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Archäologie Online Newsletter 13/2021

09.07.2021

 

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Nachrichten

Erste Ergebnisse zum Keltengrab von der Heuneburg
Freilegung einer Goldperle

Erste Funde deuten auf Frauengrab der Oberschicht hin

Die Heuneburg gilt als älteste Stadt nördlich der Alpen und ist eine der bedeutendsten prähistorischen Fundstätten Mitteleuropas. Im Jahr 2018 begann das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes in der Donauebene unterhalb der Heuneburg im Gewann Bettelbühl (Gemeinde Herbertingen/ Landkreis Sigmaringen) mit den Untersuchungen an einem frühkeltischen Großgrabhügel. Es zeigte sich, dass eine fachgerechte Freilegung der Bestattung vor Ort nicht durchgeführt werden konnte, sodass die gesamte Grabkammer im Oktober 2020 im Block geborgen und zur weiteren Untersuchung in die Labore des LAD in Ludwigsburg-Grünbühl transportiert wurde. Die bisher freigelegten Funde und Befunde wurden am Mittwoch, den 7.7.2021 erstmals durch das Landesamt für Denkmalpflege und seinen Präsidenten, Professor Claus Wolf, präsentiert.

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Je kälter das Klima, desto schwerer die Menschen
Die Studie verglich Größendaten von mehr als 300 Fossilien der Gattung Homo über einen Zeitraum von einer Million Jahre

Klima und regional vorherrschende Temperaturen haben über einen Zeitraum von einer Million Jahre wesentlich die Körpergröße des Menschen beeinflusst und waren somit ein Haupttreiber in der menschlichen Evolution. Je kälter das Klima, desto schwerer die Menschen: Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universitäten Tübingen und Cambridge. Ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Archäologen, Anthropologen, Ökologen und Klimamodellierern, unter Leitung von Dr. Manuel Will von der Universität Tübingen, hatte die Körper- wie auch Gehirngrößen von über 300 Fossilien der Gattung Homo weltweit gesammelt und sie mit rekonstruierten Klimadaten abgeglichen.

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Der Neandertaler als Künstler?
Die Ausgrabungen im verstürzten Eingangsbereich der Höhle im Jahr 2019

Fund über 50.000 Jahre alter verzierter Knochen aus der Einhornhöhle

Seit der Entdeckung erster Fossilreste im 19. Jahrhundert hat der Neandertaler das Image eines primitiven Vormenschen. Dass er in der Lage war, effektiv Werkzeuge und Waffen herzustellen, ist lange nachgewiesen, aber konnte er auch Verzierungen, Schmuck oder gar Kunst anfertigen? Ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen und des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege (NLD) hat einen Neufund aus der Einhornhöhle im Harz analysiert und kommt zu dem Ergebnis: Der Neandertaler, unser genetisch nächster Verwandter, hatte bereits erstaunliche kognitive Fähigkeiten.

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Über 1000 Jahre altes Bauholz im Westbau von St. Pantaleon in Köln entdeckt
Dr. Heckner im Gewölbe

Der Westbau von St. Pantaleon ist ein beeindruckendes Zeugnis frühmittelalterlicher Architektur, das die Forschung immer wieder beschäftigt. Derzeit wird das Bauwerk aufwändig saniert und das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR-ADR) führt eine begleitende Bauuntersuchung durch. Dabei kam ein überraschender Fund zutage: In der Marienkapelle sind unter dem Verputz eines Gewölbes Reste von originalen Bauhölzern entdeckt worden, die zu einem mittelalterlichen Baugerüst gehörten.

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Wie in der Bronzezeit regulierende Märkte entstanden
Beispiele für westeurasische Ausgleichsgewichte der Bronzezeit

Forscher der Universität Göttingen untersuchen Gewichtssysteme

Das Wissen um das genaue Gewicht eines Objekts bietet eine objektive Möglichkeit, um Waren auf dem Markt in ihrem Wert bewerten zu können. Aber gab es in der Bronzezeit überhaupt einen selbstregulierenden Markt? Und was können uns Gewichtssysteme darüber verraten? Ein Forscherteam der Universität Göttingen hat die Verbreitung von Gewichten in Westeurasien in der Zeit zwischen etwa 3000 und 1000 v. Chr. untersucht.

