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Archäologie Online Newsletter 13/2026

03.07.2026

 

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Nachrichten

Untersuchungen an einem römisch-kaiserzeitlichen Verhüttungsplatz bei Brilon
Römischer Bleibarren aus Brilon

Erste Grabungsergebnisse bestätigen die frühe Bleigewinnung

Archäologie-Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben bei einer knapp zweiwöchigen Grabungskampagne im Juni neue Erkenntnisse gewonnen: Auf einem Höhenzug des Rothaargebirges nahe Brilon (Hochsauerlandkreis) legten sie eine bislang in Südwestfalen einzigartige, 2.000 Jahre alte Verarbeitungsstelle für Blei frei. Damit gelingt der archäologische Nachweis für eine frühe metallurgische Kette, die für das Sauerland bislang noch weitgehend unerforscht ist.

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Als der Hagenmarkt am Wasser lag
Ausgrabungsfläche am Hagenmarkt

Am Hagenmarkt in Braunschweig wurden im Vorfeld der eigentlichen Bauarbeiten zur Neugestaltung des Platzes umfangreiche archäologische Untersuchungen vorgenommen. Mit interessanten Ergebnissen: So kann z.B. die genaue Lage und damit auch die Baugeschichte des einstigen Opernhauses nun viel präziser bestimmt werden. Zudem haben die Grabungen erste Erkenntnisse zu mittelalterlichen Vorgängerbauten zu Tage gebracht. Aber auch während der laufenden Bauarbeiten werden immer wieder Entdeckungen gemacht, die bemerkenswerte Aufschlüsse bieten und Fenster in die die Vergangenheit Braunschweigs öffnen.

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Aktuelle Ausgrabungen in der Dohnaischen Vorstadt von Pirna
Drohnenaufnahme der Grabung

In Pirna entsteht ein neuer Hotelkomplex, der auf dem Gelände des Traditionshauses »Zum Schwarzer Adler« errichtet wird. Das ruinöse Vorgängergebäude des ehemaligen Hotels wurde bis auf eine historische Außenmauer abgerissen. Zwischen Abriss und Neubebauung untersucht das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) die ca. 3000 m² große Fläche. Das ist notwendig, denn das Baugrundstück liegt im archäologisch relevanten Bereich der Dohnaischen Vorstadt, einer historischen Vorstadt von Pirna. Unmittelbar vor dem Dohnaischen Tor, dem südlichen Stadttor der Stadtbefestigung, ist eine Ansiedlung bereits für das 14. Jahrhundert schriftlich bezeugt.

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Der Mensch war nicht immer schlecht für die Artenvielfalt
Luftaufnahme des Hüttwilersees

Jahrtausende lang hat der Mensch mit landwirtschaftlicher Nutzung die Pflanzenvielfalt nicht verringert, sondern erhöht. Das haben Forschende der Universität Basel für die letzten 7.000 Jahre detailliert nachgezeichnet. Erst in den letzten Jahrzehnten änderte sich das.

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Späte Neandertaler in Nordwesteuropa
Neandertalerknochen der Individuen Spy 1 und 2

Eine neue genetische Studie liefert das bislang detaillierteste Bild der Vielfalt später Neandertaler in Nordwesteuropa. Ein internationales Team unter der Leitung von Forschenden des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig konnte durch die Analyse von alter DNA, die in Belgien und Frankreich gefundenen Überresten entnommen wurde, die genetischen Verbindungen von 27 Neandertalern rekonstruieren. Diese lebten kurz bevor die Neandertaler vor rund 40.000 Jahren ausstarben.

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Alte DNA an Höhlenwänden nachgewiesen
Vielfarbige Höhlendecke von Altamira

Menschliche DNA kann Jahrtausende an Höhlenwänden überdauern und gibt Einblicke in prähistorische menschliche Aktivitäten - auch ohne Ausgrabungen

Ein Forschungsteam hat erstmals nachgewiesen, dass alte menschliche DNA über Tausende von Jahren an Höhlenwänden erhalten bleiben kann. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten, prähistorische menschliche Aktivitäten zu erforschen.

