- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
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Von A bis Z

4. Die Verhüttung der Erze
Während die Verhüttung in der Frühen Bronzezeit - nach den wenigen hierzu vorliegenden archäologischen Befunden - noch in bescheidenen Maßstäben und mit einfachen Mitteln in nahegelegenen Siedlungen erfolgte, entwickelte sich in der Mittleren und Späten Bronzezeit eine regelrechte Hüttenindustrie in den Bergbaurevieren, deren Strukturen und Apparate sich im gesamten Ost- und Südalpenraum (Niederösterreich, Steiermark, Salzburg, Nord- und Osttirol, Südtirol, Trentino) zu dieser Zeit sehr ähnlich sind. Hierin spiegelt sich ein weitreichender Technologietransfer in Verbindung mit einer großräumig organisierten, frühindustriellen Kupferproduktion auf hohem technischen Niveau wieder.
Für die Verhüttung von Vorteil, wenn nicht unerlässlich, war es, die schwefel-, arsen- und antimonhaltigen Erze vor dem eigentlichen Schmelzprozess einer Röstung zu unterziehen, in deren Verlauf große Teile der unerwünschten Elemente verbrannt wurden (SO2 etc.). Dieser im offenen Holzfeuer in "Röstbetten" oder "Röststadeln" durchgeführte Vorgang ist - zumindest bei der Verarbeitung von Kupferkieserzen - im archäologischen Befund vielfach nachgewiesen.
Bei den zahlreichen Ausgrabungen auf mittel- bis spätbronzezeitlichen Hüttenplätzen im Ost- und Südalpenraum wurden neben den Röstbetten häufig ganze Ofenbatterien freigelegt. Im Falle der Kupferkiesverhüttung lassen sich durch mineralogisch-chemische Untersuchungen an Schlacken die Schritte des Röstens und des reduzierenden Schmelzens im Ofen unter Bildung von silikatischer Schlacke und Kupferstein (= an Kupfer angereichertes, schwefelhaltiges Zwischenprodukt der Verhüttung) in aller Regel leicht nachvollziehen. Problematischer gestaltet sich dagegen der Nachweis der weiteren Umsetzung des Kupfersteins zum Rohkupfer.
Auf dem einzigen Hüttenplatz im Bergbaurevier von Schwaz/Brixlegg bei Radfeld besteht die Schlackenhalde zum größten Teil aus Schlackensand, der durch mechanisches Zerkleinern von Schlacken und anschließendes Auswaschen entstanden ist. In Folge der Fahlerzverhüttung treten hier in den Schlacken neben Kupferstein vor allem auch Antimon- und Arsenverbindungen in Erscheinung (hüttentechnische Bezeichnung: "Speise"), die unmittelbar aus den Ausgangserzen abzuleiten sind. Dort, wo in den Schlacken metallisches Kupfer in Form von Einschlüssen auftritt, weist dieses, wie zu erwarten, hohe Arsen- und Antimongehalte auf sowie deutliche Spuren an Silber und entspricht damit der Charakteristik von "Fahlerzmetall".



