- 1: Magazin.
- 1.1: Thema.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.2.1: Ausstellungen.
- 1.2.2: Ausgrabungen.
- 1.2.3: Forschung.
- 1.2.4: Sonstiges.
- 1.3: Nachrichten.
- 1.4: Aus der Presse.
- 1.5: TV-Programm.
- 1.6: Kalender.
- 2: Guide.
- 3: Digger.
- 4: Bibliothek.
- 5: Mediathek.
- 6: Forum.
- 7: Club.
- 8: Autoren.
- 9: FAQ.
Von A bis Z

Moderne Grabungen bringen seit 1999 Licht in die Geschichte des keltisch besiedelten Dünsbergs, wenige Kilometer nordwestlich von Gießen gelegen. In spätkeltischer Zeit bot dieser markante, fast 500 Meter hohe Berg ideale Bedingungen für die Anlage eines mächtigen Oppidums, gesichert durch eine dreifache Wallanlage. Deren Siedlungsfläche betrug rund 90 Hektar.
Internationalität wurde von Beginn an groß geschrieben. Jeweils in den Sommermonaten erforschte ein etabliertes Team zusammen mit freiwilligen Helfern aus aller Welt einige Abschnitte des Berges, ermöglicht überwiegend durch Sponsoring aus der Region und ehrenamtlich geleistete Arbeit. Neben den verschiedensten europäischen Staaten gehören auch Australien, Neuseeland, Ghana, China und die USA zu den Herkunftsländern der Dünsbergmannschaft. So erschien es nur folgerichtig, dass nun auch ein EU-Projekt aus diesen Forschungsaktivitäten hervor ging.

- Ein Blick in das gut gefüllte Magazin. (Foto:AGL e.V.)
Mit dem Ende der Kampagne 2004, in der Grabungen an verschiedenen Stellen im südlichen Vorfeld des Oppidums neue Belege besonders zu den kultischen Aspekten lieferten, wurden die Grabungen vorläufig beendet. Als Auflage für mögliche weitere Untersuchungen müssen zunächst die vorliegenden Funde wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Dabei handelt es sich um über 11.000 Fundeinheiten, von denen rund zwei Drittel Keramik, aber auch 20 % Metall sind. Mit über 80 % Anteil an diesen Metallfunden ist der Eisenanteil ungewöhnlich hoch. Dies erfordert zwar hohe Kosten für die Restaurierung, liefert andererseits aber eine extrem wichtige Quellengattung der Spätlatènezeit, die in dem Umfang bislang kaum bekannt ist. Ein großer Teil der Restaurierungsarbeiten wurde bereits aus Spendengeldern finanziert. Zudem kann durch die Vorlage der gesichert aus den Grabung stammenden Funde auch die Zuweisung des bislang überwiegend aus Raubgrabungen stammenden Materials überprüft werden.
Eine Auswertung der Keramik verspricht ebenso spannende Ergebnisse. Dies ist zum einen der Vergleich zwischen verschiedenen Stellen der Oppidum-Besiedlung und dem Kultbereich im südlichen Vorfeld. Aber auch die chronologische und typologische Einordnung der Keramik: Gerade zum jetzigen Zeitpunkt nimmt der Dünsberg eine Schlüsselstellung ein zwischen Glauberg, Christenberg und Waldgirmes, und auch neues Material aus rechtsrheinischen Höhensiedlungen und Bad Nauheim kam in den letzten Jahren hinzu. Somit ist die Gelegenheit günstig, nun diese „Lücke“ zu füllen. Die Frage des Einflusses germanischer Gruppen am Dünsberg sowie die „Ubierfrage“ sind vom Keramikmaterial her nach wie vor offen. Wir hoffen auf Unterstützung von DFG und EU für die geplanten Forschungsarbeiten.
