Krieg und Frieden - Konfliktarchäologie an Rhein und Neckar

18.09.2022 - 29.01.2023

Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg
Hauptstraße 97
69117 Heidelberg
Deutschland

Titelmotiv der Ausstellung: Keltische Reiterfigur von Unlingen, im Hintergrund die Zerstörung Heidelbergs durch französische Truppen, 1689 (Gemälde von 1868, Museum Stadt Weinheim)

Die Eroberung Heidelbergs zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs liegt im September 2022 vierhundert Jahre zurück. Aus diesem Anlass zeigt das Kurpfälzische Museum den bedeutenden Fundkomplex aus den Stellungen der angreifenden Truppen und der belagerten Altstadt. Auch andere kriegerische Auseinandersetzungen sind Thema der Ausstellung. Bedeutende archäologische Zeugnisse spannen einen Bogen von der Jungsteinzeit bis in die Moderne.

Kriegerische Konflikte und Gewalt hinterlassen in der Menschheitsgeschichte stets tiefe Spuren. Mit einer Vielzahl archäologischer und kulturhistorisch bedeutender Exponate führt die Ausstellung vor Augen, wie sich das Leben an Rhein und Neckar in unruhigen Zeiten gestaltete. Mit modernen Methoden beleuchtet die Konfliktarchäologie weit zurückliegende Gewaltereignisse. Vom mörderischen Überfall in der Jungsteinzeit spannt sich der inhaltliche Bogen bis hin zum hochgerüsteten Krieg der Moderne. Gezeigt werden archäologische Funde aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz, darunter eine der ältesten Reiterfiguren nördlich der Alpen, ein bedeutender keltischer Helm aus dem Altrhein, eine Auswahl des Heidelberger Tillyfundes, und herausragend zu nennen, mehrere Prunkstücke aus dem Silberschatz von Kaiseraugst. Im Zusammenspiel mit Gemälden und graphischen Werken, auch aus der Universitätsbibliothek Heidelberg, entsteht ein vielschichtiges Bild der Kriegs- und Friedensgeschichte an Rhein und Neckar.

Anlass zur Ausstellung ist die Eroberung Heidelbergs zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Im September vor 400 Jahren überwanden kaiserliche Truppen unter dem Feldherren Tilly die Befestigungsanlagen der einstigen kurpfälzischen Residenzstadt. Belagerung und Eroberung Heidelbergs im Jahr 1622, Kupferstich von Matthäus Merian (Detail). Belagerung und Eroberung Heidelbergs im Jahr 1622, Kupferstich von Matthäus Merian (Detail). Foto KMH/Gattner Archäologische Funde aus den Stellungen der Angreifer und aus der belagerten Altstadt dokumentieren den Alltag jener bewegten Zeit. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung erstmals eine virtuelle 3D-Rekonstruktion der Stadt um 1620: Auf dem großen Panoramabildschirm der HD Discovery Station kann das damalige Heidelberg lebensnah erkundet werden.

Homepage mit weiteren Informationen
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