- 1: Magazin.
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Von A bis Z

Das Prunkstück des Fürstengrabes von Krefeld-Gellep schließlich ist der vergoldete Spangenhelm, dem bereits einmal die hierzulande nicht alltägliche Ehre zuteil wurde, eine Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost zu zieren. Ein solcher Helm bestand aus einem eisernen Reif auf dem Spangen und Platten aus Bronzeblech aufgenietet wurden. Die Außenseiten waren vergoldet und mit eingepunzten Ornamenten verziert. Innen war er mit Leder ausgekleidet und ursprünglich schützte ein nicht mehr erhaltenes eisernes Kettengeflecht den Nacken des Trägers. Mehr als dreißig derartige Helme wurden bislang an verschiedenen Fundorten zwischen Gotland und Nordafrika gefunden. Hergestellt wurden sie aber sehr wahrscheinlich im byzantischen Raum, wo sie ursprünglich zur Ausrüstung von Offizieren der oströmischen Armee gehörten.
War nun der Tote von Grab 1782 wirklich ein »Fürst« ? Die Problematik des Begriffs »Fürstengrab« wurde bereits in der Einleitung angesprochen. Trotz der vorhandenen Schriftquellen stehen wir auch im frühen Mittelalter bei der Interpretation der sogenannten »Fürstengräber« vor einigen Problemen. Zwar kennen wir im Falle von Krefeld-Gellep vielleicht sogar den Namen des Toten, vorausgesetzt eine (fehlerhafte) lateinische Inschrift auf der Bronzekanne des Fürstengrabes bezieht sich tatsächlich auf den Bestatteten: ARPVAR ERAT ELEX VNDIQUE PRE lautet der Spruch auf der Kanne, was etwa als "Arpvar war glücklich und überall hoch angesehen" zu übersetzen ist. Seine gesellschaftliche Stellung kann man dagegen nicht genau bezeichnen. Dies ist allerdings weniger ein archäologisches Problem. Schwierigkeiten bereitet vielmehr der Begriff des »Fürsten«. Der Ausdruck »Fürst« (furisto), beziehungsweise seine lateinische Entsprechung princeps bezeichnen im frühen Mittelalter keine klar umrissene gesellschaftlichen Position. Darüber hinaus änderte der Begriff im Laufe des Mittelalters seinen Inhalt. Wenn man ihn aber in seinem ursprünglichen, recht unspezifischen Sinne - etwa als »Erster«, »Vornehmster« oder »Höchster« - verwendet, so ist von archäologischer Seite dagegen grundsätzlich nichts einzuwenden. Die kostbaren Grabbeigaben sind denen des Grabes des Frankenkönigs Childerich fast ebenbürtig. Dies belegt hinreichend, daß es sich bei dem Toten von Grab 1782 und seiner Familie um Angehörige einer gesellschaftlichen Elite gehandelt hat, die über große Entfernungen hinweg miteinander in engem Kontakt stand.
Den Teilnehmern der Beerdigung des Toten von Grab 1782 wurde diese herausragende Position durch den Anblick des prunkvoll ausgestatteten Leichnams in seiner Grabgrube in aller Deutlichkeit vor Augen geführt. Das Begräbnis des »Fürsten« von Krefeld-Gellep war ein Ereignis, von dem man noch lange gesprochen haben dürfte.
Hubert Fehr M.A.
Freiburg
Literatur
- Pirling, R.: Römer und Franken am Niederrhein (Mainz 1986).
- Pirling, R.: Krefeld-Gellep im Frühmittelalter. In: Die Franken - Wegbereiter Europas. Katalog zur Ausstellung der Reiss-Museums Mannheim, 1 (Mainz 1996) 261-265. [
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