26.05.2012 - 13:33:16
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Quo vadis? Arbeitsplätze in der Archäologie

Sagen wir es offen und ehrlich – die Arbeitsplatzsituation in der deutschsprachigen Archäologie ist unerfreulich. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass jährlich deutlich mehr StudentInnen ihr Studium erfolgreich beenden als Posten frei werden, selbst wenn man Projektposten mitrechnet, die man ohnehin nur bekommt, wenn man persönlich und direkt gefördert wird, für die man sich also nicht einmal bewerben kann, selbst wenn man wollte (erinnern Sie sich daran, wann der letzte Projektposten öffentlich ausgeschrieben war?). Während des Studiums mag die Arbeit im nächsten McDonalds-Restaurant, unterbrochen durch mehr oder minder langfristige Grabungssaisonen, mittels derer man sich sein Studium finanzieren kann, gut genug sein, aber dann?

Um diesen Problemen zumindest teilweise zu begegnen, unseren jüngeren KollegInnen (und, das soll gar nicht verschwiegen werden, auch uns selbst und anderen bereits etwas älteren KollegInnen) Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten und gleichzeitig einigermaßen verlässliche Daten zur Arbeitsmarktsituation in der Archäologie zu bekommen, aus denen sich vielleicht in absehbarer Zukunft auch ausbildungspolitische Schlüsse ziehen lassen, haben wir gegen Ende 2003 eine archäologische Jobbörse (http://archaeologieforum.at/jobs/index.php bzw. http://archaeologieforum.at/jobnew.php) am Internet eingerichtet, in der wir uns zugetragene und an verschiedenen Orten veröffentlichte Stellenausschreibungen sammeln.

Bedingt durch Aufenthaltsort (RK in GB, KRK in A) und professionelle Affiliationen stehen uns überwiegend Informationen aus dem deutschsprachigen und britischen Raum zur Verfügung, wir beziehen aber alle Stellen mit ein, die uns bekannt werden. Im ersten Halbjahr ihres Bestehens sind in der Jobbörse insgesamt 119 Einträge vorgenommen worden, die sich in mindestens[1] 128 Stellenangebote und 1 Stellengesuch aufschlüsseln lassen (Abb. 1). Dabei stammt die überwiegende Anzahl (insgesamt 63%) aller Stellenausschreibungen aus dem Raum Großbritanniens (UK), mit Abstand gefolgt von Stellen in Deutschland (20%).

Abb. 1: Stellenauschreibungen nach Ländern im ersten Halbjahr des Bestehens der Jobbörse (in absoluten Zahlen)
Abb. 1: Stellenauschreibungen nach Ländern im ersten Halbjahr des Bestehens der Jobbörse (in absoluten Zahlen)

 

  • [1] Manche der Stellenanzeigen lassen sich nicht eindeutig in bezifferbare offene Stellen aufschlüsseln, hauptsächlich solche für GrabungsmitarbeiterInnen, die im deutschen wie im englischen Sprachraum selten mit genauen Zahlen („suche 5 GrabungsmitarbeiterInnen“) ausgeschrieben werden, bei denen jedoch aus der Anzeige klar hervorgeht, dass es sich um mehrere Stellen handelt, die besetzt werden sollen („suche GrabungsmitarbeiterInnen“).

 

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