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Newsletter 11/2019

18.11.2019

 

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Nachrichten

Das genetische Erbe der Paläo-Eskimos

Frühe arktische Jäger und Sammler, die sogenannten Paläo-Eskimos, zogen vor etwa 5.000 Jahren von Sibirien nach Nordamerika. Sie sind in der Archäologie und der Archäogenetik seit langem bekannt. Frühere genetische Untersuchungen hatten darauf hingedeutet, dass in der Polarregion die Paläo-Eskimos weitgehend durch Gemeinschaften ersetzt wurden, aus denen heutige Volksgruppen wie die Inuit, Yupik und Aleuten hervorgegangen sind. Eine neue Studie zeigt hingegen, dass viele heute in Nordamerika lebende Bevölkerungsgruppen einen signifikanten Anteil ihres Erbguts den Paläo-Eskimos verdanken.

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Neue Einblicke in die erste Pestpandemie durch alte Genome
Karte und Stammbaum des Pestgenoms

Die Analyse von acht neu rekonstruierten Pestgenomen der ersten historisch überlieferten Pestpandemie offenbart eine bisher unbekannte Diversität und erbringt erstmals den genetischen Nachweis der Justinianischen Pest auf den Britischen Inseln.

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Zähne führen zur Entdeckung einer Bevölkerungsgruppe
Die beiden 31.000 Jahre alten Milchzähne, die an der «Yana Rhinoceros Horn Site» in Russland gefunden wurden

Zwei 31.000 Jahre alte Milchzähne aus einer Ausgrabungsstätte im Nordosten Sibiriens haben zur Entdeckung einer bisher unbekannten Bevölkerungsgruppe geführt, die während der letzten Eiszeit in diesem Gebiet gelebt hat. An der Entdeckung dieser «Alt-Nordsibirier» beteiligt war auch Laurent Excoffier, Professor am Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern und Gruppenleiter am SIB Schweizerisches Institut für Bioinformatik.

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Eine der ältesten Holzbrücken Mitteleuropas
Holzbefund aus der Bronzezeit

Zum Abschluss der Rettungsgrabungen in Bad Buchau präsentiert das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart erste Ergebnisse

Bei den durch den Neubau eines Pflegeheims veranlassten Ausgrabungen haben die Archäologen Reste einer hölzernen Brückenkonstruktion aus der Bronzezeit freigelegt. Diese verband einst das Seeufer mit dem Gebiet des heutigen Ortes Bad Buchau, das damals noch eine Insel war. Weitere bemerkenswerte Funde dieser Ausgrabung sind Bronzewaffen, die durch die Lagerung im feuchten Milieu ihren ursprünglich goldähnlichen Glanz bewahrt haben, sowie ein mutmaßlicher hölzerner Steigbaum und vollständige Keramikgefäße.

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Antiker Marmorkopf kehrt nach Italien zurück
Marmorkopf in Münster

Bei der Reorganisation der Sammlung des Archäologischen Museums der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) stellten Experten des WWU-Museums fest, dass ein 1964 angekaufter Marmorkopf ursprünglich illegal aus Italien ausgeführt worden war. Die Provenienzforschung ergab, dass das Stück Teil einer Statue ist, die 1937 bei Ausgrabungen im antiken Fondi südöstlich von Rom gefunden wurde. Als sie die Herkunft des Objektes zweifelsfrei festgestellt hatten, organisierten die Münsteraner Museumsleute die Rückgabe an den italienischen Staat.

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Neues zur Unterwasserarchäologie im Süßen See
Sonaruntersuchungen

Eine bronzezeitliche Seeufersiedlung in Sachsen-Anhalt?

Der Grund des Süßen Sees im Mansfelder Land hat archäologisches Potential. Das zeigen die bisherigen Ergebnisse der im letzten Jahr begonnenen Untersuchungen, bei denen erstmals in Sachsen-Anhalt ein mit Sonar bestücktes Autonomes Unterwasserfahrzeug zum Einsatz kam, um den Seegrund dreidimensional zu vermessen. Die dabei gefundenen Hinweise auf eine Ufersiedlung aus der Bronze- oder Eisenzeit sollen jetzt genauer unter die Lupe genommen werden. Dazu wird ein Bereich von ungefähr 200 Metern Länge mit einem auf einen Katamaran montierten 3D-Sonargerät hochauflösend vermessen. Taucharchäologen fanden bisher unter schwierigen Sichtbedingungen Keramik und hölzerne Wegeanlagen.

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Menschliche Vorfahren erfanden Steinwerkzeuge mehrmals
Die Ausgrabungsstätte Bokol Dora während der Grabungen im Jahr 2015

Bisher dachte man, dass unsere Vorfahren frühestens vor 2,58 bis 2,55 Millionen Jahren Steinwerkzeuge systematisch angefertigt und genutzt haben. Die Entdeckung einer neuen Fundstelle in Äthiopien beweist jedoch, dass die Ursprünge der Produktion solcher Werkzeuge älter als 2,58 Millionen Jahre sind. Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von David Braun von der George Washington University und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie vermutet, dass Steinwerkzeuge mehrmals auf unterschiedliche Weise erfunden wurden, bevor sie zu einem wesentlichen Bestandteil im täglichen Leben unserer Vorfahren wurden.

