- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.1.1: Phänomen Varusschlacht.
- 1.1.2: Archäoastronomie.
- 1.1.3: Am Rand der keltischen Welt.
- 1.1.4: Das Pferd.
- 1.1.5: Burgenarchäologie im Friaul.
- 1.1.6: Experimentelle Archäologie.
- 1.1.7: Mythos Neandertaler.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
- 1.5: TV-Programm.
- 1.6: Kalender.
- 1.1: Thema.
- 2: Guide.
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- 4: Bibliothek.
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- 6: Forum.
- 7: Club.
- 8: Autoren.
- 9: FAQ.
Von A bis Z

Im Belagerungsfall…
Über einfache Holztreppen geht es im Halbdunkel nach oben. Im darüber liegenden Geschoss dringt noch mal etwas Licht über kleine Schlitzfenster ins Innere. Auf der letzten Ebene wartet wieder eine einziehbare Leiter, über die Ulrico eine offene Plattform erreicht. Im Belagerungsfall bot sich von hier oben zwar noch einmal ein günstiges Schussfeld, quasi war man nun aber in seiner eigenen Burg gefangen: Entweder drohte dann, im schlimmsten Fall, Mord und Totschlag oder nahende Rettung und Vorräte ließen noch auf ein gutes Ende hoffen. Von der offenen Plattform aus schweift Ulricos Blick über das weite Land. Er sieht Wälder und Wiesen, am Rande der Felder kleine strohgedeckte Häuser.

- Blick vom Bergfried auf den Innenhof. Rechts die Kapelle der Burg. (Foto: K. Kilian)
Musik spielt auf
Am frühen Nachmittag, als alle Gäste und der Lehnsherr eingetroffen sind, wird im Burghof eine Messe gelesen. Danach begibt man sich in den festlich geschmückten Rittersaal. Musik spielt auf, der gesellige Teil kann beginnen. Bevor jedoch auf ein Zeichen des Burgherrn aufgetafelt wird, gebietet es die Tischsitte, dass sich alle die Hände waschen. Dazu reichen Diener dem Burg- und dem Lehnsherrn am Tisch eine Kanne, Schüssel und Handtuch. Ulrico wie der Rest der Festgemeinde muss mit einem einfachen Waschbecken vorlieb nehmen. Dann lassen auch sie sich auf den schlichten Holzbänken nieder, die nur an einer Seite der strahlend weißen Tafel aufgereiht sind. Für Ulrico und die meisten Gäste stehen Becher aus Majolika, einer glasierten und reich bemalten Keramik, bereit, die sie sich jeweils mit ihren Tischnachbarn zu teilen haben. Hingegen sind dem Burg- und dem Lehnsherrn Becher aus Waldglas vorbehalten. Als Besteck dienen jedem Messer und Löffel. Finger ersetzen die Gabel, einfache Holzplatten den Teller.
Flinke Mägde reichen kräftige Speisen und Wein
Endlich werden die ersten Speisen und große Krüge mit Wein aufgetragen. Es gibt gebratenes und gekochtes Fleisch von Schwein, Rind und Geflügel. Zur Feier des Tages auch Wild. Dazu reichen flinke Mägde verschiedene, fast schnittfeste Saucen, Gemüse und Brot aus Weizenmehl. Der große Weinkrug, den sich Ulrico mit seiner Tischdame teilt, leert sich zügig, denn die kräftig gewürzten Speisen machen durstig. Gegen Abend lässt der Chefkoch der Burgküche Gewürzkuchen, eingemachte Früchte und Käse servieren.
Im Schein der vielen Fackeln…
Als das Mahl vorüber ist, tragen Diener die leicht zerlegbaren Tische einfach beiseite. Daher die heute noch gebräuchliche Redewendung "die Tafel aufheben." Im Schein der vielen flackernden Kerzen und Fackeln ertönt Musik. Die Jongleure und Gaukler sind eingetroffen. Wenig später spielen fahrende Musikanten zum Tanz. Ulrico sitzt indessen am Kamin und erfreut sich am Wein und dem bunten Treiben.