Der Dünsberg in einem europaweiten Projekt
Zur Steuerung dieser archäologischen Aktivitäten gründete sich 2005 der Verein Archäologie im Gleiberger Land e.V., der mit dem Dünsberg-Verein e.V. das keltische Erbe erforschen und in die Zukunft retten will. Beide Vereine nahmen an einem EU-geförderten Projekt teil. Unter dem Titel „Rome’s conquest of Europe: Military aggression, native responses and the European public today“ („Die Eroberung Europas durch Rom: militärisches Vorgehen, Reaktionen der einheimischen Bevölkerung und die europäische Öffentlichkeit heute“) hatte dies ein Volumen von rund 300.000 Euro (bei 50 Prozent Eigenleistung) und endete nach zehnmonatiger Laufzeit am 30. April 2006. Federführend und Träger eines der drei Teilprojekte war das „Ecomuseo de Cap de Cavalleria“ auf Menorca (Spanien). Daneben die Universität Edinburgh (Großbritannien) und die beiden heimischen Vereine am Dünsberg. Die Hauptziele des im Rahmen von „Kultur 2000“ geförderten Projekts waren:
- Erhaltung und Hervorhebung des gemeinsamen europäischen Kulturerbes
- Der Austausch optimaler Verfahrensweisen zwischen den Wissenschaftlern der drei Partner-Institutionen durch Arbeitstreffen und Ideenaustausch
- Das Kulturerbe soll möglichst vielen Bürgern zugänglich gemacht werden, und zwar durch Ausstellungen, Informationszentren und Veranstaltungen
- Förderung von wechselseitigen Kenntnissen über die Geschichte anderer europäischer Länder durch Informierung der Öffentlichkeit über dieses Projekt
- Ansprechen der Öffentlichkeit durch innovative Ausstellungstechniken.

Kommentare
Etliche Forscher haben schon vor meiner Zeit die These propagiert, daß die Kelten-Kultur bis an den Nordrand der deutschen Mittelgebirge vorgedrungen war auf der Suche nach neuen ausbeißenden Erzvorräten. Die Vorzeitler haben in diesen Gebieten im Laufe mehrerer Jahrhunderte großflächige Verwaltungszentren gebildet, die nun im Zuge der Luftbildauswertung (nochmals) nach und nach überprüft werden. Dabei hat sich herausgestellt, daß die sehr teure Laserscannung nicht die Arbeit der Geländegänger ersetzen kann. Guter Blick im Verbund mit genauen Karteneintrag in der DGK ergibt teilweise eine bessere Darstellung der verdeckten Baurelikte. Aber beide Suchmethoden bringen im Verbund erst effektivere Ergebnisse als bisher.
Jenach topographischer Lage in flachem Gelände oder bei Geländeüberhöhungen im Vorfeld wurden unterschiedlich mehrfach gestaffelte aufwändige Wallanlagen (Holz-Erde-Stein-Mauern) erstellt. Meist befinden sich im Innern größere ovale Zentralburgen mit fast runden Innenkreisen in diesen bis zu 200 Hektar großen Oppida.
Auf diese Weise hat der Katlenburger mehrere Großanlagen von der Hallstatt- bis zur Latene-Zeit entdeckt.
Die meisten Anlagen mit ihren heute nur noch unscheinbaren Bauresten liegen in Waldgebieten. Das Land Thüringen jedoch besitzt eine über 200 Hektar große und bis zu 2200 Meter lange Wehranlage ohne Baumbedeckung. Trotz neuzeitlichem Wegebau hatten Ämter und Firmen die Keltensiedlung nicht erkannt. Selbst bei einer mehrjährigen Ausgrabung einer mittelalterlichen Siedlungfläche hatte der eremitierte Professor übersehen, dass er sich in der Nähe eines ovalen 12 Hektar großen Ringwalles befand, geschweige denn das noch erheblich großflächigere Oppidum erkannte. Das Oppidum hat zudem Außenanlagen aus einer späteren Zeit.
