15.12.2017 - 20:40:33

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Schwaben im Friaul

Die Familie Auersberg und ihre Ritterburg. Ein Lebensbild

17.1.2005

Die überwiegende Anzahl der deutschen hoch- und spätmittelalterlichen Burgen boten alles andere als Platz für ausschweifende Feste mit Hunderten von Gästen oder gar für Turniere, wie wir sie aus den Heldenepen kennen. Das Leben auf einer Ritterburg war beengt und eintönig, im Winter vor allem düster und kalt. Nicht zu vergleichen mit dem Komfort der größeren und weit aufwendiger erbauten Kaiserpfalzen und Landesfestungen.

Wie lebte es sich auf einer kleinen Adelsburg?

Reisen wir in die Mitte des 14. Jahrhunderts. Tauchen wir ein in eine bewegte und widersprüchliche Zeit und begleiten Ulrico von Auersberg auf die väterliche Burg Cucagna, so, wie sie nach heutigen Erkenntnissen ausgesehen haben könnte.

CAD-Modell der Burg Cucagna und der topographischen Lage. (Rekonstruktion: H. Grönwald)
CAD-Modell der Burg Cucagna und der topographischen Lage. (Rekonstruktion: H. Grönwald)

Schon von weitem wird die Burg Cucagna sichtbar

Schon von weitem wird die Burg Cucagna sichtbar. Große Flächen des steil abfallenden Hügels, auf dem die Burg erbaut wurde, sind abgeholzt und verhindern, dass sich jemand unbemerkt annähern und verbergen kann. Mit der jüngeren Burg Zucco und einem befestigten Stützpunkt am Fuße des Hügels bildet sie eine mächtige fortifikatorische Einheit. Eindrucksvoll und unübersehbar demonstriert die Familie Auersberg damit ihren Einfluss im Lande.

Übersichtsplan der Burg mit den einzelnen Bauphasen. (Plan: H. Grönwald)
Übersichtsplan der Burg mit den einzelnen Bauphasen. (Plan: H. Grönwald)

Beim Abstieg vom Pferd drückt das Kettenhemd

Ulrico und seine Begleiter durchqueren Faedis, ein kleines Dorf, und erreichen den befestigten Stützpunkt am Fuße des Hügels. Ulrico ist erschöpft, beim Abstieg vom Pferd drückt merklich das Kettenhemd unter dem Wappenkleid. Kein Wunder, denn Helm und Rüstung wiegen schwer. Der Knecht hilft ihm, reicht etwas zu trinken und versorgt das Pferd. Es war ein anstrengender Tag: Es galt eine Streiterei zwischen zwei Bauern zu schlichten.