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Alle Homo naledi-Fossilien in einer Höhle könnten weiblich gewesen sein
Schädel weiblicher Homo naledi: Neo und DH3

Proteinanalyse wirft weitere Fragen auf, wie die Homo naledi-Knochen tief unter die Erde gelangten

Ein Forschungsteam untersuchte 23 Zähne von mindestens 20 Individuen des ausgestorbenen Menschenverwandten Homo naledi und fand keine männlichen Proteinmarker. Vermutlich handelt es sich ausschließlich um weibliche Individuen. Die Fossilien wurden in einer Kammer tief in einem Höhlensystem in Südafrika entdeckt. Wie sie dorthin gelangten, ist bis heute ungeklärt – doch die Ergebnisse könnten neue Hinweise zur Lösung dieses Rätsels liefern.

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Mensch und Hund sind weltweit enger verbunden als gedacht
Junge mit Hund in der Mongolei

Eine neue Studie eines internationalen Forschungsteams unter der Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig zeigt verblüffende Gemeinsamkeiten in der Interaktion zwischen Menschen und Hunden in sehr unterschiedlichen Gesellschaften.

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Internationales Forscherteam untersucht Schiffswracks
Taucher in der Ostsee

Ein internationales Tauchteam hat in der vergangenen Woche eines der bedeutendsten Unterwasserdenkmale vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns untersucht. Zwischen den Inseln Rügen und Usedom liegen am Eingang des Greifswalder Boddens rund ein Dutzend versenkte Handelsschiffe aus dem 17. Jahrhundert auf dem Grund der Ostsee. Archäologen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (LAKD) konnten aber auch zwei schwedische Kriegsschiffe lokalisieren, die im Jahr 1714 Opfer des Eisgangs wurden.

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Kurz notiert

Zwischenbilanz der archäologischen Grabungen am Aachener Münsterplatz
Ausgrabungsarbeiten auf dem Münsterplatz

Seit Ende Februar arbeiten sich Stadtarchäologe Andreas Schaub und ehrenamtliche Hilfskräfte des Archäologischen Arbeitskreises (AAA) in Handarbeit Schicht für Schicht durch zwei Baumscheiben. Die beiden zuvor dort gepflanzten Linden waren 2023 einem Sturm zum Opfer gefallen. Nach Abschluss der archäologischen Arbeiten werden erneut zwei Linden in die Baumscheiben gepflanzt. Da die Baumscheiben zunächst präpariert werden müssen, bot sich eine seltene Gelegenheit für die Archäologinnen und Archäologen: Gebaut wird am Münsterplatz nur selten. Jeder Bodeneingriff an diesem historischen Ort wird archäologisch betreut und ermöglicht interessante Funde.

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Mit dem Einbaum ans Ziel - 11. Internationale Einbaum Regatta in Wangen am Bodensee
Einbaum-Regatta

Die 11. internationale Einbaum Regatta in Wangen am Bodensee verbindet vom 24. bis zum 26. Juli 2026 Sport, Experimentalarchäologie und UNESCO-Welterbe auf einzigartige Weise. In originalgetreu nachgebauten Einbäumen paddeln 16 Teams aus sechs Ländern um die Wette.

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REMAPP - Afrikanische Museumsgeschichte neu erzählen
Prof. Dr. Bénédicte Savoy

Die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Bénédicte Savoy von der Technischen Universität Berlin erhält einen ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats für das Forschungsprojekt "REMAPP – Rearticulating Museums: Historical African Practices of Preservation and the Future of Stewardship". Das mit rund 2,5 Millionen geförderte Vorhaben untersucht, welche historischen Formen des Sammelns, Bewahrens, Präsentierens und Aktivierens materieller Kultur in afrikanischen Gesellschaften existierten und wie diese Praktiken das Verständnis von Museen weltweit verändern können.

