- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
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- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
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- 1.1.13: Syrien.
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- 1.1.16: Archäologie 2000.
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Von A bis Z

Belastung und Überleben
Für die Neandertaler im Nahen Osten und die Neandertaler allgemein wurde festgestellt, daß sie in ungewöhnlich hohem Grad Entwicklungsstreß-Indikatoren (insbesondere Zahnschmelz-Hypoplasien, die auf Unterbrechungen der Wachstumsperiode schließen lassen) und häufig verheilte traumatische Verletzungen aufweisen. Außerdem erlitt ein Neandertaler des Nahen Ostens, Shanidar 1, eine Reihe ernsthafter traumatischer Verletzungen, die er dennoch für Jahre überlebte. Die Überreste von Qafzeh-Skhul zeigen ebenfalls eine Anzahl pathologischer Veränderungen, aber die Form ist unterschiedlich. Schmelzhypoplasien sind weit weniger gegenwärtig und Traumata sind weniger häufig. Dennoch überlebten zwei immature, von denen eines eine Schädelfraktur und das andere einen angeborenen Wasserkopf hatte, was normalerweise unter den Bedingungen des Mittelpaläolithikums tödlich gewesen wäre. Die Schlußfolgerung ist nun, daß insgesamt der Belastungsgrad unter den spätarchaischen Menschen größer war und daß die Qafzeh-Skhul eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, lebensbedrohliche Anomalien zu überleben. Die Menschen von Qafzeh-Skhul waren, trotz dem gleichen kulturellen System, besser darauf vorbereitet, körperlichen Gebrechen umzugehen. In dieser Hinsicht ähneln sie sehr den menschlichen Gruppen des Jungpaläolithikums.
Zusammenfassung
Diese Übersicht des paläobiologischen und archäologischen Kontextes der Gruppe moderner Menschen von Qafzeh-Skhul beleuchtet eine Reihe von Unterschieden zwischen diesen und den mittelpaläolithischen spätarchaischen Menschen. In jedem der genannten Beispiele ist es die paläobiologische Ausprägung des spätarchaischen Neandertalers, die am besten zum Verhaltensmuster paßt, welches durch die archäologischen Zeugnisse des Mittelpaläolithikums indiziert wird. Gleichzeitig korrespondieren die Veränderungen, die sich in der paläobiologischen Ausprägung der jungpaläolithischen Menschen des Nahen Ostens und Europas zeigen, gut mit den zahlreichen Verhaltenswechseln zwischen dem Mittel- und Jungpaläolithikum und geben so Gewißheit, daß die Übereinstimmung zwischen der Biologie der Neandertaler und dem Mittelpaläolithikum nicht zufällig ist.
In all diesen Vergleichen fallen die Exemplare von Qafzeh-Skhul aus dem Rahmen. Der Mangel an archäologischer Übereinstimmung schließt ihre manuellen Fähigkeiten, die durch die Überreste ihrer Vorderzähne und der oberen Gliedmaßen indiziert wird, ebenso ein wie die Indikatoren für die unterschiedliche juvenile und adulte Beweglichkeit sowie den hohen Grad der Fähigkeit des Überlebens im Kontext mit niedrigen allgemeinen Belastungsgraden. Sie passen nicht dorthin, wo sie sind und doch können sie nicht aus dem Kontext entfernt werden. Sie bleiben eine Anomalie der menschlichen Evolution.
Literatur
- Akazawa, T, Aoki, K. & Bar Yosef, O. (eds.) (1998). Neandertals and Modern Humans in Western Asia. New York: Plenum Press.
- Bar Yosef, O. & Vandermeersch, B. (eds.) (1991). Le Squelette Moustérien de Kébara 2. Paris: Editions du CNRS.
- Tillier, A.M. (1999). Les Enfants Moustériens de Qafzeh. Paris: C.N.R.S. Editions.
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- Trinkaus, E. (1995). Near Eastern late archaic humans. Paléorient 21, 9-23.
- Trinkaus, E. (2000). The "Robusticity Transition" revisited. In: Stringer, C., Barton, R.N.E. & Finlayson, C. (eds.) Neanderthals on the Edge. Oxford: Oxbow Books, pp.227-236.
- Vandermeersch, B. (1981). Les Hommes Fossiles de Qafzeh (Israël). Paris: Editions du C.N.R.S.


