- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.2.1: Ausstellungen.
- 1.2.2: Ausgrabungen.
- 1.2.3: Forschung.
- 1.2.4: Sonstiges.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
- 1.5: TV-Programm.
- 1.6: Kalender.
- 2: Guide.
- 3: Digger.
- 4: Bibliothek.
- 5: Mediathek.
- 6: Forum.
- 7: Club.
- 8: Autoren.
- 9: FAQ.
Von A bis Z

Die Wallkonstruktion der Schnippenburg kann als eine Pfostenschlitzmauer mit Pfostenbohlenwand zur inneren Abstützung rekonstruiert werden. Das ca. 1,40 bis 1,60 m hohe Trockensteinmauerwerk wurde vermutlich durch eine den Eichenspaltbohlen vorgeblendete Brustwehr aus Brettern erhöht. Die innenliegende Bohlenwand, welche überwiegend aus Buchenhölzern bestand, konnte an der Ost- und Westseite der Anlage als Wehrgang genutzt werden. An der Nord- und Südseite diente sie mit einer Breite von lediglich ca. 40 cm vermutlich nur der Abstützung der Mauerfront. Dort wo sie als Wehrgang ausgebaut war (1,2 bis 1,5 m Breite), ermöglichten mit Knüppeln belegte Erdrampen den Zugang. Eine massive Erdaufschüttung als Basis für die Wallkonstruktion fehlt ebenso wie ein vorgelagerter Graben. Teilweise wurde lediglich an der Innenseite der Befestigungskonstruktion Bodenmaterial entnommen, um die Wallbasis auszunivellieren.
Insgesamt betrachtet spricht die Konstruktion eher für ein repräsentatives Bauwerk als für eine Anlage mit primär fortifikatorischer Ausrichtung.
Die verkohlten Überreste der Eichenspaltbohlen aus der Mauerfront ermöglichten glücklicherweise eine dendrochronologische Datierung der Befestigung, deren Bauzeit nun mit 268 ± 10 angegeben werden kann und sich gut mit der archäologischen Datierung des Fundstoffes deckt.
An der Ostseite der Anlage, wo mehrere kleine Hohlwege den Sporn hinaufführen, die als eisenzeitliche Lauf- und Reitwege angesprochen werden können, befand sich eine Toranlage, deren Konstruktion derzeit u.a. Gegenstand der Grabungsauswertung ist, welche maßgeblich von der Stiftung Niedersachsen gefördert wird.
Vorläufiges Resümee
Webseite
Auf der Internetseite des Projektes gibt es weiterführende Informationen, zahlreiche Photos und kleine Filmclips über die Arbeiten:
Das breite Fundspektrum, die Lage im Netz bedeutender Fernhandelsrouten sowie der starke keltische Einfluss, welchen besonders die Metallfunde widerspiegeln, deuten auf einen multifunktionalen Platz mit zentraler Bedeutung hin, der auch Ort kultischer Handlungen war. Damit ergeben sich ganz neue Aspekte bezüglich der Interpretation jüngereisenzeitlicher Burganlagen im nördlichen Mittelgebirgsraum. Die abschließende Auswertung der Grabungsergebnisse sowie umfangreiche naturwissenschaftliche Analysen geben hoffentlich weitere Aufschlüsse bezüglich der Nutzung und Funktion des Fundplatzes, wobei die Bandbreite der neu aufgeworfenen Fragen sicherlich noch zukünftige Grabungen erforderlich machen wird. Dennoch sollen die Ergebnisse der fünfjährigen Kampagne zunächst vollständig aufgearbeitet und publiziert werden. Ebenfalls ist eine Präsentation der Funde und Befunde im Rahmen einer großen Wanderausstellung geplant, die Ende April 2007 in Osnabrück ihren Auftakt nehmen soll.
Um die ersten Ergebnisse im Vorfeld der Ausstellung mit einem breiten Fachpublikum zu diskutieren, findet vom 29.03. bis zum 01.04.2006 in Osnabrück ein internationaler Kongress mit dem Titel „Keltische Einflüsse im nördlichen Mitteleuropa während der mittleren und jüngeren vorrömischen Eisenzeit“ statt.


Kommentare