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Neues von der Schnippenburg

Keltische Einflüsse und kultische Aktivitäten im nordwestlichsten Mittelgebirgsraum

27.1.2006

Die Ausgangssituation

Seit Ende 2000 untersucht die Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück die eisenzeitliche Befestigungsanlage Schnippenburg bei Ostercappeln im Landkreis Osnabrück. Anlass für das denkmalpflegerisch orientierte Forschungsprojekt waren Neufunde aus dem Jahr 1999, die durch Sondenprospektionen eines ehrenamtlichen Mitarbeiters zu Tage gefördert wurden.

Schon die ersten Nachuntersuchungen der Prospektionsfundstellen erbrachten weiteres umfangreiches Fundmaterial aus dem 3. und 2. Jh. v. Chr..

Neben zahlreichen Eisenfunden gehörten u.a. verschiedene bronzene Schmuckstücke der mittellatènezeitlichen Frauentracht zum Fundspektrum. Es folgten systematische Sondenprospektionen und umfangreiche Flächengrabungen, die im Frühjahr 2005 abgeschlossen wurden.

Ziel des Vorhabens war es, die Funktion des Fundplatzes näher zu untersuchen und gleichzeitig das hochwertige Fundmaterial dem Zugriff von illegalen Schatzsuchern zu entziehen. Des weiteren war eine Modellstudie zum Schutz von Flächendenkmalen in Waldgebieten Projektbestandteil, die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wurde.

Zur Lage der Schnippenburg

Die Schnippenburg liegt in der Gemarkung Schwagstorf, Gemeinde Ostercappeln, Landkreis Osnabrück, auf einem Geländesporn des Wiehengebirges, als dem nordwestlichsten Ausläufer des Weserberglandes. Der Sporn geht im Westen in den Kamm über und fällt nach Osten flach ab. An der Nord- und Südseite flankieren Bachläufe mit teils ausgedehnten planen Bachterrassen die Hänge und stellen ein zusätzliches natürliches Annäherungshindernis dar.

Das Gelände innerhalb der 1,46 ha großen, ovalen Anlage mit einer Ausdehnung von ca. 170x110 m, fällt nach Osten leicht ab (125 auf 115 m ü. NN). Der Nordhang des Sporns ist künstlich terrassiert. Ein moderner Waldweg (Koppelweg) sowie verschiedene Rückewege durchlaufen das Gelände in Ost-West-Richtung. Eine weite Geländeübersicht besteht vom Sporn aus nicht, da der Sporn tiefer als der nördliche und südliche Wiehengebirgskamm gelegen ist.

Luftbild mit Lage der Schnippenburg und der überregionalen Fernhandelsrouten.
Luftbild mit Lage der Schnippenburg und der überregionalen Fernhandelsrouten.

Ausschlaggebend für die Platzwahl ist vermutlich die Nähe zum „Bremer Heerweg“ gewesen, einer bis in die Vorgeschichte zurückreichenden Fernverbindung die über den „Frankfurter Heerweg“ das nordwestliche Hessen mit dem Nordseeküstenraum verband und mit dem Wiehengebirge, in etwa 500m Entfernung von der Schnippenburg, den letzten Höhenzug vor dem Eintritt ins norddeutsche Flachland überwindet. Am Nordhang des Wiehengebirges kreuzt diese Nord-Südachse eine weitere Fernverbindung, welche in Ost-Westrichtung vom Elb-Weserraum über Hase und Ems bis in die Niederlande reichte. Daraus ergibt sich für die Schnippenburg eine äußerst prägnante verkehrsgeographische Situation.

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