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Die Vorgeschichte Japans – Ein Überblick

22.5.2014
Abb. 1| Karte Japans. Farben und Beschriftungen: M. Furusaki, Konturen: www.craftmap.box-i.net
Abb. 1| Karte Japans. Farben und Beschriftungen: M. Furusaki, Konturen: http://www.craftmap.box-i.net

Die Jômon-Zeit ist eine der wichtigsten Epochen Japans, die auch heute noch in der japanischen Gesellschaft intensiv behandelt wird. Die Entdeckungen und Ergebnisse sind in den Medien ausführlich dokumentiert. Sie überraschten das Publikum, welch hochentwickelte Kultur die Jômon-Zeit darstellt. Aus diesen Gründen wandelte sich die Betrachtung des Images der Kultur von einer primitiven zu einer hochentwickelten Vor- und Frühgeschichtlichen Gesellschaft.

Das heutige Japan besteht aus vier großen Inseln. Im Norden befindet sich die Inselregion Hokkaidô, in der Mitte die Hauptinsel Honshû, im Südwesten die Inselregion Shikoku und im Süden die Inselregion Kyûshû (Abb.1). Gebirge erstrecken sich vom Norden bis in den Süden über ganz Japan, die Küstenlinie bilden Felsenriff- und Sandküsten, zahlreiche Binnenbuchten und Binnenmeere. Zwei Haupt-Meeresströmungen bewegen sich von Norden nach Süden und von Süden nach Norden. Da die japanische Inselkette in den mittleren Breitengraden liegt, weist das Klima deutlich voneinander abgegrenzte Jahreszeiten auf1.

Durch die C14-Datierung ergeben sich die absoluten Datierungen. Die folgenden Datierungen wurden von Makoto SAHARA (1987) erstellt und finden bis heute in der Literatur Verwendung2:

  1. Beginnende Jômon-Zeit (Sôsô-ki):  ca. 12.000 bis 10.000 BP
  2. Früheste Jômon-Zeit (Sô-ki):         ca. 10.000 bis 6.000 BP
  3. Frühjômon-Zeit (Zen-ki):               ca. 6.000 bis 5.000 BP
  4. Mitteljômon-Zeit (Chû-ki):             ca. 5.000 bis 4.000 BP
  5. Spätjômon-Zeit (Kô-ki):                 ca. 4.000 bis 3.000 BP
  6. Endjômon-Zeit (Ban-ki):                ca. 3.000 bis 2.300 BP

Inzwischen verbreitet sich zunehmend die Ansicht, dass die Datierungen eine Kalibrierung mittels der AMS-Methode benötigen3:

  1. Beginnende Jômon-Zeit (Sôsô-ki):   ca. 15.700 bis 11.250 cal BP
  2. Früheste Jômon-Zeit (Sô-ki):          ca. 11.250 bis 7.300 cal BP
  3. Frühjômon-Zeit (Zen-ki):                ca. 7.300 bis 5.600 cal BP
  4. Mitteljômon-Zeit (Chû-ki):              ca. 5.600 bis 4.550 cal BP
  5. Spätjômon-Zeit (Kô-ki):                  ca. 4.550 bis 3.240 cal BP
  6. Endjômon-Zeit (Ban-ki):                  ca. 3.240 bis 2.410 cal BP

Die Datierungen wurden anhand von Kohlenstoff, beispielsweise an Keramik anhaftender Ruß, vorgenommen. Die kalibrierten Werte beziehen sich nur auf den Keramikstil und nicht auf die kulturellen Inhalte. Jedoch gibt es weiterhin Diskussionen, ob die Jômon-Zeit mit diesem Wert der Datierung beginnen kann, da es zu wenige Funde und damit zu wenige Beweise gibt, als dass die Einordnung umfassend für Japan gültig wäre4. Außerdem liegen die kalibrierten Datierungen bisher nur für einen Teil der Regionen Japans und auch nur für einen kleineren Abschnitt der gesamten Chronologie vor. Daher werden im Allgemeinen die bisherigen unkalibrierten Werte angegeben5.

Abb. 2| Keramiken aus der Sannaimaruyama-Fundstelle, Foto: M. Furusaki
Abb. 2| Keramiken aus der Sannaimaruyama-Fundstelle, Foto: M. Furusaki

Das Auftreten der Keramik (Abb. 2) gilt im Allgemeinen als Basismerkmal für den Beginn der Jômon-Zeit, da sie das Alltagsleben besonders stark veränderte und eine primäre Rolle spielte, welches sich anhand ihrer Häufigkeit in den archäologischen Funden erkennen lässt . Bis heute sind mehr als 70 Keramikstile der ca. 10.000 Jahre dauernden Jômon-Epoche bekannt. Jeder Stil verbreitete sich mit einheitlichen Eigenschaften in einer Region. Diese regionale Einheit bildet eine ethnische Gruppe, die diesen Stil der Keramikherstellung beherrschte. Ihr Hauptverwendungszweck war die Speisenzubereitung. Weiterhin wurden sie auch als Urnen im Begräbniskult verwendet und fanden teilweise auch in Feuerstellen als zusätzliche Bauelemente für die Heizung Anwendung7.

Bemerkenswert ist die zeitliche Einordnung des Keramikkomplexes der nordostasiatischen Kultur im Amurgebiet und der japanischen Kultur. Die C14-Datierung entspricht dem gleichen Zeitbereich. Die Gemeinsamkeit gilt auch für den Steingerätkomplex. Die beidflächig bearbeiteten, großen blattförmigen Steinspeerspitzen und Beile haben Ähnlichkeit mit der nordostasiatischen Kultur im Amurgebiet8.

  • [1] Teshigawara, Akira: Jômon-Bunka (Tôkyô 1998) S. 14-16.
  • [2] Fujio, Shinichirô: Jômon-Ronsô (Tôkyô 2002) S. 56-58.
  • [3] Wieczorek, Alfried / Steinhaus, Werner / Sahara, Makoto (Hrsg.): Zeit der Morgenröte. Japans Archäologie und Geschichte bis zu den ersten Kaisern. Handbuch (Mannheim 2004) S. 72.
  • [4] Fujio (2002) S. 59-61.
  • [5] Wieczorek (Hrsg.) (2004) S. 20.
  • [6] Okamura, Michio: Jômon no Seikatsushi (Tôkyô 2008) S. 54.
  • [7] Kobayashi, Tatsuo: Jômon-Doki no Kenkyû (Tôkyô 2002) S. 71, 15.
  • [8] Imamura (1999) 117-118.