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Den Ursprüngen des Apfels auf der Spur
Pferde in den Tien Shan Bergen Kasachstans beim Fressen wilder Äpfel

Jüngste archäologische Funde konservierter Apfelsamen in Europa und Westasien erzählen in Kombination mit historischen, paläontologischen und kürzlich veröffentlichten genetischen Daten eine neue faszinierende Geschichte einer unserer bekanntesten Früchte. In einer neuen Studie verfolgt Robert Spengler vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte die Geschichte des Apfels zurück zu ihren Ursprüngen.

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Archäologen erforschen Luftschutzbau in Bochum
Vorsichtig bewegt sich Lutz Cramer durch den Deckungsgraben

Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben im Bochumer Stadtteil Gerthe einen Luftschutzbau aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht. Die gut erhaltene Anlage blieb nach dem Kriegsende nahezu unberührt.

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Menschen nutzten nördliche Migrationsrouten auf dem Weg nach Ostasien
Dsawchan Gol

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass ein feuchteres Klima Homo sapiens es ermöglicht haben könnte, vor 50-30.000 Jahren die Wüsten Zentralasiens zu durchqueren.

Nord- und Zentralasien wurden in Studien zu frühen menschlichen Migrationen bislang vernachlässigt, da Wüsten und Gebirge als unüberwindliche Barrieren angesehen wurden. Die Studie eines internationalen Forschungsteams argumentiert nun jedoch, dass der Mensch unter feuchteren klimatischen Bedingungen diese extremen Lebensräume in der Vergangenheit durchquert haben könnte.

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Kurz notiert

08.06.2019 Grabungsfinissage auf dem Pforzheimer Rathaushof
07.06.2019 Mittelsteinzeitliches Grab geborgen
06.06.2019 Eine peruanische Mumie als Beispiel moderner Bilddatenverarbeitung
06.06.2019 Neue Konzepte für das LWL-Museum für Archäologie
31.05.2019 Gemeinsam gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern
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Neu in der Mediathek

Archäologische Entdeckungen dank Hitze Video

Für die Archäologie hat die anhaltende Hitze bzw. Dürre des vergangenen Sommers nahezu ideale Bedingungen geschaffen. Luftbildarchäologen haben von Flugzeugen aus ganz erstaunliche Entdeckungen gemacht. Ein Beitrag des Magazins Capriccio im Bayerischen Rundfunk.

Video ansehen (Dauer: 05:26)
 
Ausgrabung auf dem Galgenberg in Belzig 2018 - Richtstättenarchäologie Video

Nachdem im Wald nahe des brandenburgischen Ortes Bad Belzig im Wurzelgeflecht eines bei dem Sturm Xavier entwurzelten Baumes ein menschlicher Schädel gefunden wurde, stand für Marita Genesis und ihre Studenten fest, dass an dieser Stelle eine archäologische Ausgrabung durchgeführt werden musste. Denn dies ist der Galgenberg, eine Hinrichtungsstätte, wo nach den Schriftquellen ab dem 16. Jahrhundert Menschen gehängt, gerädert und enthauptet wurden. Zudem handelt es sich bei der Galgenberg genannten Erhebung eigentlich um einen Grabhügel aus der Bronzezeit. Im Herbst 2018 begann die Richtstättenarchäologin dann mit Studenten der Humboldt-Universität Berlin und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder mit den Ausgrabungen in Bad Belzig, wo dieses Video entstand.

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Neue Einträge im Guide

  • IrelandsAncientEast.com
    »IrelandsAncientEast.com« ist das offizielle Tourismusportal der Regionen in Ostirland. Mittels einer interaktiver Karte, möglichen Reiserouten, einer Umgebungssuche etc. kann man sich umfassend über kulturhistorische Ziele dieser Regionen informieren.
  • THEFBO - Die kulturhistorische Bedeutung des Textilhandwerks der prähistorischen Feuchtbodensiedlungen
    Das dreijährige interdisziplinäre Verbundprojekt »Die kulturhistorische Bedeutung des Textilhandwerks der prähistorischen Feuchtbodensiedlungen am Bodensee und Oberschwaben - im Kontext von Anforderungen an textile Objekte und ihre Wahrnehmung« möchte zum einen das Potenzial einer bisher vernachlässigten Materialgruppe aufzeigen und zum anderen auch die Schlüsselstellung von Textilien im kulturhistorischen Kontext früher Siedlungsgemeinschaften herausstellen. Projektpartner sind u.a. die Universitäten Erlangen-Nürnberg und Würzburg, das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg und das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie.
  • Luwian Studies
    »Luwian Studies« ist eine unabhängige, private und gemeinnützige Stiftung mit Sitz in der Schweiz, deren Zweck die Förderung der Erforschung von Kulturen des 2. Jt. v. Chr. im Westen Kleinasiens ist. Kernthese von Luwian Studies ist die Annahme eines bisher weitgehend unbeachteten Kulturkreises im Westen der heutigen Türkei, der im 2. Jt. v. Chr. einen durchaus größeren Machtfaktor dargestellt haben könnte. Die Stiftung möchte dazu anregen, die Fundstätten der Luwier genauer und umfassender als bisher zu untersuchen, und so das Bild der Ägäischen Frühgeschichte komplettieren.
  • Tropical Archaeology Research Laboratory - TARL
    Das an der James Cook Universität (Cairns, Australien) angesiedelte »Tropical Archaeology Research Laboratory (TARL)« bildet ein Netzwerk für archäologische Forschungsprojekte in tropischen Regionen wie Nordaustralien, Südostasien, Ozeanien und dem pazifische Raum. Auf der Homepage findet man zahlreiche Informationen zu den Forschungsprojekten des TARLs und den involvierten Fachbereichen.
 
 
 

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