- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
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- 1.4: Aus der Presse.
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Von A bis Z

Die Menge der produzierten Beile ist nur schwer zu ermitteln. Die französischen Forscher errechneten anhand der heute sichtbaren Abbauspuren ein Abbauvolumen von insgesamt 80.000 m3. In dieser Rechnung wurde jedoch nicht berücksichtigt, daß im Laufe der Zeit ein Großteil der Abbauspuren durch geologische Prozesse zugeschüttet wurde. So kann davon ausgegangen werden, daß das ursprüngliche Abbauvolumen um ein Vielfaches höher gelegen haben dürfte.
Auch die Zeitspanne der Abbautätigkeiten bei Plancher-les-Mines ist bei den Abbauen selber aufgrund fehlender Beifunde wie Keramik nicht zu ermitteln. Hier hilft ein Vergleich mit den Siedlungen, in denen Steinbeile aus Plancher-les-Mines gefunden wurden. Dieser Vergleich zeigt auch anschaulich die Bedeutung, die die Steinbrüche besaßen. Im Mittelneolithikum, also in der Zeit zwischen 4500 und 4200 v. Chr. wurden die ersten Beile von Plancher-les-Mines verwendet. Sie beschränkten sich jedoch noch auf einen schmalen Streifen entlang des Südrandes der Vogesen bis in das Rheintal. In der darauffolgenden Periode, zwischen 4200 und 3800 gewann Plancher-les-Mines während der Cortaillod-Kultur seine große Bedeutung und die Beile erreichten ihre größte Ausdehnung. Die Hauptverbreitung reichte im Westen bis an den Rand des Pariser Beckens und im Osten bis zu den Seeufersiedlungen am Bodensee, nach Norden bis in die Gegend nördlich von Colmar und im Süden bis in den Schweizer Jura. Außerhalb dieses Gebietes wurden einzelne Beile noch bis in eine Entfernung von über 300 km um Plancher-les-Mines gefunden. Nach 3600 v.Chr. wurden nur vereinzelt Beile aus dem Tonstein in Siedlungen gefunden, so daß davon auszugehen ist, daß in den Steinbrüchen bei Plancher-les-Mines nur noch eine geringe Abbautätigkeit stattfand, die lediglich für die Versorgung eines regional begrenzten Gebietes bestimmt war. Neben den neuproduzierten Beilen, die jedoch nicht mehr die Größe erreichten, wie in der Blütezeit der Produktion, wurden vielfach auch ältere Beile umgearbeitet. Mit der beginnenden Frühbronzezeit endete der Bergbau bei Plancher-les-Mines.
Rechnet man die sehr große Menge an produzierten Beilen gegen die relativ kurze Zeit, in der der Bergbau bei Plancher-les-Mines boomte, so wird das enorme Ausmaß dieser Aktivitäten klar. Täglich wurden wahrscheinlich mehrere hundert, wenn nicht sogar über tausend Beile hergestellt und verhandelt. In diesem Fall ist es nicht übertrieben in den Abbauspuren einen großen industrieartigen Komplex zu sehen, in dem die Beile fast "am Fließband" hergestellt wurden. Zusätzlich mußten die Bergleute mit den notwendigen Lebensmitteln versorgt werden, was auch einen organisatorischen Aufwand bedeutete.
Literatur
- Jeunesse Christian und Pétrequin, Pierre: La hache de pierre. Paris 1995