Ähnliche traurige Begebenheiten kann ich für den Landkreis Göttingen und den Landkreis Northeim vermelden. Im Süden des Bundeslandes Niedersachsen wurden beim Neubau einer Vorstadtsiedlung einige Verhüttungsplätze für Buntmetalle und Eisen ungeprüft durch Häuslebauer vernichtet, trotz der Fundmeldung des Katlenburgers an das LfD Hannover und das Stadtplanungsamt. Die zugehörige mit mehrfach gestaffelten Wällen bzw. ehemaligen Mauerzügen gesicherte Anlage mit zwei Zeit verschiedenen Zentren, einer zusätzlichen (verschwundenen) mittelalterlichen Burg, und zusätzlicher Vorfeldsicherung für die Trink-und Brauchwasserversorgung wurde so um eine datierbare Flächeneinheit ärmer. Leider fand sich die Spitze des LfD nicht bereit weder eine Notgrabung noch eine Vermessung einzuleuten. Mit Hilfe neuerer Fotosoftware, vorhandener Schwarz-Weiß- und Farblauftaufnahmen könnte die sehr interessante Anlage überprüft und vermessen werden. Aber Fachamateure werden leider immer noch als unliebsame Konkurrenten angesehen, sonst hätte auch der amtliche Entdecker des "ersten römischen Aufmarschlagers" "über den Schatten springen können" und zugegeben, daß er die sechs Wochen zuvor an das LfD(Landesamt für Denkmalpflege in Hannover) ergangene Fundmeldung des Katlenburgers auf den Tisch bekam und überprüfen durfte. Erst ab diesem Datum wurden amtliche Metalldetektorenuntersuchungen in der Hedemündener Hünenburg begonnen. Vielleicht hatte auch schon meine mündliche Vorabmeldung im Februar 2004 über den Südannex den "Run" auf das Römerlager gestartet. (Die Fotos der niedrigen Wallreste sind mit Databack aus 2003 und Feb.2004 dokumentiert). Gerade deshalb ist es nicht ersichtlich warum der gleiche Ausgräber das Oppidum sowie die zuvor 2001 gesichteten Übereste eines anderen Römerlagers nördlich von Hann.Münden unter den Tisch kehrte. War es der dumme Fehlschluß in zwei 1998 und 2000 erschienenen Publikationen über Burgen im Landkreis Göttingen, auf der anderen Hünenburg seien keine Baureste zu finden. Können denn manche Philologen keine Fehler einräumen, die heute mit anderen Entdeckungstechniken und besserem Gespür vermeidbar gewesen wären? Oder ist es nur der Futterneid, der Choryphäen in der Dignose keinen Fehler erlaubt und diese möglicherweise eingestehen läßt?
Liebe offizielle Vertreter des Standes der Philologen, Historiker und Archäologen wir Amateure wollen Euch da unterstützen wo Euch die Zeit fehlt, das Gelände zeitaufwändig zu untersuchen. Aber bei Publikation ist Ehrlichkeit der Fundumstände gefragt, auch wenn es sich um absolute Neuentdeckungen handelt. Habe ich in der Öffentlichkeit bisher groß herausgestellt, daß ich bis 1980 dem damaligen und noch heute amtierenden Göttinger Voluntär 28 Neuentdeckungen von Wehrbauten im Landkreis Göttingen (Motten, Kemenaten, Burgen, vor- und frühgeschichtliche Wallanlagen, frühmittelalterliche Burgen) ohne Gegenleistung übergab. Nicht einmal die Bitten um Überprüfung der Deutung der möglichen "Seeburg" im kalten Winter 1978 mit dem Ergebnis von 4 zeitunterschiedlichen Einzelbefestigungsanlagen südlich von Bernshausen wurde abgeschlagen, aber auch nicht vom diesem Bruder meiner musikalischen Cello spielenden Freundin belobigt oder durch Findernennung
festgehalten.
Diese traurige Erfahrung mit guten Archäologen blieb leider kein Einzelfall. So erhielt der Gute die Mähr vom nicht existenten Hedemündener Westlager III. Eine schon zuvor 1992 von einem anderen Prof. übernomme "mittelalterliche Stadtwüstung im Solling = die von Dassel`sche urkundlich genannte Minderstadt "NevEnbike" = "Neu Einbeck", bedingte, nach ebenfalls unterdrückter Fundmeldung als "Gegenleistung" eine "zweiräumige frühe Klosteranlage im Solling". Die Originallage des Klosters "Hethis" bleibt noch unter Verschluß.
Nun ist es soweit gekommen, daß man einem Amateur dem man die "Butter auf der Stulle" nicht gönnte, nach etliche genauen erstgenannten Fundmeldungen auch Märchen abnimmt, ohne diese zu überprüfen, nur um sich keine Blöße zu geben etwas wichtiges nicht richtig erkannt zu haben.
Warum mußte es erst soweit kommen? Wäre Ehrlichkeit unter Mitkonkurrenten auch bei nicht publizierten Berichten bei allen Beteiligten kein Problem, könnten wir so gut zusammen arbeiten.
Also liebe Freunde der Heimatgeschichte bleibt ehrlich und Ihr werdet dafür belohnt, wenn schon nicht von Euren Zeitgenossen, so doch von Eurer Nachwelt.
Tschüß, denkt an die Kelten und Römer,--- und an die Germanen, die noch unscheinbarere Befestigungen hinterlassen haben.
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.