieren. Dabei gelang es, Tausende von Funden aus beiden Höhlenfüllungen zu bergen.
Unter den Menschenresten der aktuellen Grabung konnten bisher Hand- und Fußknochen, Fragmente von Rippen und Wirbeln, Langknochenbruchstücke und ein weiterer Backenzahn identifiziert werden. Neben dem zweiten rechten Oberarm zeugen jetzt Fragmente eines zweiten rechten Schienbeins von einem weiteren Individuum. Höhepunkt war die Entdeckung eines Neandertaler-Gesichtsschädel-Stückes am 26. Juli 2000. Das neue Fundstück passte genau an die Kalotte von 1856, der Neandertaler blickte uns erstmals an.
Die Grabung Neandertal 2000 finanzierte sich aus Zuschüssen und Spenden folgender Institutionen und Privatpersonen:
Deutsche Stiftung Denkmalschutz; Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW; Verlagshaus Gruner und Jahr, Hamburg; Leakey-Foundation, USA; Fam. Hillgruber, Hamburg; H.-W. Bungartz, Jüchen.
Literatur
- FUHLROTT, J. C. 1859: Menschliche Ueberreste aus einer Felsengrotte des Düsselthals. Ein Beitrag zur Frage über die Existenz fossiler Menschen.- Verhandlungen des naturhistorischen Vereines der preussischen Rheinlande und Westphalens 16: 131-153, 1 Taf.
- SCHMITZ, R. W. und THISSEN, J. 2000: Neandertal. Die Geschichte geht weiter.- 327 S.; 116 Abb.; Heidelberg (Spektrum).



