Ringe der Macht

15.11.2019 - 01.06.2020

Landesmuseum für Vorgeschichte Halle
Richard-Wagner-Str. 9
06114 Halle (Saale)
Deutschland

Ringe der Macht

Ringe können in Form von Zauberringen nicht nur selber Macht besitzen, sondern sie waren und sind durch alle Zeiten wichtige Symbolträger für die unterschiedlichsten Botschaften. Die Wiederentdeckung und Entschlüsselung des geheimnisvollen, mittelalterlichen Inschriftenrings von Paußnitz bietet den Anlass, diese wirkmächtigen Ringe ins Zentrum der neuen Sonderausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte »Ringe der Macht« zu stellen. Im Zeitraum vom 15. November 2019 bis zum 1. Juni 2020 wird anhand von rund 250 ausgesuchten Exponaten auf einer Ausstellungsfläche von 500 Quadratmetern der Kosmos machtvoller Ringe seit der Altsteinzeit veranschaulicht.

Nachdem er über 100 Jahre in Vergessenheit geraten war, wurde 2001 im Depot des Landesmuseums für Vorgeschichte ein silberner Fingerring mit einer geheimnisvollen Inschrift wiederentdeckt. Gefunden wurde er 1898 im heute sächsischen Paußnitz (Ortsteil von Strehla, Landkreis Meißen). Auf jeder der zwölf Seiten des Kleinods befindet sich ein Schriftzeichen. Diese Inschrift konnte 2002 endlich entschlüsselt werden: Der Wortlaut »NAINE MI XPS« (»Verneine mich, Christus«) formuliert den Wunsch des Ringträgers nach der vollkommenen Selbstaufgabe für das Erlangen des Seelenheils.

Der mystische Inschriftenring von Paußnitz steht im Zentrum der Sonderausstellung »Ringe der Macht«, welche auf 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche rund 250 Exponate von 30 Leihgebern aus Deutschland, Dänemark, England, Frankreich, Ungarn, der Schweiz und Tschechien versammelt. Die Sonderausstellung öffnet ab 15. November ihre Pforten und wird bis zum 1. Juni 2020 im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) gezeigt.

Anhand ausgesuchter Preziosen wird der Kosmos der zahlreichen Ringtraditionen seit der Vorgeschichte veranschaulicht. Ringe, die selber Macht besitzen. Ringe, die Macht beziehungsweise den Status des Trägers ausdrücken. Oder Ringe, die auch Macht vermitteln können. Sie alle sollen die zahlreichen Ringtraditionen der europäischen Menschheitsgeschichte veranschaulichen – waren sie doch fortwährend bedeutende Herrschafts- und Statussymbole.

Eine eindrucksvolle Zentralinstallation visualisiert, von den Eigenschaften des Rings von Paußnitz ausgehend, die Ideen- und Glaubenswelt des Mittelalters.

Zudem vereint die Ausstellung die bekanntesten Inschriftenringe Deutschlands mit dem berühmten »Coventry Ring«, einem aus Gold gefertigten Inschriftenring des späten 15. Jahrhunderts aus dem British Museum in London. Diese herausragenden Stücke veranschaulichen die Magie der Ringe des Mittelalters. Armreliquiare aus Halberstadt, Hochelten und Hildesheim laden dazu ein, in die Glaubenswelt der Ringträger einzutauchen.

Die Schau präsentiert ein spektakuläres Panorama an Ringen der Macht, von den ältesten bekannten Fingerringen aus dem mährischen Pavlov (circa  35.000 bis 24.000 vor heute) über die goldenen Armringe der bronzezeitlichen Fürsten Mitteldeutschlands und den Torques der Kelten bis zu dem EINEN RING aus Tolkiens Romanen, der aus einer langen Tradition schöpfte. Amulettringe und Insignien beleuchten spirituelle und weltliche Facetten der Macht bis hin zur ideellen Vorstellung des Rings als Liebespfand.

Ein ganz besonderes Highlight der Ausstellung ist die rund 3500 Jahre alte, jüngst entdeckte Bronzehand von Prêles (Kanton Bern). Diese älteste Bronzeplastik eines menschlichen Körperteils in Mitteleuropa wird zum ersten Mal außerhalb der Schweiz präsentiert. Ein weiteres Highlight ist der überraschend große und fast 7 Kilogramm schwere, keltische Ring von Trichtingen (Baden-Württemberg). Sowie der legendenumwobene Fingerring der heiligen Elisabeth, den sie von ihrem Gatten zum Geschenk erhielt und dessen Stein im Augenblick seines Todes in zwei Teile gesprungen sein soll.

Ergänzt wird die Sonderausstellung durch ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Kuratoren-Führungen, Angeboten für Kinder und Familien und besonderen Aktionen und Veranstaltungen.

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