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Out of Africa – über das Wasser
Simulation Wasserüberquerung

Ein spanisch-deutsches Forschungsteam hat erstmalig die Ausbreitung unserer frühen Vorfahren unter Einbezug von Wasserwegen modelliert. Das im Fachjournal »PLOS ONE« vorgestellte Modell erlaubt die Konfiguration von Verhaltensszenarien, die verschiedene biologische und kulturelle Stufen von Wasserüberquerung durch die Hominiden veranschaulichen. Entwickelt wurde es im »Agent-based modelling«-Labor des Forschungsprojekts »The Role of Culture in Early Expansions of Humans« (ROCEEH) in Frankfurt.

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Ausbruch des Laacher-See-Vulkans neu datiert
13.000 Jahre alter Baumstamm

Laacher-See-Vulkaneruption fand vor 13.077 Jahren statt

Der Ausbruch des Laacher-See-Vulkans in der Eifel zählt zu den größten Eruptionen, die sich in Mitteleuropa ereignet haben. Der Vulkanausbruch förderte rund 20 Kubikkilometer Asche zutage und die Eruptionswolke reichte über 20 Kilometer in die Höhe, vergleichbar mit dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991. Technische Fortschritte und Funde von Baumresten, die im Zuge der Eruption begraben wurden, ermöglichen nun eine genaue Datierung des Ereignisses mit einer nur sehr geringen Unsicherheit.

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Waffen für das Jenseits
Röntgenbild Grabbeigaben

Archäologen der Forschungsstelle Kaiserpfalz finden spannende Grabbeigaben in der Rotweinstraße

Erst im Mai haben die Archäologen der Forschungsstelle Kaiserpfalz mit ihrer diesjährigen Forschungsgrabung an der Rotweinstraße begonnen — jetzt sind sie fündig geworden: Im Grab 361 tauchten nach und nach zahlreiche Eisenobjekte auf, darunter auch ein gut erhaltenes Sax. Das Schwert gehörte dem Verstorbenen zu Lebzeiten und sollte ihn auch ins Jenseits begleiten. 

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Wo sind die Migranten des ersten internationalen Zeitalters?
Luftbild Alalakh

Kaum Hinweise auf Fremde

Historische Texte, Architektur und Artefakte bezeugen weitreichende ökonomische und soziale Netzwerke im östlichen Mittelmeerraum für das zweite Jahrtausend vor Christus. Die Vermutung, dass sich dies auch in der Bevölkerungsstruktur wiederspiegelt, konnte anhand der Analyse von Sauerstoff- und Strontiumisotopen vom Zahnschmelz aus bronzezeitlichen Bestattungen der Stadt Alalakh jedoch nicht bestätigt werden.

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Kurz notiert

Projekt zum Schutz des kulturellen Erbes in Irak und Usbekistan startet
Blick auf die die archäologische Fundstelle Ninive im heutigen Mossul, Irak im Jahr 2019

Die Archäologin Prof. Adelheid Otto vom Institut für Vorderasiatische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) startet mit drei internationalen Partnern die Bestandsaufnahme archäologischer Landschaften in Irak und Usbekistan, die durch Raubgrabungen, Siedlungsbau oder Staudammbauten akut gefährdet sind, und entwickelt nachhaltige Maßnahmen zu deren Schutz. Zu den besonders gefährdeten Kulturerbestätten gehört u.a. die antike Stadt Ninivedie im heutigen Mossul liegt.

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Außerplanmäßige Professur für Quantitative Archäologie an der CAU
Simulation prähistorischer Siedlungsgrößen, die für verschiedene Orte unterschiedliche Entwicklungen aufzeigt

Ernennung stärkt Forschungsbereich am Kieler Institut für Ur- und Frühgeschichte

Der Kieler Archäologe Dr. Oliver Nakoinz ist zum außerplanmäßigen Professor für Quantitative Archäologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ernannt worden. Neben seinen Verdiensten um die archäologische Forschung und Lehre war insbesondere seine internationale Reputation im Bereich der räumlich-statistischen Archäologie für die Berufung ausschlaggebend.