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Wie Stein Geschichte speichert. Neues ERC-Projekt „ConstruEnS“ entschlüsselt römische Monumentalbauten als Quellen
Errichtung des Legionslagers Castra Regina (Modell im Historischen Museum Regensburg)

Wie prägten Bauprojekte die Entwicklung des Römischen Reiches? Welche Auswirkungen hatten sie auf Umwelt, Ressourcenmanagement und gesellschaftliche Strukturen? Und welche Rolle spielten monumentale Bauwerke bei der Organisation eines der größten Imperien der Weltgeschichte? Diesen grundlegenden Fragen widmet sich ein neues interdisziplinäres und überregionales Forschungsprojekt des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA) und weiterer Institutionen, das in den kommenden fünf Jahren durch einen „ERC Advanced Grant“ des Europäischen Forschungsrats mit knapp 2,5 Millionen Euro gefördert wird.

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Neu in der Mediathek

Podcast
Filmreif ausgegraben - DENKMALZEIT #82

20 Jahre Archäologie im Film, unzählige Geschichten aus dem Boden Brandenburgs: In der neuen Folge der DENKMALZEIT wird das Jubiläum der Archäologie-Filmreihe "Momentaufnahmen" gefeiert. Im Gespräch mit Anne-Marie Graatz blicken Regisseur Thomas Claus und Sprecher und Hörspielautor Harry Kühn auf Entstehung und Entwicklung der Filmreihe zurück.

Podcast anhören (Dauer: 51:46)
 
Podcast
Pharaoh Ramses unter Sand. Die Entdeckung von Abu Simbel - Epochentrotter #161

Vier gewaltige Kolossalstatuen ragen aus dem Sand – und erzählen eine Geschichte, die Jahrtausende überspannt. Abu Simbel führt in die Welt der Pharaonen und zugleich ins 19. Jahrhundert, als europäische Reisende die Tempel neu sichtbar machten. Giovanni Battista Belzoni kämpfte sich durch die verschütteten Eingänge, während Jean-François Champollion die Hieroglyphen zu lesen begann. Zwischen Neugier, Zufall und kolonialen Blicken entfaltet sich eine Geschichte von Entdeckung und Deutung – und die Frage, wem Vergangenheit eigentlich gehört.

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Neue Einträge im Guide

  • ArchéoScience Portal
    Die vom französischen Forschungslabor TRACES der Universität Toulouse betriebene Onlineplattform ArchéoScience informiert auf ihrer Website über die verfügbare wissenschaftliche Infrastruktur. Zentrale Säulen sind die physischen und digitalen Referenzsammlungen, die unter anderem Keramik, Knochen, Pflanzen und Steingeräte zur Fundbestimmung umfassen. Darüber hinaus werden verschiedene Arbeitsbereiche vorgestellt, die von der experimentellen Archäologie über die chemisch-physikalische Materialanalyse bis hin zu Geodaten und 3D-Verfahren reichen.
  • Histoire Naturelle des Humanités Préhistoriques - HNHP
    Die Website des Forschungsverbunds »Histoire naturelle de l’Homme préhistorique« (HNHP), dem mehrere französische Institutionen angehören, bietet Einblicke in die biologische und kulturelle Evolution des Menschen im Quartär. Der interdisziplinäre Ansatz verbindet die Bereiche Archäologie, Paläoanthropologie und Geowissenschaften. Die Website informiert über die fünf Forschungsteams, die sich weltweit mit dem gesamten Paläolithikum sowie Sedimentarchiven befassen. Zudem präsentiert die Plattform aktuelle Forschungsprojekte, Feldarbeiten, Analyseverfahren und Fachpublikationen der Institutionen.
  • TRACES - Travaux et Recherches Archéologiques sur les Cultures, les Espaces et les Sociétés
    Die Website des Forschungsverbunds TRACES (UMR 5608) an der Universität Toulouse bietet einen Überblick über dessen archäologische und interdisziplinäre Forschungsschwerpunkte, die von der Urgeschichte bis in jüngere Epochen reichen. Im Zentrum stehen thematisch gegliederte Arbeitsgruppen und Projekte, die sich mit Mensch-Umwelt-Beziehungen, materieller Kultur und sozialen Dynamiken befassen. Ein Schwerpunkt liegt auf der technischen Plattform »ArchéoScience« mit ihren Archäotheken und 3D-Laboren. Darüber hinaus informiert die Website über akademische Studiengänge, Promotionsmöglichkeiten, Publikationsdatenbanken sowie aktuelle Forschungsprojekte und Tagungen.
 
 
 

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