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Nachrichten aus der Archäologie

Neue Erkenntnisse zur Sakrallandschaft zwischen den Ringheiligtümern Pömmelte und Schönebeck

Bronzezeitlicher Grabhügel bei Schönebeck

Die Sakrallandschaft aus der Zeit des Übergangs von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit um die beiden Ringheiligtümer an der Elbe ist wesentlich älter als bisher angenommen. Der erste monumentale, trapezförmige Grabbau südöstlich des Ringheiligtums Pömmelte datiert in die Baalberger Kultur – und somit in einen Zeitraum von 4.000 bis 3.400 vor Christus. Auch eine weitere Körperbestattung konnte dieser archäologischen Kultur zugeordnet werden. Bislang galten Bestattungen und ein Grabengeviert der älteren Schnurkeramischen Kultur (ab ungefähr 2.800 vor Christus) als älteste Belegungsphase des Areals.

Baumringe
Historische Klimaschwankungen in Mitteleuropa durch Baumringdaten überschätzt

Gegenwärtige Erwärmung außergewöhnlich

Baumringe übertreiben – das hat nun ein Forscherteam herausgefunden. Aus der Breite der Wachstumsringe von Bäumen schließen Wissenschaftler für vergangene Jahrhunderte auf die historischen Klimabedingungen in dem jeweiligen Jahr. Die bisherigen Temperaturrekonstruktionen aus den Jahresringen der Bäume sind aber fehlerhaft, so eine nun in der Fachzeitschrift Climate Dynamics veröffentlichte Studie. Sie geben die natürlichen Schwankungen des Klimas vergangener Jahrhunderte übertrieben wieder. Ein Vergleich mit Daten etwa aus Pfarr- und Stadtarchiven zeigt, dass sich das Klima in Wirklichkeit deutlich gleichmäßiger entwickelt hat. Was wiederum einen weiteren Beleg bietet, wie außergewöhnlich die moderne menschgemachte Erwärmung tatsächlich ist. Weiterlesen
| Forschung
Bronzezeitliche Siedlungslandschaften in Süddeutschland
Das Westallgäu als Brücke im europäischen Wirtschaftsraum der Bronzezeit
Das Allgäu ist bisher auf der archäologischen Landkarte weitgehend leer geblieben. Neue Untersuchungen der Universität Tübingen zeigen jetzt, dass die Menschen schon vor 3.000 Jahren auch an sich ungünstige Siedlungsräume nutzten, um von prähistorischen Fernhandelsrouten zu profitieren. Weiterlesen
| Deutschland
Backenzahn aus der Stajnia-Höhle (3D-Modell)
Die älteste Neandertaler-DNA Mittelosteuropas

80.000 Jahre alter Neandertaler offenbart kulturelle und genetische Verbindungen zwischen Polen und dem Nordkaukasus

Ein internationales Team berichtet in einer neuen Studie über das älteste mitochondriale Genom eines Neandertalers aus Mittelosteuropa. Das aus einem Zahn aus der Stajnia-Höhle in Polen extrahierte mitochondriale Genom ähnelt eher dem eines Neandertalers aus dem Kaukasus als den zur damaligen Zeit in Westeuropa lebenden Neandertalern. Auch die am Fundort entdeckten Steinwerkzeuge ähneln denen aus südlichen Gebieten, was darauf hindeutet, dass in der Steppen-/Taiga-Umgebung lebende Neandertaler sich zur Nahrungssuche weiter von ihrem Heimatgebiet entfernten als bisher angenommen. Die Flüsse Prut und Dnjestr wurden wahrscheinlich als Hauptkorridore für die Ausbreitung von Polen in den Kaukasus genutzt. Weiterlesen
| Genetik
Kurz notiert

Erste Schritte auf dem Weg der großen Steine

Kleine Sloopsteene

Gemeinsame Forschungsgrabung von LWL-Archäologie und Altertumskommission für Westfalen

Vor über 5.000 Jahren wurde das Megalithgrab »Kleine Sloopsteene« bei Lotte-Halen (Kreis Steinfurt) errichtet. Seither prägt es die Landschaft und das kulturelle Gedächtnis vor Ort, doch ist bislang über die jungsteinzeitliche Grabanlage archäologisch nur wenig bekannt. Daher wird es nun im Rahmen einer Forschungsgrabung von Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) untersucht.

Paul de Lagarde
Wissenschaftler und Antisemit

Team aus Göttingen und Potsdam durchleuchtet geistiges Erbe des Paul de Lagarde

Wer war Paul de Lagarde? Ein Forschungsteam des Seminars für Ägyptologie und Koptologie der Universität Göttingen hat in Kooperation mit dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam (MMZ) eine wissenschaftsgeschichtliche Bestandsaufnahme zu Leben und Werk des Göttinger Orientalisten, der von 1827 bis 1891 lebte, vorgelegt. Dabei beleuchten die Forscherinnen und Forscher auch und gerade die politisch-weltanschaulichen Aspekte der Arbeiten des Wissenschaftlers und insbesondere Lagardes Antisemitismus. Weiterlesen
| Archäologie & Gesellschaft
Obsidianwerkstücke aus Xalasco bestehen aus einem Material, das in der Nähe der Fundstelle gefördert wurde
Künstliche Intelligenz hilft bei der Herkunftsbestimmung
Künstliche Intelligenz ist besser als bisherige Softwareanwendungen in der Lage, den Ursprung archäologischer Funde aus naturwissenschaftlichen Untersuchungsdaten abzuleiten. Das zeigen der Marburger Physiker und Informatiker Dr. Michael Thrun und mexikanische Fachleute für Archäologie am Beispiel von Obsidianwerkstücken, die bei Ausgrabungen geborgen wurden. Das Team veröffentlichte seine Ergebnisse im Fachmagazin IEEE Access. Weiterlesen
| Funde & Befunde

Die neuesten Artikel

Herxheim – ein rituelles Zentrum der Bandkeramik mit Menschenopfern und hohem Zerstörungspotential
Vor nunmehr fast 16 Jahren begann die intensive Auswertung der Grabungen in einer jungsteinzeitlichen Siedlung der linienbandkeramischen (kurz: bandkeramischen oder LBK) Kultur mit doppeltem Grabenwerk am Westrand des Dorfes Herxheim. Vor allem die umgebende Grabenanlage und die darin enthaltenen Materialien sollten sich als eines der absoluten Highlights der europäischen Vorgeschichtsforschung entpuppen; mittlerweile hat der Fundplatz weltweit die Aufmerksamkeit der archäologischen Fachwelt auf sich gezogen. Im August 2019 erschien der zweite Band der Forschungsergebnisse mit der vorläufigen Gesamtinterpretation des Platzes, ein Anlass, um diesen bedeutenden Fundort auch in Archäologie Online einmal Revue passieren zu lassen. Ein Artikel von Andrea Zeeb-Lanz
AusgrabungenForschungFunde & BefundeRheinland-PfalzNeolithikumSiedlungKult & ReligionGesellschaft
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Geköpft, gerädert, gehenkt:
Ursprünglich ein bronzezeitlicher Grabhügel, diente der Galgenberg in Bad Belzig ab der Frühen Neuzeit als Richtstätte zur Vollstreckung von Todesurteilen und als Bestattungsplatz für Selbstmörder und andere Verstorbene, denen eine Beisetzung auf dem christlichen Friedhof verwehrt blieb. Welche Aussagen archäologische Untersuchungen an Orten wie diesem ermöglichen, zeigt Marita Genesis in diesem Bericht über die 2018 durchgeführten Ausgrabungen.
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