Kooperation

Von A bis Z

Alphabetisches Register
Für den schnellen Überblick: Das Schlagwortverzeichnis der Artikel und Rezensionen (nur für Clubmitglieder)
'Keltenstadt' Dünsberg im Fokus internationalen Interesses. EU-Projektabschluss und neue Publikation zum Dünsberg

von Claudia Nickel - 9.6.2008

Sanisera an der Nordspitze Menorcas steht in Verbindung mit der römischen Eroberung Menorcas 123 v.Chr. Dort befinden sich ein natürlicher Hafen, ein Militärlager sowie eine Stadtanlage, die in späterer Zeit nicht überbaut wurde. Eine neue Ausstellung im dortigen Museum informiert über Archäologie und Natur der Halbinsel, und auch das EU-Projekt mit seinen Partnerorganisationen wird präsentiert. Die Ausstellung und mehrere Informations-Broschüren wurden von der EU gefördert. Hier fand das „start-up meeting“ der Projektpartner Ende Juni 2005 statt.

Alchester bei Oxford ist ein römisches Lager, das unmittelbar im Zuge der Eroberung Britanniens 44 v.Chr. gegründet wurde. Von hoher Bedeutung sind die dortigen Holzfunde, die eine jahrgenaue Datierung erlauben sowie hölzerne Schreibtafeln mit Inschriften. Im Rahmen des Projektes wurden über 850 Metallobjekte geroentgt und im Detail fotografiert; eine Datenbank mit den Ergebnissen wurde erstellt. Eine Ausstellung über die Ergebnisse wird vorbereitet.

Beim Richtfest des neu errichteten "Keltengehöfts" am Dünsberg. (Foto:AGL e.V.)
Beim Richtfest des neu errichteten "Keltengehöfts" am Dünsberg. (Foto:AGL e.V.)

Am Dünsberg selbst ist ein Gehöft in keltischem Stil vom Dünsberg-Verein gebaut worden, unmittelbar hinter dem bereits errichteten Keltentor am Parkplatz. Informationstafeln stellen Archäologie und Natur am Dünsberg dar. Zu dem Zeitpunkt wurde eine archäologische Voruntersuchung des Baugeländes vom Verein Archäologie im Gleiberger Land e.V. durchgeführt, die allerdings keine keltischen Strukturen an dieser Stelle ergab; Scherben wiesen aber auf Besiedlung im weiteren Vorfeld des Oppidums hin. In diesem Jahr wird zur Einweihung des Gehöfts am 13. August ein Keltenfest stattfinden.

Während der Grabungen am Dünsberg wurde immer wieder die Frage gestellt, wo denn die Funde zu sehen seien. Zwar gibt es einen kleinen Ausstellungsbereich im Museum Wetzlar, doch besteht der Wunsch, die Funde in unmittelbarer Nähe zum Oppidum selbst auszustellen. Erfreulicherweise wurden dem Verein Archäologie im Gleiberger Land e.V. noch 2004 Räume in der Gemeindeverwaltung Biebertal zur Verfügung gestellt. Diese wurden in Eigenarbeit und mit dankenswerter Unterstützung der Jugendwerkstätten Gießen e.V. renoviert. Zugute kamen uns mehrere gespendete Vitrinen von bedeutendem Wert. Die Räume konnten im vergangenen November offiziell von der Gemeinde an den Verein übergeben werden. Das Museum trägt den Namen „KeltenKeller – Museum zur Archäologie des Gleiberger Landes“. Die Eröffnung ist noch für 2006 geplant. Neben den Ausstellungsräumen ist hier auch das Magazin der Funde beherbergt sowie Räume für Fundauswertung, Arbeitstreffen und Vorträge. Mittlerweile wurde auch der Internet-Auftritt www.archaeologie-im-gleiberger-land.de, der die Ausgrabungen und die archäologische Forschung am Dünsberg repräsentiert, umgestaltet.

Die Workshop-Teilnehmer: (hinten, v.l.) Regine Müller M. A. (AGL), Steffen Helmert (AGL), Steve Boscott (Leichester), Dr. Eberhard Sauer (Universität Edinburgh), Dr. Graham Morgan (Universität Leichester), Günter Leicht (Dünsbergverein), Judith Smith (Leichester), Andrew Miller (Edinburgh), vorne: Dr. Claudia Nickel (AGL), Martin Lutze (AGL), Lana Johnson (Menorca), Fernando Contreras (Menorca), Andreas Kretz (AGL) und Bernd Volz (AGL). Nicht auf dem Foto: Projektleiter Fran Valle (Menorca). (Foto:Bernd Volz)
Die Workshop-Teilnehmer: (hinten, v.l.) Regine Müller M. A. (AGL), Steffen Helmert (AGL), Steve Boscott (Leichester), Dr. Eberhard Sauer (Universität Edinburgh), Dr. Graham Morgan (Universität Leichester), Günter Leicht (Dünsbergverein), Judith Smith (Leichester), Andrew Miller (Edinburgh), vorne: Dr. Claudia Nickel (AGL), Martin Lutze (AGL), Lana Johnson (Menorca), Fernando Contreras (Menorca), Andreas Kretz (AGL) und Bernd Volz (AGL). Nicht auf dem Foto: Projektleiter Fran Valle (Menorca). (Foto:Bernd Volz)

Ein Workshop an der University of Edinburgh (Schottland) bildete Ende April den wissenschaftlichen Abschluss des Projektes. Bei einer zusätzlichen öffentlichen Festveranstaltung wurden alle drei Projekte vorgestellt. Der Gesamtprojektleiter und langjährige Mitarbeiter der Dünsberggrabungen, Fran Valle Montero (Baskenland/Spanien) zog ein positives Resümee – die vorgegebenen Ziele sind erreicht worden!

 

Tipp

Lesen Sie weitere Artikel von Claudia Nickel zum Dünsberg:

"Gold und Silber wünsch´ ich mir ..." [April 2005]

Die Grabungen am Dünsberg 2003 [September 2004]

Neue Ausgrabungen auf dem Dünsberg [Januar 2003]

Im Rahmen des Projektes ist nun ebenfalls eine neue Publikation über die archäologischen Untersuchungen des Dünsberg erschienen. Das Heft fasst die aktuellen Forschungsergebnisse sowie das Umfeld der Ausgrabungen am Dünsberg zusammen: Der Dünsberg bei Biebertal, Kreis Gießen. Archäologische Ausgrabungen in einer keltischen Stadt.

Damit gehen auch nach dem Ende der Ausgrabungen die Arbeiten am und um den Dünsberg weiter. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen gab den Auftrag, aus den bekannten Ortsakten und den bislang nicht erfassten Denkmälern und Fundstellen ein aktuelles Fundstellenkataster zu erstellen. Auch für archäologische Voruntersuchungen und Notbergungen steht der Verein mit Fachpersonal und Grabungsequipment jederzeit zur Verfügung. Nicht zuletzt dadurch sollen das bewährte Team zusammen gehalten und die bestehende Unterstützung der Öffentlichkeit am Leben erhalten werden, denn nur so kann die Forschung weitergehen. Der Dünsberg ist nach wie vor hochgradig gefährdet!

Kommentare

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen *





*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*

* - Pflichtfeld