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Erste genetische Analysen am namengebenden Neandertaler und die Wiederentdeckung seiner Fundstelle

24.10.2001
Künstlerfest in der Neanderhöhle.
Künstlerfest in der Neanderhöhle.

Zwischen Mettmann und Erkrath hatte nicht, wie ausländische Kollegen bisweilen annehmen, das Flüsschen Neander im Verlauf von Jahrzehntausenden ein enges Tal in den Kalkfels geschnitten und dabei ein bereits existierendes Höhlensystem geöffnet, sondern die Düssel verschaffte den eiszeitlichen Menschen Zugang zu diesen natürlichen Behausungen.

Die durchweg paarweise gegenüberliegenden Höhlen im sogenannten "Gesteins" trugen Namen wie Teufelskammer, Engelskammer, Neanderhöhle, Feldhofer Kirche, Löwengrube oder Pferdestall, einige kleinere Löcher im Fels blieben namenlos.
Gute Abbildungen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verdanken wir in erster Linie der Düsseldorfer Malerschule, die hier Studien betrieb und Feste feierte.

Ab etwa 1850 setzte sich die Bezeichnung Neandertal durch; sie erinnert an den reformierten Prediger und Kirchenliederdichter Joachim Neander, der im 17. Jh. oft hier verweilte und wohl auch komponierte.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts griff die industrielle Revolution nach den romantischen Felsklippen des Tals, das Zeitgenossen mit der schweizerischen Via Mala auf eine Stufe stellten. Schwarzpulver, später Dynamit verwandelten die Naturschönheit binnen zweier Jahrzehnte in einen öden Steinbruch.

Die in den Höhlen enthaltenen lehmigen Ablagerungen warf man beim Abbau des begehrten Steins als störende Verunreinigungen vor die Klippen in das Tal hinunter.