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Großzügiges Geschenk für das Archäologische Museum in Münster
Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels (l.) dankte dem Sammler Dr. Dietmar Jordan für die großzügige Stiftung

Privater Sammler übereignet der Universität Münster 116 antike Tongefäße

Alles begann mit einer Scherbe, die Dr. Dietmar Jordan 1972 im Italien-Urlaub einem Trödler abkaufte. Der Flohmarktfund erwies sich tatsächlich als antik, sodass der Zahnmediziner begann, sich für alte Fundstücke zu interessieren und eine bedeutende private Vasensammlung aufzubauen. Viele Exemplare daraus waren bereits in Ausstellungen des Archäologischen Museums der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster als Leihgaben zu sehen. Jetzt hat sich Dietmar Jordan dazu entschlossen, seine aus 116 antiken Tongefäßen bestehende Privatsammlung in den nächsten zehn Jahren vollständig an das Museum zu übergeben. Der passionierte Sammler, Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels und Museumsdirektor Prof. Dr. Achim Lichtenberger unterzeichneten jetzt den entsprechenden Vertrag.

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Neue Archäologische Informationsstellen in Basel
Das Bronzemodell zeigt den Zustand des Barfüsserklosters um 1350

Die Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt hat an der Theater-Passage und der Fasnachtsgasse zwei neue Archäologische Informationsstellen zur Basler Stadtgeschichte eingerichtet. Im Zentrum der Inszenierung steht die Geschichte des Barfüsserklosters, das einst an diesem Ort stand. Ein Bronzemodell des Klosters sowie ein Archaeoskop, ein Fernrohr in die Vergangenheit, ermöglichen spannende Einblick in seine Geschichte.

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Mesolithische Funde im Businesspark
Untersuchungsfläche Tornesch

Bei archäologischen Sondagegrabungen im Vorfeld der Erweiterung eines Gewerbegebietes in Tornesch (Kreis Pinneberg) kamen Befunde der mittleren Steinzeit zutage. Weitere Befunde wie neuzeitliche Steinschlägergruben und Mergelkuhlen tragen zum besseren Verständnis der Regionalgeschichte bei.

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Neue Einträge im Guide

  • Archaeology of Organic Products
    Blog eines französischen Forschungsprojektes auf dem Gebiet der »Bioarchäologie«, das Archäologie und Archäobotanik eng verzahnt. So sollen organische Substanzen, deren Reste man teilweise in Keramikgefäßen nachweisen kann (wie Lebensmittel, Molkereiprodukte, fermentierte Getränke, medizinische und kosmetische Produkte, Parfüms, aromatische Stoffe), identifiziert und deren Herstellungstechniken erforscht werden.
  • Objekte.Digitalität.Hochschulen
    Der Blog möchte die Vielzahl neuer digitaler Methoden in einem Forum zusammenzubringen, um den Dialog zwischen zahlreichen Einzelprojekten zu fördern und den archäologischen Wissenschaften die Innovationspotentiale dieser Methoden aufzuzeigen.
  • ArchéOrient - Le Blog
    »ArchéOrient-Le Blog« wird von Mitgliedern des Forschungszentrums »Archéorient« der Universität Lyon 2 (CNRS/Universität Lyon 2) betrieben. Ziel des Blogs ist es, den Austausch zu fördern und neue wissenschaftliche Informationen auf dem Gebiet der Archäologie und Geschichte von Gesellschaften und Landschaften im Mittelmeerraum, im Nahen und Mittleren Osten, im Kaukasus und in Zentralasien sowie neuerdings auch am Horn von Afrika und in Westafrika sichtbarer zu machen.
  • PrehCOAST (Coast-inland dynamics in prehistoric hunter-gatherer societies)
    Blog der Forschungsgruppe PrehCOAST (Coast-inland dynamics in prehistoric hunter-gatherer societies), die Forscher aus Spanien, Frankreich, Lettland und Norwegen umfasst. Die Forschungsgruppe führt Archäologen, Paläo-Umweltwissenschaftler und Archäobiologen zusammen, die sich mit der Erforschung von Küstengesellschaften prähistorischer Jäger und Sammler aus dem Paläolithikum, Mesolithikum und Neolithikum befassen.
 
 
 

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